Dekane für gemeinsames Abendmahl

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Dekanin Ursula Richter und Dekan Robert Kloker erhielten bei ihrer ökumenischen Andacht zu Fronleichnam vor der Johanniskirche begeisterten Beifall.
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Ursula Richter und Robert Kloker ernten bei ihrer Andacht zu Fronleichnam Beifall für den Wunsch nach mehr Miteinander der beiden Konfessionen.

Schwäbisch Gmünd

Noch dürfen die Christen beider Konfessionen nicht ein gemeinsames Abendmahl zelebrieren. Doch wenn es nach dem katholischen Dekan Robert Kloker und der evangelischen Dekanin Ursula Richter geht, sollte es schon bald so weit sein. Diesen Wunsch banden die beiden bei ihrer ökumenischen Andacht zu Fronleichnam angesichts des schmucken Blumenflors vor der Johanniskirche und vieler Gläubiger in die Fürbitten ein.

„Viele sehnen sich danach, dass wir unkompliziert - glaubend, hoffend, liebend – das Brot des Lebens teilen können“, verdeutlichte Dekanin Ursula Richter. „Dass die Gastfreundschaft dazu, ganz offiziell, von Herzen erlaubt ist. Christus lässt sich in keine Mauern und Dogmen einsperren. Der Geist weht, wo er will.“ Dekan Robert Kloker fragte: „Könnten nicht vielleicht die vorhandenen Ressourcen, also das Verbindende, nicht auch schon ausreichend sein, um sich am Tisch des Herrn gemeinsam versammeln zu können?“ Und er erinnerte, dass darauf katholische und evangelische Theologen mehrfach aufmerksam gemacht haben. „Sollte ihnen nicht mehr Gehör geschenkt werden?“

Beide Theologen hatten den ökumenischen Kirchentag mit seinem Motto „Schaut hin“ in ihren Texten in den Mittelpunkt gestellt. Das Motto fand sich auch auf dem Blumenflor vor der Johanniskirche zu Fronleichnam wieder. Gelegt aus unzähligen Blüten. Da kurz vor der Andacht noch Vögel über den Flor spazierten, kümmerte sich Sabine Haug noch schnell um die Wiederherstellung der floristischen Ordnung. Sie war es auch, die gemeinsam mit Walburga Hiegler-Beil, Martina Nowotny, Suheila George, Hubert Karolak und Krzysztof Czapka den Blumenteppich gelegt hatte.

„Schaut hin“ war denn auch die Aufforderung an die Besucher in der Andacht durch die Dekane. Nämlich auf die Gemeinsamkeiten im Glauben beider Konfessionen. Dekanin Richter erinnerte an die gemeinsamen Veranstaltungen, die, pandemiebedingt, von beiden Kirchen ins Leben gerufen worden waren. „Hätten Sie gedacht, dass wir mal gemeinsam Heiligabend auf dem Münsterplatz feiern? Eine gemeinsame Liturgie zu Karfreitag gefunden wird oder ein rotes Band zu Pfingsten vom Münster bis zur Augustinuskirche gespannt wird?“ Richter verwies darauf, dass „das Einfache, das Grundlegende in dieser Zeit allen so wertvoll geworden ist. „Und wir entdeckten, wie viel das ist.“ Auch das Lebensbrot sei so eine einfache, grundlegende Sache, verdeutlichte die Dekanin. „Es ist ja der Leib Christi, den Sie heute in Ihrer Kirche in besonderer Weise verehren“, wandte sie sich an die Katholiken. „Alle, die an Christus glauben, haben Anteil an ihm.“

Und beide Geistliche gingen auf die im Markusevangelium geschilderte Speisung der 5000 ein. Wo letztlich fünf Brot und zwei Fische alle satt machten, dass sogar noch etwas übrig geblieben war. „Was sind unsere Ressourcen, was haben wir zum Teilen, zum Anbieten, zum Gestalten?“, fragte Dekan Robert Kloker. Die Brotvermehrungsgeschichte mache doch viel Hoffnung. Denn: Auch wenn es nur wenig erscheint, was vorhanden ist, im Teilen und im Vertrauen auf Gott kann viel daraus wachsen“, stellte Kloker fest.

Nach dem Segen, den beide Geistliche zum Abschluss spendeten, gab es starken Beifall der Besucher auf dem Johannisplatz.

Viele sehnen sich danach.“

Dekanin Ursula Richter, zum gemeinsamen Abendmahl

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