Das Kurzfristige stört viele

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Wie es den Betreibern von Fitnessstudios und anderen Sportstätten im erneuten Lockdown geht.

Schwäbisch Gmünd. Fitnessstudios und andere Sportstätten gehören zu den Betrieben, die bereits am längsten vom sogenannten Lockdown light und nun vom Lockdown betroffen sind. Sie erzählen unter anderem, warum ein verlängerter Lockdown die Planungen einfacher machen würde.

Runwald Schopf ist Geschäftsführer des Fitnessstudios "Squash & Fit" in Waldstetten – wie viele andere Studios bietet sein Team Online-Kurse an. "Was besonders gut läuft, sind unsere Reha-Kurse", betont er. Der Reha-Sport kann weiterhin betrieben werden. Die Kurse alleine könnten allerdings nicht die Krise abfedern. Das Hauptgeschäft mache der familiengeführte Betrieb mit dem Fitnessstudio. "Für die Zeit, in der wir geschlossen haben, rechnen wir auch nichts ab", erklärt Schopf. Bereits geleistete Mitgliedsbeiträge werden entweder zurücküberwiesen oder mit Monaten, in denen das Studio wieder geöffnet hat, verrechnet. Viel Aufwand sei eine Folge der kurzfristig angeordneten Lockdowns. Da sei es ihm als Betreiber lieber, wenn die Schließungen von vornherein längerfristig angesetzt werden: "Wir brauchen viel Zeit, um die Technik hochzufahren, teilweise dauert das 14 Tage." Der Branche gehe es sehr schlecht, betont Schopf. "Wir haben aber zum Glück Rücklagen und jetzt zum Beispiel Zeit zu renovieren."

Unsicherheit für Mitarbeiter

Ähnlich sieht das Berti Knoll, Betreiber der gleichnamigen Tanzschule: "Wir könnten Gutscheine verkaufen, wissen aber nicht, wie lange wir überhaupt schließen müssen." Er habe Verständnis für die Maßnahmen – dennoch mache es den Mitarbeitern zu schaffen, derzeit nicht planen zu können. In der Zwischenzeit bleiben die Tanzlehrer mit ihren Kunden per Whatsapp in Kontakt. "Wir schicken dort Videos von den Figuren, die sie zu Hause üben können", erläutert Knoll. Virtuell erfolgt derzeit auch der Unterricht des "YogaRaums". Der Unterricht findet per Livevideo-Sessions statt. "Aber wir schneiden auch immer alles mit, falls jemand zu den Stunden keine Zeit hat", sagt Betreiberin Birgit Dengler. Neben bestehenden Mitgliedern können Interessierte auch einzelne Online-Stunden buchen. Dabei sei eine Yoga-Stunde zu Hause für viele gar nicht so einfach umzusetzen, wenn alle Familienmitglieder daheim sind. "Viele haben bei uns sonst einen Raum für sich", erläutert Dengler.

Die Leute fehlen

Auch sie ist zwiegespalten, wenn es um eine frühzeitige Öffnung geht. "Es ist so viel Aufbauarbeit, Ängste abzubauen und die Leute wieder in den Yogaraum zu holen", sagt Dengler. Denn das habe sie bereits im Juni erlebt. "Andererseits fehlen einfach die Leute und das körperliche Feedback", ergänzt sie. "Wir machen ja Yoga für die Menschen, und nicht für die Kamera." Trotzdem freut sie sich über jeden Teilnehmer. Kostenlose Kurse gibt es auch – unter anderem speziell fürs Homeoffice.

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