Der Pionier freut sich, Zeit für ein paar VHS-Kurse  zu haben

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Der doppelte Helmut Schwimmbeck: Das Original (links) geht in Ruhestand, sein Papp-Double war ein Überraschungsgeschenk der Kolleginnen und Kollegen zum Abschied.
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Pionier der Erwachsenenbildung: Helmut Schwimmbeck, der stellvertretende Leiter der Gmünder VHS, geht nach 38 Jahren in den Ruhestand.

Man muss die Leute erreichen, über verschiedene Wege.“

Helmut Schwimmbeck, , dienstältester Mitarbeiter der VHS
  • Aus Regensburg nach Gmünd
  • Helmut Schwimmbeck ist in Regensburg aufgewachsen, er hat zwei abgeschlossene Studiengänge: Sozialpädagogik (in Regensburg) und Pädagogik (an der PH in Gmünd). Seine Schwerpunkte: Erwachsenenbildung und Ausländerpädagogik, wie es damals hieß.  Am 1. September 1984 hat er bei der VHS angefangen, nun geht er als deren dienstältester Mitarbeiter in Ruhestand. 

Schwäbisch Gmünd

Als 29-Jähriger Student hat er seinen ersten Kurse gegeben als VHS-Dozent in Gmünd, 38 Jahre später geht er von dort nun in den Ruhestand: Helmut Schwimmbeck, der stellvertretende Leiter der Gmünder Volkshochschule, hatte am Montag seinen letzten Arbeitstag. In seinem Fachgebiet, der Erwachsenenbildung, habe er Pionierarbeit geleistet in Gmünd, sagt VHS-Leiterin Ingrid Hofmann. 

Zwei Worte reichen, um den Job des heute 67-Jährigen bei der VHS auf den Punkt zu bringen: Menschen weiterhelfen. Wenn ihm das gelungen ist, dann waren das für ihn die erfüllenden Momente seines Berufslebens. Eine Begegnung im Supermarkt fällt Schwimmbeck ein, bei der er dieses Gefühl hatte. „Da hat mich ein früherer Schüler angesprochen, der bei uns in der Abendrealschule war. 15 Jahre später hatte er zwei Ausbildungen gemacht.“ Ingrid Hofmann sagt es so: „Viele einzelne Leute haben ihm etwas zu verdanken.“

Als Pädagoge und Programmgestalter bei der VHS hat er manchmal Lebenswege gefördert und mitverfolgen können, zum Beispiel den von Vesna Groznica. „Sie kam als Flüchtlingskind zu uns, hat erst den Hauptschulabschluss gemacht, dann Realschule und eine Ausbildung“, erzählt Schwimmbeck. Später hat Groznica Wirtschaftswissenschaften studiert und ist Dozentin an der VHS geworden. 

Als Schwimmbeck, „Binnenmigrant“ aus Bayern, wie er sich ausdrückt, nach Gmünd kam, waren da die „Tage des ausländischen Mitbürgers“ erfunden worden. Aber so ein Straßenfest, das war auf die Dauer zu wenig, findet er. Die ersten vier Jahre arbeitete er zur Hälfte bei der Stadt in der kommunalen Ausländerarbeit. Lange bevor  „aufsuchende Arbeit“ ein sozialpädagogischer Fachbegriff wurde, hat Schwimmbeck sie gemacht, er war Netzwerker, hat Kontakte geknüpft in der Moschee und zum griechischen Gemüsehändler, um die VHS unter den eingewanderten Gmündern überhaupt bekannt zu machen. „Man muss die Leute erreichen, über verschiedene Wege“, sagt er. Und sie einbinden: „Ich habe immer geschaut, wer Kompetenzen hat, die er einbringen kann.“ Es gab Kochkurse, die von italienischen Dozentinnen geleitet wurden. Oder einen Kurs, in dem das türkische Musikinstrument Saz gelehrt wurde.

Auch wenn Schwimmbeck vom 1. Februar an offiziell in Rente ist, er wird noch ein paarmal zum Arbeiten kommen. „Es gibt ein paar Dinge, die ich fertig machen muss und nicht einfach hinterlassen will.“ Seine Nachfolgerin Anastasiya Mies, die seit zweieinhalb Wochen da ist, habe auch noch einige Fragen. 

Und wie soll's weiter gehen im Ruhestand? Er sei keiner, der jetzt ein Wohnmobil brauche, um monatelang um die Welt zu fahren, sagt Schwimmbeck. Die großen Veränderungen wird es nicht geben. Wieder in die Heimat der Jugend nach Regensburg zurückziehen, darüber habe er vor ein paar Jahren nachgedacht, erzählt er. „Aber mit den Jahrzehnten dünnt da der Freundeskreis auch aus.“ Schwimmbeck, der in Abtsgmünd wohnt, wird hierbleiben. Neue Hobbys? Nicht nötig, findet er. „Die Briefmarkensammlung meiner Jugend habe ich weggegeben, und als Kleintierzüchter fange ich jetzt nicht an.“ Er bleibt seinem Fachgebiet treu. Kann sein, dass er sich an eine Promotion mache, erzählt Schwimmbeck. Und er werde ein paar Kurse und Veranstaltungen bei der VHS besuchen. „Das ist in den Jahren ein bisschen zu kurz gekommen.“

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