Der erste E-Scooter, der in Gmünd baden geht

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Im Wasser gelandet: Der E-Scooter unterm Kroatensteg im Josefsbach.
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Nach gut drei Wochen E-Scooter-Angebot in Gmünd: Ein erster Fall von Vandalismus und wieso der 24-Stunden-Rücktransport bald funktionieren sollte.

Schwäbisch Gmünd

Drei Wochen nach dem Start in Gmünd ist es passiert: Der erste E-Scooter ist im Wasser gelandet - im Josefsbach, direkt unter dem Kroatensteg, sahen Passanten den weiß-grünen Elektroroller der Firma Lime im knöcheltiefen Wasser liegen.

Diese Art von Vandalismus müssen die Roller-Betreiber einkalkulieren. „Das lässt sich nicht komplett vermeiden“, sagt Frank Thieme von Lime, „aber wir tun unserer Möglichstes, um es auszuschließen.“ In Gmünd ist es für Nutzer nicht möglich, einen Scooter direkt an einem Gewässer zu parken. „In einem Umkreis von 30 Meter haben wir eine Parkverbotszone, dort lässt sich die Leihe nicht beenden“, erklärt Thieme. Genau so ist es auch bei den Rollern des zweiten in Gmünd vertretenen Anbieters geregelt, das bestätigt Nico Reitemeier von Zeuss. Technisch funktioniert das so, dass die App dort keine Abmeldung durch den Nutzer akzeptiert; wer die Leihe nicht beendet, dessen Gebührenzähler läuft weiter. Es ist ein Gegenmittel, das solche Taten zumindest erschwert, indem der Aufwand für potenzielle Kaputtmacher steigt.

Der Roller im Bachbett ist bisher ein Einzelfall in Gmünd. „Uns ist kein weiterer Fall bekannt“, sagt Thieme. Auch Reitemeier hat keinen solchen Fall von Vandalismus registriert, nur ein paar „Jugenddummheiten“: „Der ein oder andere Roller ist ins Gebüsch geworfen worden.“

In anderen Städten ist das Problem ein Größeres: In Köln wurden im vergangenen Herbst bei einer Bergungsaktion von Tauchern insgesamt 113 E-Scooter aus dem Rhein gefischt, wie das Magazin „Der Spiegel“ damals berichtete. Tauchgänge braucht es im flachen Josefsbach keine. „Wir haben Mitarbeiter mit speziellem Gerät“, sagt Thieme. Und dass es schnell gehen soll: „Solche Roller bergen wir mit höchster Priorität.“ In der Regel seien die Scooter auch bald wieder einsetzbar. „Falls etwas defekt ist: jedes Teil ist austauschbar.“

Muss-Bestimmung: 24 Stunden

Der Alltagsjob der Lime- und Zeuss-Mitarbeiter ist es, die Roller an die festen Aufstellplätze zurückzutransportieren. Dafür gibt es in Gmünd eine Frist: Innerhalb von 24 Stunden muss das erledigt sein. Es ist keine Kann-Bestimmung, sondern eine Muss-Bestimmung, sagt Anja Tamm, die Gmünder Mobilitätsmanagerin. „Das war unsere Bedingung von Anfang an“, sagt Tamm. Die Regelung sei in der Genehmigung der Sondernutzung „explizit enthalten“.

Anja Tamm und ihre Kollegen wollen den beiden Scooter-Betreibern zunächst eine „Eingewöhnungsphase“ zugestehen. Dann aber soll die Zuverlässigkeit des Rücktransports ein Kriterium für eine mögliche Vertragsverlängerung sein. Tamm: „Die Sondernutzung ist auf ein Jahr beantragt.“ Anbieter, die beim Rücktransport Probleme haben, haben nach Ablauf der Zeit eher schlechte Karten auf Verlängerung. Es ist Wettbewerbsdruck da, versichert Anja Tamm: „Es gibt einen weiteren Anbieter, der Interesse hat.“

Lesen Sie dazu: E-Roller in Schwäbisch Gmünd - So geht das Ausleihen Schritt für Schritt

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