Der exklusive italienische Charme

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Klaus Przesdzink hinter dem Steuer seines Alfa Romeo Junior Zagato. Nur wenige des insgesamt rund 1500 Mal gebauten Autos findet man derzeit in der deutschen Zulassungsstatistik.
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Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. Was ein Jugenderlebnis mit dem Kauf des seltenen Oldtimers zu tun hat.

Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink

Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
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Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
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Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
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Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
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Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Klaus Przesdzink hinter dem Steuer seines Alfa Romeo Junior Zagato. Nur wenige des insgesamt rund 1500 Mal gebauten Autos findet man derzeit in der deutschen Zulassungsstatistik. Alle
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
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Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
Oldtimerserie Alfa Romeo Junior Zagato
Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
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Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom
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Der Alfa Romeo Junior Zagato von Klaus Przesdzink. © Tom

Schwäbisch Gmünd

Die Musikwelt richtet 1969 ihren Blick nach Woodstock. Um eine andere Art von Konsum geht es im gleichen Jahr in der Autowelt. Mercedes zeigt den Experimentalwagen C111, den solvente Käufer am liebsten gleich bestellen wollen, Audi bringt das 100-Coupé auf den Markt und bei den Alfa-Romeo-Händlern drücken sich Autobegeisterte die Nasen an den Schaufenstern platt: Der Alfa Romeo Junior Zagato  sieht erst mal aus wie von einem anderen Stern.

Anders als der seit Jahren produzierte GT-Junior von Bertone kommt das neue Modell glatt, kantig und mit futuristisch anmutender Frontabdeckung daher. Mit diesen Attributen lässt sich 1969 Eindruck schinden. Auf der Straße drehen sich die Leute danach um.

Auch  Klaus Przesdzink aus Schwäbisch Gmünd kennt das. Als ein Gmünder Modeboutique-Inhaber mit einem  Alfa Romeo Junior Zagato in der Stadt unterwegs ist, begeistert ihn diese Mischung aus italienischem Design und dem vielversprechenden Klang Alfa-Doppelnockenwellen-Motors. 

Die Nähe zu Autos aus der Alfa-Romeo-Sportwagenschmiede kommt bei   Klaus Przesdzink nicht von ungefähr. Der Vater, Kfz-Mechaniker, ist die Adresse für Alfa-Liebhaber in Schwäbisch Gmünd. Alfa-Schrauben gehört deshalb schon in der Jugend zum Alltag.

Bis Klaus Przesdzink selbst zum Alfa-Besitzer wird, vergehen aber noch ein paar Jahre. In der Garage steht zunächst noch ein anderer Oldtimer, ein Jaguar MK II. Mit dessen Restauration will er aber nicht starten. Das neue Haus bindet Kräfte, Nachwuchs kündigt sich an. Er verkauft ihn.

Jahre später sollte der Verkaufserlös doch wieder in einen Oldtimer fließen. Und da kommen ihm die Bilder des Alfa Romeo Junior Zagato in den Sinn. Das Exemplar in Schwäbisch Gmünd gibt es nicht mehr, es wurde bei einem Unfall zerstört. Ein Unternehmer in Leinfelden bietet zu der Zeit einen Zagato an und  Klaus Przesdzink ist dabei. „Der hatte drei Exemplare als Sammlerstücke, wollte einen los werden“ erinnert er sich.

 Was begeistert: Auf dem Tacho stehen 22 000 Kilometer und „die könnten echt sein, weil der Besitzer die Autos kaum bewegte“ , sagt  Klaus Przesdzink. Aber 31 Jahre gehen nicht spurlos vorbei: Auf den zweiten Blick zeigt sich die Arbeit. Vorne fehlt die Chromumrandung am Kühlergrill, der Heckabschluss ist vom Rost gezeichnet. Es müssen Reparaturbleche angefertigt werden. 2001 gibt‘s die Teile nicht einmal im Internet zu kaufen.

