Der Olympia-Architekt und die Realschule in Lorch

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Günter Behnischs jüngstes Werk in der Gegend: das 1992 bis 1994 entstandene Gymnasium Friedrich II in Lorch.

Beim „Tag der Architektur“stehen in Gmünd und Lorch Bauten von Günter Behnisch im Mittelpunkt.

Schwäbisch Gmünd. Es sind die Olympia-Anlagen in München, für die Günter Behnisch berühmt geworden ist. Doch der Stuttgarter Architekt, der am 12. Juni 100 Jahre alt geworden wäre, hat insgesamt 150 Gebäude als Gesamtwerk geschaffen und damit eine ganze Generation von Architekten geprägt. Drei der Gebäude stehen in Gmünd, ein ganzes Ensemble in Lorch auf dem Schäfersfeld: Diese Bauten sollen am 25. Juni beim „Tag der Architektur“ im Mittelpunkt stehen.

Eine kostenlose Architektur-Tour bietet die Kammergruppe Ostalb der Architektenkammer Baden-Württemberg an diesem Tag an, „alle Architekturinteressierten können teilnehmen“, sagt Bennet Sebastian Kayser von der Kammergruppe Ostalb. In diesem Jahr möchten die Architekten den Schwerpunkt auf die Besichtigung von älteren Bauten legen. „Es ist das Megathema des Bausektors, denn Ressourcen- und Flächenverbrauch minimieren sowie die Gebäude dem Klimawandel anzupassen, geben den Rahmen künftiger Bautätigkeit vor“, sagt Kayser.

Nummer eins seiner Werke

Es geht aber auch darum, die Leistungen von Günter Behnisch zu würdigen. In Gmünd stehe das Gebäude mit der Nummer eins in Behnischs Werkverzeichnis, erzählt Baubürgermeister Julius Mihm: „Es ist die Schiller-Realschule.“ Nummer vier ist das Hans-Baldung-Gymnasium, Nummer 17 dann das Gebäude des Landratsamts 50 Meter weiter. „Es sind Behnisch-Bauten der Frühphase“, sagt Mihm.

In Lorch, dem zweiten Ziel der Besichtigungstour, steht der jüngste Behnisch-Bau in der Gegend: das Gymnasium Friedrich II, das zwischen 1992 und 1994 entstanden ist. Die Lorcher Schulen haben sich mit ihrem Schöpfer beschäftigt: „Wir haben eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern gemacht, wie sie ihre Umgebung in der Schule sehen“, erzählt Schulleiter Michael Mahler vom Gymnasium. An der Realschule waren Behnisch und seine Ideen immer wieder Thema im Schuljahr. Schulleiterin Christa Weber erzählt, wie immer wieder Architekturstudenten zu Besuch an ihre Schule kommen, und wie die Schule sie „fasziniert“ habe als sie in Lorch anfing: „Es ist die Offenheit, die Weitsicht im Gebäude und die Idee der gemeinsamen zentralen Mitte.“

„Prinzip steht für Demokratie“

Helmuth Caesar, der neue Leiter des Gmünder Amts für Gebäudewirtschaft, kennt Günter Behnisch persönlich – Caesar hat bei Behnisch studiert. Und er fasst in Worte, was Behnischs Ideen und seine Art zu bauen in den früheren Jahren der Bundesrepublik bedeutet haben: „Licht, Luft, Sonne: Sein Prinzip der Offenheit steht für Demokratie, die nichts zu verbergen hat.“

Von der Symbolebene der Architektur zurück zu den Dingen des Alltags: Bei der Besichtigungstour (Start: Samstag, 25. Juni, 13 Uhr am Landratsamt Gmünd) gibt es sogar kleine Snacks und Getränke.

Info: Vom „Bauen im Bestand“ sprechen die Fachleute, wenn es um werterhaltende oder wertsteigernde Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden geht.

Die Idee der gemeinsamen zentralen Mitte.“

Christa Weber, Realschulleiterin, über ihre von Günter Behnisch entworfene Schule

Tour zu den Behnisch-Bauten in Gmünd und Lorch

Treffpunkt am 25. Juni um 13 Uhr ist das Landratsamt in Gmünd (Haußmannstraße 29).

In Schwäbisch Gmünd werden zunächst folgende Behnisch-Bauten besichtigt: das Landratsamt Ostalbkreis, Dienststelle Schwäbisch Gmünd (1955-57), die Schillerrealschule (1952-54) und das Hans-Baldung-Gymnasium (1954-56).

Nach Lorch geht es gegen 15 Uhr weiter per Bus, dort sind alle vier Gebäude des Schulcampus (entstanden zwischen 1970 und 1994) von Günter Behnisch als Architekt geplant worden.

Eine Anmeldung ist erforderlich bei der Architektenkammer, Gruppe Ostalb: Mail: kg-aa@akbw.de. Telefon: 07361-96750.

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