Das Alte neu gesagt

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Pfarrkonvent

Beim evangelischen Pfarrkonvent in Neuendettelsau reflektierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Umgang mit Sprache, übers Predigen und lernten, dass Wicklesgreuth eine Oase sein kann.

Schwäbisch Gmünd

Das Alte neu sagen“. Dieses für den Pfarrdienst zentrale Thema hatten sich die Pfarrerinnen und Pfarrer des Evangelischen Kirchenbezirks Schwäbisch Gmünd, wie dieser mitteilt, für den 4-tägigen Pfarrkonvent in Neuendettelsau gestellt. Vorbereitet wurde der Konvent von Pfarrerin Elfi Bauer, Pfarrerin Margot Neuffer, Pfarrer Wolfgang Schmidt, Pfarrer Matthias Walch und Dekanin Ursula Richter. Als Referent führte Pfarrer Christof Messerschmidt durch die ersten anderthalb Tage.

„Wicklesgreuth“ war eigentlich nicht das Ziel der Gmünder. Der einsame Bahnhof des kleinen Ortes im Fränkischen wurde jedoch nach dem Gedränge eines komplett überfüllten Zuges für die Reisenden zu einer Art Oase. Die Wartezeit dort wurde zu einem Eingangstor zum Thema des Konvents: „Das Wort und die Wörter. Das Alte neu gesagt“. Es wurde geschrieben und das Verfasste vorgetragen. Und es wurde von Herzen gelacht – miteinander, wohlgemerkt.

Begrenzung fördert Kreativität

Zum Beispiel darüber, wie die Pfarrerinnen und Pfarrer mit Aufgaben umgingen. Sieben Minuten Zeit, ein leeres Blatt Papier: Schreibt ohne Unterbrechung zur Frage: „Als ich einmal in Wicklesgreuth war“. Oder: Schreibt einen Zeitungsartikel zu Geburt, Auferstehung oder Himmelfahrt Jesu: sieben Minuten Zeit, keine Relativsätze, kein „a“ in den Wörtern. Die Freude am Umgang mit Sprache fand viel Nahrung auf diesem Konvent, so der Bericht. Die Erkenntnis sei inspirierend gewesen: Begrenzung fördert die Kreativität.

Bereichernd für den Konvent seien die fünf Ausbildungsvikarinnen und -Vikare gewesen. Mit der Frage eines jungen Kollegen habe das ganze Tun eine Mitte gefunden: „Wozu predigen wir eigentlich?“ Predigt sei so etwas wie darstellendes Handeln. Der Umgang mit der Sprache sei entscheidend: Was nehmen Menschen mit?

Das Miteinander-Reden und Aufeinander-Hören hatten viel Raum und große Bedeutung. Dazu gehörte die Begegnung mit einem Theologen wie Friedrich Schleiermacher und seinen Reden über die Religion 1832. Dazu gehörten verschiedene Methoden, mit Sprache das Alte neu darzustellen. Wie es der Literaturkritiker Karl Kraus Anfang des 20. Jahrhunderts tat, vorgestellt von Pfarrer Wolfgang Schmidt. Oder der Begründer der Ludwigsburger „Nachteulen“-Gottesdienste Siegfried Zimmer, vorgestellt von Pfarrer Matthias Walch.

Dazu gehörten die Begegnungen nach oder zwischen den thematischen Einheiten, vor allem abends im Außenbereich des „Haus Lutherrose“. In dem Gästehaus der bayrischen Landeskirche fand der ganze Konvent sehr freundliche Aufnahme und beste Versorgung. Auch das habe ein wichtiges Empfinden genährt: Es sei vieles da in der Kirche; und viele, die Freude hätten an der Aufgabe, das Alte neu zu sagen. So sei man dankbar für die gute Gemeinschaft und das Lernen miteinander gewesen.

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