Der Bauer als Lebensmittelversorger

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Tag der Bauern Regina und Manfred Regele
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Gabriele und Manfred Regele werben mit dem Verein „Land schafft Verbindung - Hohenlohe-Franken“ für eine regionale Landwirtschaft mit weniger Verordnungen und weniger Flächenverbrauch.

Schwäbisch Gmünd

Viele kennen sie noch vom Gmünder Bauernmarkt freitags auf dem Johannisplatz. Dort hat Gabriele Regele Wurst verkauft. Und Eier. Kleine, mittlere und große. Von spanischen, französischen und schwäbischen Hühnern. Am Mittwoch war Regele mit ihrem Mann Manfred auf Gmünds Wochenmarkt. Sie warben für die Landwirtschaft. Eine regionale Landwirtschaft. Deshalb haben Gabi und Manfred Regele mit weiteren Landwirten den Verein „Land schafft Verbindung LsV Hohenlohe-Franken“ gegründet. Inzwischen habe der Verein etwa 150 Mitglieder, sagt Manfred Regele. Sie alle machen sich stark für „faire Lebensmittelpreise“. Und dafür, dass Auftrag und Aufgabe der Landwirte ist und bleibt, Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Diesen Auftrag hätten die Landwirte nicht mehr. Der Verein sieht sich dabei als Alternative zum Bauernverband. Dieser, sagt Gabriele Regele, sei zu nah an der Lebensmittelindustrie.

Auf den Wochenmarkt sind die beiden und weitere Mitglieder des Vereins gekommen, um mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Und ihnen Dank zu sagen. Ganz bewusst hätten sie dafür Mariä Lichtmess zum Anlass genommen. Dabei seien ihnen die Kunden vom Wochenmarkt am nächsten, sagt Manfred Regele. Denn sie wüssten, worum es gehe, sagt er. Und verdeutlicht: „um Regionalität“. „Ohne Bauern kein Brot“, ergänzt Gabriele Regele. Die Mitglieder von LsV Hohenlohe-Franken kritisieren zu viel Flächenverbrauch. Und Verordnungen. Solche wie die, dass von November bis Januar keine Gülle gefahren werden darf. Wider „besseres Fachwissen“. Denn fahre der Bauer im Dezember oder Januar morgens bei Frost aufs Feld, füge er dem Boden keinen Schaden zu. Den Tag über weiche der Boden auf, die Erde nehme die Gülle auf.

„Er ist Schwabe, vielleicht versteht er mich besser“, sagt Gabriele Regele zu Cem Özdemir (Grüne) als Landwirtschaftsminister. Sie möchte mit ihm über den „Weideschuss“ reden. Tiere dürfe man nicht auf der Weide schießen, wenn sie dort nicht ganzjährig seien, sagt Regele. Und fragt, wie sie auf der Ostalb im Winter Tiere auf der Weide lassen soll? Stattdessen müsse „Hans“, den sie über Jahre mit Äpfeln, Brezeln und Butterkeksen gefüttert hat, drei Stunden zum Schlachten gefahren werden. Was diesen in Stress versetze. Bei dieser Verordnung sei Deutschland strenger als die EU.

Dass es keinen Bauernmarkt mehr gibt, bedauert Gabriele Regele. Sie verkauft ihre Eier nun in Laubach. Die der französischen, spanischen und schwäbischen Hühner. Zu denen „Gretel“ gehört. Das Huhn ist in ganz Laubach unterwegs. Und wirbt für die Eier am Hof von Regeles.

Ohne Bauern kein Bort.“

Gabriele Regele,, Landwirtin aus Laubach

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