Das Haus für Wohnungslose muss moderner werden

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In der Wärmestube von St. Elisabeth (v. l.): CDU-Stadtrat Paul Schneider, Inge Pfeifer (Sozialamt), Linke-Stadtrat Andreas Dionyssiotis, Amtsleiter Hans-Peter Reuter, Barbara Walter (Caritas), Hausleiterin Simone Weber, Caritas-Regionalleiter Markus Mengemann und Sozialbürgermeister Christian Baron. ⋌⋌Foto: Tom
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Mitglieder des Sozialausschusses besichtigen St. Elisabeth. Immer mehr Frauen sind wohnungslos.

Schwäbisch Gmünd

Menschen, die in einer Notlage für eine oder ein paar Nächte eine Unterkunft brauchen, oder Menschen, die seit Jahren auf der Straße leben - für sie alle ist St. Elisabeth in Gmünd eine zentrale Anlaufstelle. Doch nun muss das Gebäude an der Klösterlestraße saniert werden - vom Brandschutz über die Installationen bis zu den Räumen. Das werde etwa zwei Millionen Euro kosten, schätzt der Gmünder Sozialbürgermeister Christian Baron. Da die Stadt sich an diesen Kosten beteiligt, bekamen Mitglieder des Sozialausschusses am Mittwoch die Möglichkeit, das Haus zu besichtigen.

Sie sahen den Handlungsbedarf in dem Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts als Schwesternkonvent des Klosters Untermarchtal gebaut worden war. Inzwischen betreibt die Caritas Ost-Württemberg dort die Anlaufstelle für Wohnungslose. Auch die Stadt kann Menschen, die kurzfristig ein Obdach benötigen, dorthin schicken. Christian Baron unterstrich die große Bedeutung von St. Elisabeth für das soziale Netz in Gmünd.

Barbara Walter, bei der Caritas-Regionalstelle Fachleiterin Soziale Hilfen, und Hausleiterin Simone Weber erläuterten die Angebote in St. Elisabeth und den dazugehörigen Immobilien. Dazu gehört neben der Beherbergung auch die Beratung für Menschen, die erst in Gefahr sind, ihren Wohnsitz zu verlieren, ebenso wie die Auszahlung von Sozialleistungen an Wohnungslose. Zehn Menschen nehmen derzeit die Möglichkeit der Kurzübernachtung in Anspruch, zwölf Menschen leben im betreuten Wohnen, vier davon mit intensiver Betreuung. Ein Drittel der Hilfesuchenden sind Frauen. Dieser Anteil erhöhe sich zusehends, betonte Walter. Deshalb werde es notwendig, in einem Stockwerk einen eigenen Frauenbereich einzurichten. Die Ausschussmitglieder sahen beim Gang vom Keller bis zum Dachstock die altertümlichen Installationen und die altmodische Einrichtung. Manche Teile des Innenausbaus stehen unter Denkmalschutz. Die von den Ordensschwestern eingerichtete Kapelle, in der bis heute Gottesdienste abgehalten werden, soll als spiritueller Begegnungsraum erhalten werden. An der westlichen Außenwand an der Ecke Klösterle-/Parlerstraße müsse eine Feuertreppe angebaut werden, informierte Barbara Walter.

Der Förderverein für die Begegnungsstätte wolle 450 000 Euro als Beitrag zur Sanierung beibringen, berichtete Caritas-Regionalleiter Markus Mengemann. 250 000 Euro habe er bereits zusammen. Weitere Spenden seien willkommen. Insgesamt, so Barbara Walter, müsse eine Million Euro durch Spenden aufgebracht werden.

Wer die wohnungslosen Menschen in St. Elisabeth unterstützen möchte, kann dies auch durch Sachspenden tun, sagt Hausleiterin Simone Weber. Gefragt seien dabei frische oder haltbare Lebensmittel zum Beispiel Wurstdosen oder Dosen mit Fertiggerichten, Genauso wichtig seien Kosmetikartikel, zum Beispiel Duschgel.

St. Elisabeth und sein Förderverein

Der Förderverein Begegnungsstätte St. Elisabeth Schwäbisch Gmünd existiert seit 25 Jahren, ebenso lange wie die Wohnungslosenhilfe in St. Elisabeth. Er wurde mit dem Ziel gegründet, wohnungslose und andere hilfebedürftige Menschen in Gmünd unkompliziert zu unterstützen durch Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Häuser St. Elisabeth und St. Martin gehören der Gmünder Stiftung Elisabethenpflege.

Zum gemeinsamen Jubiläum gibt es am Sonntag, 2. Oktober, ab 10.30 Uhr einen Festgottesdienst im Heilig-Kreuz-Münster, zu dem der Förderverein St. Elisabeth und die Caritas Ost-Württemberg gemeinsam einladen.

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