Im Blick

Der Mensch lässt sich nicht netflixisieren

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Michael Länge
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Michael Länge über die Staufersaga 2012 und Momente der Staufersaga 2022.

Die große Leistung der Staufersaga in den Jahren 2012 und 2016 war, dass weit mehr als 1000 Menschen auf und hinter der Bühne die Geschichte ihrer Stadt erzählten. Und dabei, und das war die noch größere Leistung, Gemeinschaft schufen. Wie 2014 bei der Gartenschau, die Gmünds Bürger zu ihrer gemacht haben.

Zehn Jahre nach der ersten Aufführung gibt es „Momente der Staufersaga“. Keine ganze Saga. Die Vorbereitungen dafür wären in einer Pandemie nicht zu schaffen gewesen. Aber es gibt im Stadtgarten am zweiten Juli-Wochenende Auszüge aus der Saga, eingebettet in einen Rahmen, der den Bogen von heute in die Stauferzeit spannt. Und eingebettet in den „Gmünder Sommer“ 2022, für den die Stadtverwaltung mit Presseinfos und -konferenzen wirbt und wirbelt.

Diesem Wirbeln liegt die Befürchtung zugrunde, dass Corona Gemeinschaft zerstört hat. Couch-Potatoes, zu deutsch: Stubenhocker, erzeugt hat, die nur noch auf dem Sofa abhängen, Bier trinken, Junk essen und sich Netflix reinziehen. Diese Befürchtung ist unbegründet. Dies erkennt, wer die Menschen in den vergangenen Wochen beobachtet hat: wie sie sich begegnen, wie sie sich treffen, wie schnell sie, manchem zu schnell, Pandemie-Vorsicht abgelegt haben. Dies wird das Stadtfest bestätigen, bei dem sich diesen Freitag und Samstag, wenn das Wetter mitmacht, Tausende vergnügen werden. Und dies haben, die GT wird in den kommenden Wochen viel darüber berichten, die Vorbereitungen auf die „Momente der Staufersaga“ bereits bewiesen. Mehr als 500 Bürger sind wieder dabei. Der Mensch, das ist die schöne Erkenntnis, lässt sich nicht netflixisieren.

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