Das Konzept für den Radverkehr in Gmünd: drei Hauptachsen plus ein City-Ring

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So soll der Radweg-Altstadtring in Gmünd künftig verlaufen. Nach Osten, Süden und Westen werden davon drei Hauptrouten stadtauswärts führen.
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Klarenbergstraße, Schwerzerallee und Werrenwiesenstraße will die Stadt zu Fahrradstraßen umgestalten - in denen Autos aber weiter erlaubt sind.

Schwäbisch Gmünd

Gmünd soll fahrradfreundlicher werden: mit drei klaren Hauptrouten aus Ost, West und Süd und einem „City-Ring“ für Radfahrer. Dafür hat sich der Bau- und Umweltausschuss des Gmünder Gemeinderats am Mittwoch einstimmig ausgesprochen. Es soll ein Konzept „aus einem Guss“ sein, betont Oberbürgermeister Richard Arnold.

Mehr sichere Wege - mehr Leute, die mit dem Rad fahren. Diese Gleichung ist auch für die Planung in Gmünd der Grundgedanke. „Wir wollen mehr Menschen aufs Rad bringen, indem wir für die Alltagsradler die Strecken attraktiv machen“, sagt Franka Zanek, die Leiterin des Amts für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung. Durch die ausgewiesenen Routen soll der Anteil des Radverkehrs in der Stadt deutlich gesteigert werden.

Mehr Verkehrsraum für Radler wird auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmer gehen müssen.:„Es wird immer ein Geben und Nehmen sein“, meinte Stadtrat Christof Preiß (CDU). Karl Miller (Grüne) betonte: „Es geht nicht, ohne dass wir woanders Flächen wegnehmen. Den Mut müssen wir als Gemeinderat haben.“

Von den drei geplanten Hauptrouten in Richtung Innenstadt ist die Klarenbergstraße als erstes dran: Die geplante Umgestaltung zu einer Fahrradstraße ist im vergangenen Sommer angelaufen und mit Anliegern diskutiert worden, die Stadt rechnet in den kommenden Wochen mit einem Bescheid zur Förderung durch das Regierungspräsidium, dann kann der Umbau bis zum Sommer stattfinden.

Die weiteren Hauptrouten stadtein- und stadtauswärts sollen im Westen durch die Schwerzerallee und die Römerstraße und im Osten durch Wilhelmstraße und Werrenwiesenstraße verlaufen. Eine vollkommene Sperrung dieser Achsen für den motorisierten Verkehr sieht das Konzept nicht vor. Auch die Planung, sie zu Fahrradstraßen zu machen, ist im Konzept mit der Einschränkung „möglichst“ versehen worden.

Knifflig an den Knotenpunkten

Mit diesem „strategischen Ansatz“ könne man etwas anbieten, „was logisch ist, was auf eine Postkarte passt“, lobte Richard Arnold den Entwurf. Was nicht heiße, dass die Umsetzung simpel sei. Auf Problemstellen wiesen einige Stadträte hin. „Was jetzt wichtig ist, sind die Knoten, das wird nicht so einfach“, meinte Karl Miller. Andreas Benk (Linke) sieht „Konflikte vorprogrammiert, zum Beispiel in der Kapellgasse, da drängen sich Fußgänger, Radfahrer und Busse“. Eine andere problematische Stelle sei die Querung der Königsturmstraße.

Wie viel Geld genau in die Radrouten investiert werden kann in diesem und dem kommenden Jahr, kann die Stadt selbst noch nicht genau sagen. Klar ist, dass im Doppelhaushalt 2022/2023 300  000 Euro dafür zur Verfügung zur Verfügung stehen. Dazu kommen Fördergelder, die es beim Radwegebau häufig zu holen gibt.

Es geht nicht, ohne dass wir woanders Flächen wegnehmen.“

Karl Miller,, Grünen-Stadtrat

Die Verkehrsregeln in Fahradstraßen

  • Fahrradstraßen sind laut Straßenverkehrsordnung nur für Fahrräder erlaubt. Autos können aber durch ein Zusatzschild erlaubt werden; in der Praxis ist die Regelung verbreitet, dass Anlieger fahren dürfen oder es einen Einbahnverkehr gibt für Autos.
  • Autofahrer müssen sich nach dem Tempo der Radler richten. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle 30 km/h. Zu den Vorrechten der Radler in Fahrradstraßen gehört auch, dass sie nebeneinander fahren dürfen – auch wenn ein Auto sie dadurch nicht überholen kann.

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