Das Problem erkennen und sein Verhalten ändern

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ODIS-Projektleiterin Heike Taglang, Geschäftsführer der Sozialberatung Gmünd, Dieter Strobel, Layouter und Redakteur Jan-Philipp Strobel.

Die Gmünder Sozialberatung will mit ihrer MPU-Fibel über Drogen im Straßenverkehr aufklären.

Schwäbisch Gmünd. Die neu erschienene MPU-Fibel der Sozialberatung Schwäbisch Gmünd richtet sich gleich an zwei Gruppen. Sie soll sowohl ein präventives Informationsbuch für interessierte Verkehrsteilnehmer als auch einen Leitfaden für Leute sein, die ihren Führerschein aufgrund von Drogen im Straßenverkehr verloren haben. Die MPU-Fibel gibt einen Überblick zum Thema Drogen im Straßenverkehr und damit verbundene Gefahren und Konsequenzen. Die Fibel enthält außerdem wichtige Informationen zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis und zur Medizinisch Psychologischen Untersuchung.

In den vergangenen Jahrzehnten sind die Fallzahlen von Alkohol- und Drogenmissbrauch im Straßenverkehr und damit einhergehend auch Führerscheinverluste zunehmend angestiegen. Die MPU-Fibel der Sozialberatung soll einen Betroffenen einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) zusätzlich zum Beratungsangebot erfolgreich auf die bevorstehenden Tests vorbereiten. Dabei stehen aber im Gegensatz zu verschiedenen kommerziellen Anbietern, die nur auf das Bestehen der Prüfung und Gewinnmaximierung abzielen, als Erstes die Abstinenz und das Erkennen der Drogenproblematik des Klienten im Vordergrund. Somit hat eine langfristige Abstinenz und damit auch das sichere Führen eines Fahrzeuges oberste Priorität.

Die Ziele des MPU-Vorbereitungsprogramm "ODIS" der Sozialberatung Gmünd: eine Führerscheinberatung, MPU-Vorbereitung sowie ODIS – Ohne Drogen im Straßenverkehr.

Seit 2006 beratet die Sozialberatung Drogenkonsumenten, die ihren Führerschein aufgrund von Drogenkonsum verloren haben und zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis eine MPU absolvieren müssen. Drogenauffällige Kraftfahrer mit einer ausgeprägten langjährigen Suchtproblematik sollten im Vorfeld der MPU in der Regel eine Therapiemaßnahme durchführen und werden von der Sozialberatung, je nach Notwendigkeit, in eine stationäre oder in eine ambulante Therapie vermittelt. Hier bietet unser ambulantes Therapieprojekt "CleanStart" die Möglichkeit, die Klientel ambulant zu behandeln und in diesem Kontext auch in MPU-Angelegenheiten zu begleiten. Betroffene, die noch keine ausgeprägte Suchtproblematik mit stark verfestigten Konsummustern aufweisen, meist junge Drogenkonsumenten, werden in das besondere MPU-Beratungsprogramm ODIS aufgenommen und in diesem Rahmen auf ihre MPU vorbereitet. Im Jahr 2018 hat die Sozialberatung insgesamt 50 Personen zu MPU–Fragen beraten oder bei der Wiedererlangung der Fahrerlaubnis unterstützt und entsprechend auf ihre MPU vorbereitet. Insgesamt 21 Personen wurden 2018 neu im ODIS Projekt aufgenommen. Der Verlust der Fahrerlaubnis verursacht bei den Betroffenen in der Regel eine Vielzahl von Problemen.

Der Arbeitsplatz kann plötzlich gefährdet sein, junge Menschen können Schwierigkeiten bekommen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Hinzu kommt, dass in Verbindung mit der Wiedererlangung der Fahrerlaubnis auf die Betroffenen enorme Kosten zukommen. Bei unserem besonderen Beratungsprogramm ODIS versuchen wir die Kosten für die Betroffenen niedrig zu halten. Ziel ist, dass die Ursachen des Drogenkonsums erkannt werden und das Verhalten geändert wird.

Die MPU-Fibel gibt's im Internet unter www.sozialberatung-gmuend.de/downloads/

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