Das Paletti präsentiert sich von seinen vielen Seiten

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Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration (2. v.r. vorne), besucht auf ihrer Sommertour auch das Kulturcafé Paletti. Auch Landtagsabgeordnete Martina Häusler (1. v.r.) lauschte den vielen Rednerinnen und Rednern.
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Das Gmünder Kulturcafé zeigt sich anlässlich des Besuchs von Staatssekretärin Dr. Ute Leidig in seiner ganzen Vielfalt.

Schwäbisch Gmünd

Hilal Okumus ist in Schwäbisch Gmünd geboren. Zwar wohnt sie seit einiger Zeit nicht mehr direkt in der Stadt, „den Anschluss an unsere Heimatstadt Gmünd haben wir aber nie verloren“. 2018 wollte sie sich wieder gemeinnützig engagieren. Sie stieß auf das Kulturcafé Paletti in der Innenstadt. „Die Atmosphäre war total heimelig“, erinnert sie sich an den ersten Besuch. Mit offenen Armen wurde sie begrüßt. „Man hat mich und meine Anliegen ernst genommen.“ Inzwischen ist sie festes Mitglied im Kulturcafé, das für jede und jeden Raum bietet. Egal welchen Geschlechts, welchen Bildungsstands oder welcher Herkunft. „Jeder ist hier willkommen“, sagt Hilal Okumus. Davon konnte sich Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, überzeugen.

Deshalb Hilal Okumus ist nicht die einzige, die im Paletti einen Ort zum Wohlfühlen gefunden hat. Da wäre zum Beispiel Mijung Cho, Spitzname Mimi, aus Südkorea. Die freie Musikerin begleitet Gottesdienste oder den Frauenchor „Coral Alegria“ etwa mit dem Klavier.

Im Café leitet sie außerdem den offenen Treff, bei dem verschiedene Kulturen und Altersgruppen aufeinandertreffen. Als sie vor 18 Jahren nach Deutschland kam, habe sie sich einsam gefühlt. „Jetzt freue ich mich immer darauf, die neuen Leute kennenzulernen“, sagt sie.

Das Paletti ist noch für viele weitere Menschen zum Ort der regelmäßigen Begegnung geworden. Sei es für Mehwish Iftikhar aus Pakistan, die als Physik- und Mathematiklehrerin naturwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt. Oder Vathang Sathanadarajah, die den Nähkurs unterrichtet. Warum sie gern im Kulturcafé ist? „Ich mag das Paletti, weil es viele kostenlose Kurse anbietet.“ Verónica Cárdenas de Sattler hingegen unterrichtet Spanisch und leitet den Chor „Coral Alegria“. Auch Peter Stebbing aus England besucht das Paletti regelmäßig. Denn: „Einsamkeit bringt Krankheit und weitere Probleme.“

Einen Weg für Förderung finden

„Letztendlich sind wir hier zur Integration“, sagt Hilal Okumus. Und dafür seien die deutschen Frauen und Männer, die sich im Café engagieren, unverzichtbar. „Sie öffnen uns die Tür für Integration.“ Staatssekretärin Leidig ist von dieser Präsentation beeindruckt. „Ich bin gerührt und begeistert“, sagt sie. Ihre Sommertour durch Baden-Württemberg führt sie ins Kulturcafé Paletti. Für sie „ein sehr sehr schöner Ort“.

Leidigs Besuch nutzen die Ehrenamtlichen des Cafés auch dafür, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Denn bei kostenlosen Kursangeboten, die zusammen mit der Bewirtung durch die Gastronomie eingeschränkt wurden, ist der Betrieb ein Kraftakt. „Mein Wunsch an Sie: Wie können Sie uns unterstützen, damit wir weiterhin so agieren können“, möchte Angelika Grimmbacher, Vorstandsmitglied des Vereins, der das Café betreibt, wissen. Ob und wie genau eine Unterstützung klappen könnte, das kann Leidig nicht sagen. Aber: „Irgendeinen Weg gibt es. Das kann ich mir nicht anders vorstellen.“ Auch Landtagsabgeordnete Martina Häusler lauschte den Rednerinnen und Rednern aufmerksam. Auf das Café und den Verein, der aus einer privaten Initiative entstand, „da kann man stolz darauf sein“.

Jeder ist hier willkommen.“

Hilal Okumus, Mitglied des Kulturcafés

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