Der Gmünder Sommer-Spielplatz ist auf dem Weg

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Eva-Maria Heinzmann-Kolmbach im Bug des zwölf Meter langen Schiffs für den Gmünder Marktplatz.

An diesem Montag beginnt die Degenfelder Firma Heinzmann mit dem Aufbau vor dem Rathaus. Geräte rund ums Thema "Remsstrand".

Schwäbisch Gmünd

Sohn Tim ist ein "strenger" Kritiker im Haus Heinzmann in Degenfeld. Ein Spielgerät darf natürlich für einen Fünfjährigen nicht mehr babyhaft sein. Es muss einfach Spaß machen und ein bisschen Abenteuer bieten. Wenn die Firma Heinzmann an diesem Montag mit dem Aufbau des Sommer-Spielplatzes auf dem Gmünder Marktplatz beginnt, sind die Kinderwünsche natürlich mit eingebaut. Selbst die für Kleinkinder, darüber kann demnächst die einjährige Tochter des Hauses berichten.

Mutter Eva-Maria Heinzmann-Kolmbach findet es erstmal "toll, dass die Stadt Schwäbisch Gmünd in diesen schwierigen Zeiten den Spielplatz realisiert". Vier Monate lang ist er für Familen begehrter Mittelpunkt. "Dafür legen wir uns ins Zeug", sagt die Unternehmerin, die sich gemeinsam mit Andrea Rein von der Touristik- und Marketing GmbH seit 2009 jedes Jahr ein neues Motto einfallen lässt. In diesem Jahr heißt es "Remsstrand".

Dort legt im Sommer das große Spielschiff an, zwölf Meter lang, mit vielen Attraktionen an Bord. Vom Bug aus hat man einen Blick aufs Rathaus, die Kletterwand in der Mitte lässt einen Blick auf die ganze Spiellandschaft zu. Auch eine Kletterspinne, ein Sandaufzug, eine Balancebrücke, Sprossenleiter und Rutsche sind mit an Deck. Bei der Produktion – seit Wochen werden die neuen Spielgeräte in der Montagehalle in Degenfeld zusammengebaut – wird streng auf die Vorschriften geachtet. "Dort sind zum Beispiel Abstände geregelt, damit man sich nirgendwo einklemmen kann", sagt Eva-Maria Heinzmann-Kolmbach. Die Firma Heinzmann lässt Spielgeräte außerdem (freiwillig) vom TÜV prüfen. In der Montagehalle sieht es fast schon wie auf einem Spielplatz aus. Fachleute setzen die Spielgeräte komplett zusammen. So lässt sich die Passgenauigkeit überprüfen. Für den Transport werden sie dann teilweise wieder zerlegt.

Das große Schiff vom Remsstrand wird sich im Herbst von der Rems entfernen und an der Theodor-Heuss-Schule Herlikofen andocken. Von dort kam schon im Vorfeld der Wunsch, "ein Schiff genauso wie es an der Mozartschule in Hussenhofen steht, zu erhalten".

Der Spielplatz am Rathaus ist gut für weitere Überraschungen: Drei große Hochbeete, jeweils vier Meter lang, trennen in diesem Sommer die Cafés vom Spielplatz. Die üblicherweise genutzte Verankerung für den Weihnachtsbaum lässt sich diesmal nicht für die Fixierung von Spielgeräten nutzen, weil die Lokale wegen Corona mehr Freiplatz brauchen.

Seit 17 Jahren

Gmünd bewegt sich mit der Spielanlage in der ersten Liga unter den Städten.

Eva-Maria Heinzmann-Kolmbach Unternehmerin

Deshalb wird ein neuer Anker gesetzt, der nun einem rund drei Meter hohen Kletterkamin Halt bieten wird. Neben dem dominierenden Schiff ist immer noch Platz für kleinere Spielgeräte, Federwippen etwa. Dazu kommt für Kleinkinder ein Haus, das auch Schatten bietet. Es steht auf Stelzen und ist den Pfahlbauten am Federsee nachempfunden. Eine lange Sitzbank aus massivem Holz trennt den Spielbereich von einer Dusche auf dem Areal. Abgerundet wird das Ensemble durch größere Bäume, die Schatten bieten können.

Seit 17 Jahren ist der Obere Marktplatz im Sommer Anziehungspunkt für Besucher. Begonnen hat die kleine Tradition mit Pflanzengärten. Seit 2009 gehört das Areal ab Juni den Kindern. Seither ist die Firma Heinzmann dabei und Gmünd mit der Spielanlage "in der ersten Liga unter den Städten", so Eva-Maria Heinzmann-Kolmbach. In der Nachbarstadt Göppingen müssten sich Kinder mit einem Sandhaufen in der Stadtmitte begnügen – und ihr eigenes Schäufele mitbringen. Auch wenn die Spielgeräte zwischen 20 000 und 30 000 Euro kosten, bedeutet das in Wirklichkeit keine Zusatzausgaben: alle Geräte sind vorbestimmt und ersetzen oder ergänzen Spielplätze in der Stadt, wären also ohnehin angeschafft worden. Der Mehraufwand beschränkt sich auf den Auf- und Abbau.

Darin haben die Mitarbeiter der Firma Heinzmann Routine. Bundesweit und in angrenzende Länder liefert das Degenfelder Unternehmen Spielgeräte. Allein rund 15 dieser großen Schiffe in diesem Jahr.

Die Firma Heinzmann in Degenfeld hat drei Standbeine: Die Sägerei, die stark für den Export arbeitet, die Spielgeräteproduktion und die Herstellung von Holzbauteilen für private und öffentliche Freianlagen. Seit Corona sind die Produkte für Garten und Parks ganz besonders gefragt.

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