Der Mehrheit eine Stimme geben

+
Eine kreisweite Initiative ruft zu Aktionen gegen die "Montagsspaziergänge" auf.
  • schließen

Initiative organisiert Aktionen gegen die „Montagsspaziergänge“.

Schwäbisch Gmünd. Die „Montagsspaziergänger“, die allwöchentlich lautstark die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung verteufeln, sind längst nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Das unterstreicht ein Aktionsbündnis aus vielen Organisationen im Ostalbkreis. Es möchte nun mit einer Reihe von Aktionen gegen die „Spaziergänge“ angehen - und ruft alle Bürger zum Mitmachen auf. „Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis“ ist das Motto der Initiative.

„Wir alle sind coronamüde“, sagt Barbara Herzer von der Fraueninitiative Gmünd bei einem Pressegespräch. Doch das sei noch lange keine Rechtfertigung dafür, zusammen mit Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern zu marschieren, die diese „Spaziergänge“ für ihre eigenen politischen Ziele instrumentalisiert hätten. Dabei komme man nur mit Solidarität durch diese Krise, das hätten zahlreiche Aktion der Bürger im Ostalbkreis von der Nachbarschaftshilfe bis zur Anerkennung fürs Klinik-Personal gezeigt.

Die „Spaziergänger“ seien das Gegenteil von solidarisch, nämlich „ein Gemisch von extrem egozentrischen Leuten“, die jeden gesellschaftlichen Zusammenhalt ablehnten, meint Rüdiger Walter, Sprecher der Regional-Arbeitsgruppe des Vereins „Gegen Vergessen - Für Demokratie“. Seinem Eindruck nach nähere sich die Argumentation der „Montagsspazierer“ dem Antisemitismus an. Deshalb sei es ein falsches Signal, wenn Aalens OB Frederick Brütting und der Verband der Aalener Innenstadt-Geschäfte (ACA) erklären, sie stünden den „Spaziergängen“ „neutral“ gegenüber. Herma Geiß von Attac Aalen und dem Aalener Bündnis „Entwicklung braucht Entschuldung“ fordert grenzüberschreitende Solidarität, um auch in armen Ländern mehr Corona-Impfungen zu ermöglichen.

Eine der Aktionen der Initiative ist eine Petition im Internet (https://weact.campact.de/petitions/fur-ein-solidarisches-miteinander-im-ostalbkreis-statt-egoistischen-corona-spaziergangen). Diese Petition habe schon innerhalb weniger Tage mehr als 2000 Unterzeichner, freut sich Ali Nagelbach vom Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“.

Die Initiatoren rufen daneben zur Teilnahme an diesen Aktionen auf: Beim dezentralen Aktionstag am Montag, 24. Januar, sollen alle Bürger Transparente oder Plakate aus Fenstern oder vor Balkone hängen oder Kerzen ins Fenster stellen. Auch Einzelhändler, Gastronomen und Büros sind aufgerufen, an diesem Tag um 19 Uhr die Straßenbeleuchtung aus- und die Lichter in ihren Räumen einzuschalten. Fotos dieser Beiträge sollen sie unter dem Hashtag #solidarischesmiteinanderostalb veröffentlichen oder bis 27. Januar mailen an: GD-fuer-Solidaritaet@gmx.de.

Zudem organisiert die Initiative Gegenkundgebungen gegen die „Montagsspaziergänge“: am 31. Januar um 18 Uhr in Gmünd (Ort wird noch bekanntgegeben) und am 7. Februar in Aalen (Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben). ⋌Wolfgang Fischer

  • Sie stehen hinter der Initiative
  • Die Initiatoren der Initiative „Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis“ sind: Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd, Jugendkulturinitiative e.V. Schwäbisch Gmünd, Bündnis Aufstehen gegen Rassismus Aalen, Bündnis Aufstehen gegen Rassismus Schwäbisch Gmünd.
  • Diese Organisationen und Einrichtungen stehen bisher hinter der Initiative: Attac Aalen, Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. RAG Ostwürttemberg, a.l.s.o. e.V., Aidshilfe Schwäbisch Gmünd, Solidarität International, Bündnis 90 / Die Grünen KV Schwäbisch Gmünd, Partnerschaft für Demokratie Ostalb, KKF/Brazil Kino, Jusos Ostalb, SPD Ostalb, GEW Ostwürttemberg, Junge GEW Ostwürttemberg, Die Linke Ostalbkreis, Die Linke OV Schwäbisch Gmünd, Die Partei OV Schwäbisch Gmünd und KV Ostalb.
Initiative gegen Montagsspaziergänge

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare