Schlamm nach Unwetter von Hand abtragen

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Fleißig gegen die Schlammdecke: 35 000 Euro fallen allein für die Entsorgung des Schlamms an. Der muss von Hand abgetragen werden, große Maschinen würden auf dem Untergrund noch mehr Schaden anrichten.
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Wie der Gmünder Tennisverein zum zweiten Mal vom Hochwasser getroffen wurde und wie es dort jetzt weiter geht.

Schwäbisch Gmünd

Die Tennisanlagen des Gmünder Tennisvereins liegen idyllisch in der Richard-Bullinger Straße am Waldrand, ein Bach trennt das Gelände. Für die Wintersaison stehen drei Hallenplätze mit Teppichbelag den rund 400 Mitgliedern zur Verfügung. Am 9. Juni konnten die Coronaverordnungen wieder das Spiel auf den Plätzen zulassen. Dann kam die Nacht auf Donnerstag, 24. Juni, mit dem Starkregen.

Fluten wie auf einer Autobahn

Ab zwei Uhr morgens habe sein Telefon „am laufenden Band geklingelt“, erzählt Vorsitzender Rudi Groß davon, wie er von dem enormen Wasserschaden bei den Tennisanlagen erfahren hat. Sofort kamen die Gedanken an das Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2016 auf, der damalige Schaden belief sich auf rund eine halbe Millionen Euro. In diesem Jahr traf das Hochwasser die Sportanlagen erneut mit voller Wucht, allerdings sei das Wasser nicht, wie man vermuten könnte, „vom Bach gekommen“, sondern es seien massiv die Plätze „jenseits des Bachs“ betroffen. Die Wasser- und Schlammflut sei von der Straße „wie auf einer Autobahn“ in das Gelände eingebrochen, auch von der benachbarten Firma Bosch AS seien enorme Wassermassen vom Firmengelände auf die Anlage geströmt. Man habe von der Regenflut vor fünf Jahren gelernt und schneller und aktiver reagiert, meint Rudi Groß. Damals mussten die Böden samt Estrich und Fußbodenheizung erneuert werden. Am stärksten betroffen sind diesmal die Hallenplätze, die Umkleiden und die Trainerwohnung, „nahezu alles ist zerstört“. Im neuen Katastrophenfall habe man sofort damit begonnen, das Wasser abzusaugen und Trockengeräte in den betroffenen Gebäudeteilen zu installieren, „dadurch stinkt alles fürchterlich“. Auf diese schnelle Reaktion setzt der Vorstand seine Hoffnung, dass die Schadenshöhe heuer nicht so hoch ausfällt. Aber die Böden seien unter dem Estrich mit Styropor isoliert, wenn dieses feucht wird, bilden sich Schimmelbakterien. Jetzt müssen hunderte von Löchern gebohrt werden, in die mittels Hochdruck Desinfektionsmittel eingeblasen wird. „Wir hoffen, dass dieses Vorgehen funktioniert.“ Von der Versicherung wurde ein Gutachter beauftragt. Dass der Schaden übernommen wird, stellt Groß nicht in Frage, vielmehr stelle sich das Problem, ob hier eine „Weiterversicherung“ möglich ist, „die Versicherung stellt sich zu Recht die Frage, wie zwei Jahrhunderthochwasser in fünf Jahren entstehen können“.

Stinkende Schlammdecke

Und das nächste Problem, es sind nur die Gebäude versicherbar, „die Schäden an den Plätzen müssen wir selbst regulieren“ und diese sehen „verheerend aus“, eine stinkende Schlammdecke liegt über den betroffenen fünf Plätzen. 35 000 Euro fallen allein für die Entsorgung des Schlamms an und der muss von Hand abgetragen werden, „große Maschinen würden auf dem Untergrund noch mehr Schaden anrichten“. Zumindest habe Baubürgermeister Christian Baron und eine Abordnung des Tiefbauamts den Schaden in Augenschein genommen und Hilfe in Form von Maschinen in Aussicht gestellt, von der Stadt Gmünd erhofft sich Groß ein „Entgegenkommen bei der Schlammentsorgung“.

Zumindest für die Mieter der zerstörten Wohnung konnte seitens der Stadt eine Unterkunft gefunden werden. Hilfe kommt auch vom Vorsitzenden des Sportkreis Ostalb, Manfred Pawlita, der sich beim WLSB für Unterstützung einsetzt. Bitter sei jetzt die Situation für die Trainer, die nach siebenmonatiger Pause erneut finanzielle Einschnitte hinnehmen müssten.

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