Aus gutem Grund: Für die Kleinstserien – die komplette Karosserie wird bei Zagato gefertigt – entstehen die Bleche in Handarbeit, werden über Holzgerippe gerichtet. Und unterscheiden sich von Stück zu Stück. Am Projekt Zagato arbeiten nun Vater und Sohn. Auch  Klaus Przesdzink kennt sich aus, ist beruflich Maschinenbaukonstrukteur. Ein Blick unters Auto schafft Gewissheit:   Der Unterboden hat in 31 Jahren auch abseits der Straße   gelitten, wird nun  zum Teil erneuert und mehrfach lackiert.

Zehn Jahre später ist der Neuwagencharakter zurück. „Läuft perfekt, schaltet perfekt“ sagt Klaus Przesdzink. Und trotz der für heutige Vorstellungen bescheidenen 87 PS  zeigt sich der Junior Zagato ganz munter, läuft gut 175 km/h und ist damit 1970 in prominenter Umgebung. Möglich macht das damals die Bauweise, die ein Leergewicht von 970 Kilogramm zur Folge hat.

Aber es zählt da nicht die Stoppuhr, es geht schlicht um ein Lebensgefühl. Um die Alfa-Linie, die im Zagato-Mantel noch exklusiver daher kommt. Dazu die interessierten Blicke der Alfisti unter die Motorhaube. Der Vierzylinder liegt prächtig in der Mitte, umgeben von – im Fall von Klaus Przesdzink – einer perfekt herausgeputzten Umgebung. Da glänzen der Bremskraftverstärker ebenso wie die (neuen) Schlauchverbindungen. 

Zum Einsatz kommt der Alfa Romeo Junior Zagato heute vor allem bei Ausfahrten des Vereins „Freunde Historischer Fahrkultur Staufen Ostalb“, dessen Schatzmeister  Klaus Przesdzink ist. Eine Fahrt bleibt ihm dabei besonders in Erinnerung. Die führt die Clubmitglieder ins Zillertal. Es regnet wie aus Kübeln, als sie auf der Autobahn Richtung München unterwegs sind. Kurz vor einer Baustelle hinter Augsburg hören sie einen kleinen Schlag aus dem Motorraum. Die Folgen werden schnell deutlich: Die Wassertemperatur steigt. Und das mitten in der Baustelle. Der Keilriemen hat sich verabschiedet. „Wir haben alle Ängste ausgestanden bis zum Baustellenende, dann kam die Raststätte Augsburger Seen in Sicht und wir konnten erst einmal durchatmen.“ Beeindruckt habe ihn dann die Leistung des ADAC, der innerhalb einer Stunde einen Keilriemen für den Oldtimer besorgen und einbauen konnte.

Weil  Klaus Przesdzink nicht nur die Karosserie restauriert, sondern auch die Technik gründlich inspiziert hat, ist es bei dieser einen Panne geblieben. Ein zuverlässiges Auto also, das nur spärlich Kilometer sammelt und deshalb noch viele Oldtimer-Ausfahrten möglich machen soll. 

Das Geheimnis von Alfa Romeo und Zagato

Alfa Romeo und Zagato sind italienische Automobilbauer mit Tradition. Zagato wurde 1919 gegründet, Alfa Romeo entstand schon 1910. Alfa Romeo ließ von vielen Modellen Sondereditionen von Zagato schneidern.  Der Alfa Romeo Junior Zagato wurde von 1969 bis 1975 produziert. Hergestellt bei Zagato, dort erfolgte auch die Endmontage. Die Technik stammte  von Alfa Romeo, auch Vertrieb und Service übernahm Alfa Romeo.Mit insgesamt 1510 hergestellten Exemplaren blieb der Verkaufserfolg deutlich hinter der technisch sehr ähnlichen  GT-Junior-Klasse von Alfa   zurück. Bei fast gleichen Fahrleistungen lag das vor allem am  Preis; 1972 kostete der Zagato GT 1300 16 950 Mark, während ein GT-Junior für   13 290 Mark angeboten wurde.

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