Das Jahr 2050 schon im Blick

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Wald-Initiative für die Umweltbildung: Schülerinnen und Schüler der Parkschule mit Initiatoren des Wald-Erlebnis-Projekts.
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Wald-Erlebnis-Projekt mit Schulen soll den Blick auf aktuelle Entwicklungen schärfen. Preisträger verbringen zwei Tage im Wald.

Schwäbisch Gmünd

Sie gehen fürs Klima nicht auf die Straße, sondern in den Wald: Die Klasse 5b der Parkschule Essingen geht im Taubentalwald in Schwäbisch Gmünd dem Klimaschutz auf den Grund, erfährt beim Waldpädagogik-Projekt den direkten Zusammenhang zwischen Verhalten und Veränderung. Am Nachmittag führt ein Planspiel im Wald die Schülerinnen und Schüler ins Jahr 2050. Dabei erfahren sie, welche Schritte 2021 nötig sind, um das Leben 2050 erträglicher zu machen. Hinter dem Projekt stecken die Kreissparkasse Ostalb, der Ostalbkreis und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Die Kinder erleben die Diskussionen um Klima, Ökologie und Nachhaltigkeit“, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse vor Ort im Forstpavillon beim Taubentalwald. Sie bemängelten, dass viel geredet werde, dass aber nichts passiere. Deshalb gebe es diese Aktion, bei der die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt stehe. Dr. Joachim Bläse schätzt es, dass sich so viele Schulen für das Vorhaben gemeldet haben.

Am Ende entschied das Losglück. Die Kinder der Parkschule Essingen – es geht um den ersten Preis –sind dem Umweltschutz nicht nur theoretisch auf der Spur, an diesem Mittwoch geht das Waldpädagogik-Projekt in der Praxis weiter. Gemeinsam mit Fachleuten der Forstverwaltung dürfen sie im Wald bei Schwäbisch Gmünd-Weiler 300 Bäume pflanzen. Förster Wolf Noack: „Ziel ist es, den Schulkindern in einer ganz besonderen Atmosphäre aufzuzeigen, was ihre eigene Lebensweise mit dem weltweiten Klimawandel zu tun hat, was der Wald und die Natur uns für mögliche Lösungsansätze liefern und wie wir Einfluss darauf nehmen können.“

Umweltbildung ist auch das Ziel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, wie Jens-Olaf Weiher, Vorsitzender des Kreisverbandes, betont. Er erinnert an die langjährigen Aktivitäten der Gemeinschaft, an die Baumpflanzungen in der Nachkriegszeit wie an die aktuellen Herausforderungen. Dafür stehe zum Beispiel die „Alarmstufe grün“, ein interaktives und informatives Wald- und Klima-Planspiel. Wichtig sei, „dass die Angebote auch angenommen werden“.

Im aktuellen Fall klappt es. 21 Schulen haben sich am Waldpädagogik-Projekt beteiligt. Darauf weist der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ostalb, Markus Frei, hin.

Abtauchen im Wald

Auch der zweite und dritte Preis, den die Klasse 5b der Buchenbergschule Ellwangen und die 6a der Schäfersfeldschule Lorch gewonnen haben, sei pädagogisch wertvoll: „Es gibt je drei Termine mit dem Waldmobil vor Ort in den Schulen.“ Die Kreissparkasse pflege Nachhaltigkeit nicht nur auf dem Papier, sondern ganz real an vielen Stellen. Die Sparkassen-Stiftung unterstütze etwa das ganz in der Nähe des Forstpavillons gelegene Streuobst-Zentrum. „Es geht darum, das Thema Nachhaltigkeit in der Bildung zu verankern.“ Dazu sei es wichtig, die Themen griffig zu gestalten. Die Urkunde über die Teilnahme am Waldpädagogik-Projekt übergibt Markus Frei an Michael Bischoff, Lehrer an der Parkschule.

Die Funktionen des Waldes für die Umwelt und die Menschen liegen Gmünds Erstem Bürgermeister Christian Baron am Herzen. Nachhaltige Entwicklung und Ökologie sieht er als Schwerpunkt in der aktuellen Bildungslandschaft. Er lädt die am Wettbewerb Waldpädagogik Beteiligten zum Verweilen im Taubentalwald sein. Jens-Olaf Weiher bestärkt sie und verteilt die Holz-Murmeln für die Wald-Kugelbahn, die fast bis ins Tal führt. Die eigentlichen Gewinnerinnen und Gewinner des Tages, die Kinder aus Essingen, sind längst ins Waldleben abgetaucht, versuchen, das Planspiel 2050 an den einzelnen Stationen erfolgreich zu meistern.

Ökologie und Klimaschutz aktiv zu gestalten, darum geht es im Wald-Erlebnis-Projekt von Kreissparkasse Ostalb, Ostalbkreis und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

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