Der Gmünder Laufpapst wird 101 Jahre

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Dr. Otto Kuhnle an seinem 101. Geburtstag.
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Der Gmünder Mediziner Dr. Otto Kuhnle feiert seinen 101. Geburtstag. Was ist das Geheimnis seiner guten Gesundheit?

Schwäbisch Gmünd

Aufrecht und mit seinem stets freundlichen Lächeln sitzt Dr. Otto Kuhnle im Garten seines Hauses in der Gartenstraße und nimmt die Glückwünsche zu seinem 101. Geburtstag entgegen. Eine besondere Freude hat der Jubilar an dem telefonisch übermittelten Ständchen, gesungen von Pfarrer Alfons Wenger.

Dr. Otto Kuhnle kam am 6. September 1920 in der Gartenstraße als Sohn eines Goldschmieds zur Welt. Der Krieg erschwerte dem jungen Mann das Medizinstudium, trotzdem konnte er sein Studium in Heidelberg und Tübingen beenden und ließ sich 1952 mit seiner internistischen Praxis im elterlichen Haus nieder.

Neben seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Internist war Dr. Kuhnle immer bestrebt, seinen Mitmenschen die Freude am Sport zu vermitteln. Früh war dem Internisten klar „mit mäßig essen und viel Sport“ erreicht man ein hohes Alter bei relativ guter Gesundheit. Selbst sportbegeistert, war es Dr. Kuhnle, der vor gut einem halben Jahrhundert die Gmünder „Herzgruppe“ ins Leben rief. „Eine der ersten im ganzen Bundesgebiet“, erklärt der Schwiegersohn Wolfgang Krahl. Kuhnle hatte früh erkannt, dass Patienten nach einem Herzinfarkt durch Sport eine bessere Rehabilitation erfahren, „das Training wurde immer unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt“, meint das Geburtstagskind und „ein Defibrillator war immer dabei“. Der Laufsport begleitete Dr. Kuhnle sein Leben lang. Als er sich aufs „Walking“ einließ, war dies für den passionierten Läufer die Möglichkeit einer sportlichen Betätigung auch noch im hohen Alter. Der Lauftreff im Taubental wurde auf die Initiative von Dr. Kuhnle und seines Freundes Richard Storr gegründet. Dabei war der „Laufpapst“ kreativ in seinen Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit seiner Mitläufer zu überprüfen, der „Salvatortest“ gehörte dazu. Die Läufer sollten in zehn Minuten den Salvator hinauf zu Kapelle und wieder zurückschaffen, schmunzelt der Jubilar. Um seine Schützlinge vor falschem Ehrgeiz zu bewahren, war Dr. Kuhnle immer am Ende seiner Laufgruppen zu finden, „ich hatte immer ein Auge auf die Sportler, damit diese sich nicht überfordern“.

Genau diese falsche Selbsteinschätzung war für Dr. Kuhnle nie ein Thema. Zwar konnte er noch mit 65 Jahren den Titel des Vizeweltmeister im Ärztetriathlon entgegennehmen, aber auf einer Teststrecke mit dem Fahrrad galt es, eine 16-prozentige Steigung zu überwinden - hier kam dem damals 70 Jahre alten Sportler schon der Gedanke, „wie lasse ich mich fallen ohne die anderen Sportler zu gefährden“.

Bis zu seinem 80. Lebensjahr erklomm Dr. Kuhnle regelmäßig die Strecke zum Naturfreundehaus bei Immenstadt am Alpsee, erst als ihn Schmerzen in den Füßen plagten, gab er diese Wanderungen auf. Mit 101 Jahren ist die Mobilität bei Dr. Kuhnle etwas eingeschränkt, die Ohren machen auch nicht mehr ganz mit, aber der Jubilar ist immer guter Dinge, zuhause in der Gartenstraße wird er von Tochter Elisabeth umsorgt und seine regelmäßigen Treffen mit einem Turnkreis älterer Herren lässt er sich nicht nehmen. Mitturnen ist zwar kein Thema mehr, aber die Gesellschaft nimmt Dr. Kuhnle gerne an.

Ich hatte immer ein Auge auf die Sportler“.

Dr. Otto Kuhnle,, Mediziner

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