Das Licht als Zeichen für Nähe

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Eine Lichterkette zwischen der Augustinuskirche und dem Münster symbolisiert die Verbindung von evangelischen und katholischen Gläubigen. An Heiligabend wird es weitere ökumenische Gottesdienste auf dem Münsterplatz geben.

Die beiden Gmünder Dekane Ursula Richter und Robert Kloker eröffnen am Samstagabend in ökumenischer Gemeinschaft den Advent.

Schwäbisch Gmünd

Weil Licht, Hoffnung und vor allem auch Zusammenhalt in diesen Zeiten besonders wichtig sind, setzen die beiden Gmünder Dekane Ursula Richter und Robert Kloker auch im Advent auf die Ökumene. Am Samstag luden Münster- und Augustinusgemeinde zu einer ökumenischen Adventseröffnung in die Augustinuskirche ein. Gemeinsam feierten die Geistlichen mit rund 50 Gläubigen eine halbstündige liturgische Andacht, der das "Ökumenische Hausgebet im Advent" zugrunde lag, zu dem die christlichen Kirchen in Baden-Württemberg am 7. Dezember mit Glockengeläut einladen.

"Viele warten im Advent auf das Christkind", führte Robert Kloker in das Thema ein. Klein und niedlich stelle man sich dieses Kind vor. Als biblisches Leitwort stehe über dem ersten Advent aber die Ankündigung aus dem Propheten Sacharja (9,9): "Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.” Kind oder König sei deshalb die Frage. "Jesus ist beides", er komme ohnmächtig und schwach in die Welt, ein Kind, in dem Gott ganz Mensch werde. Zugleich komme Jesus als König, aber nicht als einer, der Respekt verlange und vor dem man sich niederwerfe, sondern er komme auf dem Lasttier der armen Leute.

Auf dem Titelbild des ökumenischen Hausgebets ist das Christusfenster von Rudolf Yelin in der Stuttgarter Stiftskirche abgebildet, auf dem der Esel besonders klein und zart ist, und Jesus, der fast die ganze Bildfläche einnimmt, besonders groß; die Arme hat er weit ausgebreitet. Der Esel mache die Absicht kund, dass ein Friedensfürst komme, ein segnender König, fuhr Kloker fort, der auf dem Weg zu den Mühseligen und Beladenen sei.

"Wir können auf ihn vertrauen, dass er hilft", führte Dekanin Richter den Gedanken weiter. Advent deutete sie als eine Zeit, in der man auf Jesus als Kind und König warte. Angesichts der Einschnitte, die Corona mit sich bringt, forderte sie die Gemeinde auf: "Erwarten wir auch in diesem Advent, dass er die Arme ausbreitet."´Am Ende ging die Theologin auf die Bedeutung des Lichts in Zeiten von Corona ein: Ein Licht anzuzünden, sei besser, als die Dunkelheit zu beklagen. Dort, wo es ganz dunkel ist, werde es gar zum Zeichen für Nähe – trotz des derzeit gebotenen Abstandhaltens. Beim anschließenden "Vater unser" verwies Robert Kloker auf den Vers "Dein Reich komme", wodurch es auch ein adventliches Gebet sei.

Nach einem weiteren Orgelstück, gespielt von Bezirkskantor Thomas Brückmann, ging die Andacht draußen weiter, wo eine Lichterkette zwischen der Augustinuskirche und dem Münster gelegt wurde, die Richter als ein Zeichen dafür deutete, "dass wir als evangelische und katholische Christen mit der Hoffnung auf das Licht leben". Sie nannte es eine tollte Fortschreibung des Kreidestrichs und des roten Bandes, die zu Beginn des Lockdowns Mitte März und an Pfingstmontag schon zwei Mal die beiden zentralen Gotteshäuser verbanden.

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