„Der Neubau muss kommen“

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Da hat es noch Platz: Das neue Jugendzentrum im Stadtteil Hardt soll direkt beim geplanten Freizeit- und Familienpark entstehen, angrenzend ans Berufschulzentrum und die Flüchtlingsunterkünfte.
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Gut 260 000 Euro als „gut angelegtes Geld“: Konsens im Gmünder Sozialausschuss zum geplanten Neubau des Jugendtreffs im Stadtteil Hardt

Schwäbisch Gmünd

Das Video führt einen durch mehrere Kellerräume, in einem sieht man Billardtisch und Tischkicker nebeneinander. Abstand: rund ein Meter. „Das ist wenig Platz für viele Kinder“, sagt Anna Vogt. Die Leiterin des Jugendtreffs Hardt zeigt die bewegten Bilder, um die aktuelle Situation in ihrem Jugendtreff vorzuführen, der bislang in einem Kellergeschoss untergebracht ist.

Seit fast 30 Jahren ist der Jugendtreff Hardt schon im Keller. Nun plant die Stadt einen Neubau, der Gmünd etwas mehr als 260 000 Euro kosten dürfte. „Es ist viel Geld, aber auch gut angelegtes Geld“, sagte Bürgermeister Christian Baron bei der Vorstellung der Pläne im Sozialausschuss des Gmünder Gemeinderats.

Mehr Kinder durch Neubauten

Anna Vogt erläuterte, wie groß der Bedarf an Jugendarbeit im Stadtteil Hardt ist: „Wir haben 611 unter 26-Jährige auf dem Hardt, zu einem Drittel davon haben wir Kontakt. Außerdem kommen durch das Neubaugebiet noch mehr Kinder und Jugendliche dazu.“ Und das Hardt sei jetzt schon „der jüngste Stadtteil in Schwäbisch Gmünd, gemessen an den Kindern unter 18“.

„Das Hardt ist unser spannendstes Grundstück“, meinte Bürgermeister Baron, es sei „ein Schwerpunkt in unserer Stadtentwicklung.“ Aus den Reihen der Stadträte gab es breite Zustimmung zu den Plänen. „Wir sind der Auffassung, der Neubau muss kommen“, meinte Daniela Dinser von der CDU. „Die Jugendarbeit auf dem Hardt ist eine Erfolgsgeschichte, sie leistet einen wichtigen Beitrag, um Werte wie Miteinander und Integration zu vermitteln.“

Bleiben die Kosten im Rahmen?

Der neue Jugendtreff soll neben dem geplanten Freizeit- und Familienpark Hardt entstehen. Kalkulierte Gesamtkosten für den Neubau: 420 000 Euro. Vom Landkreis soll ein Zuschuss von 100 000 Euro kommen plus Landesförderung von gut 57 000 Euro. Die Stadt Gmünd müsste dann noch 262 000 Euro finanzieren.

Und wann soll es losgehen? „Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht, aber im nächsten Jahr soll mit dem Bau begonnen werden“, sagte Hans-Peter Reuter, der Leiter des Gmünder Sozialamts. Bis dahin könnten die Kosten angesichts der steigenden Preise steigen. „Die Frage ist, ob wir es für 420 000 Euro wirklich bauen können, dass wird sportlich“, meinte Christian Baron. „Vielleicht muss man auch noch Eigenleistung einplanen, aber das stärkt ja auch die Identifikation.“

Wir sind der jüngste Stadtteil in Schwäbisch Gmünd.“

Anna Vogt,, Jugendtreff Hardt
  • Beschluss: Die Stadt Gmünd fördert weiterhin die AJO
  • Zuschuss: Der Verein „Aktion Jugendberufshilfe in Ostwürttemberg e.V.“ bekommt für seine Arbeit weiterhin einen jährlichen Zuschuss von 5800 Euro von der Stadt Gmünd. Das haben die Stadträte im Sozialausschuss des Gemeinderats am Mittwoch so beschlossen. Der Beschluss gilt bis einschließlich 2025.
  • Projekte: Was die AJO in Kooperation mit der Stadt Gmünd auf die Beine gestellt hat, das stellte deren Leiterin Petra Walter ausführlich vor. Zwei Projekte nannte Walter exemplarisch: „Zukunft Oststadt“, ein Programm für deren Bewohner, und Nifo, das „Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Ostwürttemberg“.
  • Ziel: Arbeitsmarkt. Seit dem Jahr 2000 gab es fast 20 verschiedene Projekte, bei denen die AJO mit der Stadt Gmünd zusammengearbeitet hat. Meist mit dem Ziel, Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, die dort aus verschiedenen Gründen keine guten Einstiegschancen haben, wie etwa Jugendliche mit Migrationshintergrund. Seit 2019 zum Beispiel durch das programm „care4future“, mit dem Menschen gezielt für Berufe der Pflege- und Gesundheitshilfe qualifiziert werden sollen. 15 Jugendliche habe man dadurch in Ausbildung bringen können, zur Hälfte männliche Jugendliche, berichtete Walter.
  • Recht früh gab es das Modellprojekt „Mädchen in technischen Berufe“, das die AJO 2002 in Zusammenarbeit mit der Friedensschule und der ZF gestartet hatte. Der Start in die Zusammenarbeit war 2000, als die AJO mit dem Deutschen Hausfrauenbund zu kooperieren begann.
  • Die AJO hat laut Petra Walter 35 hauptamtliche Beschäftigte, acht davon in Schwäbisch Gmünd .

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