Der politische Rucksacktourist

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SPD-Landtagskandidat Jakob Unrath besucht mit SPD-Spitzenmann Andreas Stoch den Tafelladen und das Forschungsinstitut für Edelmetalle in Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Nur Wahlkampf online, das mag sich Andreas Stoch nicht vorstellen. "Man erreicht manche Menschen nicht, wenn man nur auf Digitales geht", sagt der SPD-Spitzenkandidat. Deshalb ist Stoch seit dem 1. Januar in Baden-Württemberg unterwegs: "Ich erfahre viel mehr, wenn ich mit Menschen rede."

Schwäbisch Gmünd ist Stochs Station Nummer 47. Sein Ziel sei es, alle 70 Wahlkreise im Land zu besuchen, sagt Stoch. Seit dem 1. Januar ist der Heidenheimer unterwegs auf Wahlkampfreise. Hier hat ihm Jakob Unrath, der Gmünder Landtagskandidat, den Tafelladen und das Forschungsinstitut für Edelmetalle (fem) als Besuchsziele ausgesucht. Soziales und Arbeitsplätze – zwei Kernthemen seiner Partei, so sieht das Andreas Stoch.

Im fem dauert es nicht lange, bis ein Gmünder Hoffnungsthema zur Sprache kommt: Wasserstoff, mitsamt der nötigen Technologie, an der das fem forscht. Institutsleiter Dr. Andreas Zielonka, begründet, warum Wasserstoff als Energieträger wichtig ist in der Zukunft: etwa weil er viel günstiger zu transportieren ist als Strom. Weil er überschüssige Energie verwertbar machen kann: "Es werden Milliarden Kilowattstunden Windenergie abgeschaltet, weil sie nicht genutzt werden können." Zielonkas Fazit: "Wir werden die Energieversorgung der Zukunft nur mit Hilfe von Wasserstoff sichern können." Er hoffe, dass das Gmünder Projekt des Technologieparks "Aspen" Realität werde, so Zielonka. Für Stoch liegt darin eine der Möglichkeiten, wie die Auto-Industrie und deren Zulieferer in Baden-Württemberg einen Wandel erfolgreich schaffen können. Denn der werde kommen, da ist sich Stoch sicher: "Zur Wahrheit gehört auch, dass sich einige vielleicht zu lange auf den Lorbeeren ausgeruht haben."

Zielonka, der mit den Erweiterungsplänen des fem bei einigen Gmündern auf Kritik gestoßen war, erläutert auch, wieso eine Verlagerung des Instituts mit seiner komplexen Labortechnik "auf die grüne Wiese" nicht einfach zu machen ist: "Hier steckt so viel Infrastruktur drin: Das ist alles überlegt und langsam gewachsen in fast 100 Jahren."

Ich versuche, meinen Rucksack zu füllen.

Andreas Stoch, SPD-Spitzenkandidat

150 bis 170 Menschen täglich

Beim Besuch im Tafelladen ging es um die Infrastruktur des Helfens. Tafelladen-Leiter Steffen Witzke, erzählte, dass der Gmünder Laden, weil es viele hauptamtlich Beschäftigte gibt, besser durch die Corona-Zeit gekommen sei als andere Tafelläden, wo oft die älteren unter den Ehrenamtlichen weggefallen sind. 150 bis 170 Menschen täglich kommen derzeit zum Tafelladen in Gmünd. Andreas Stoch hörte aufmerksam zu, denn seine Reise soll auch dem Sammeln von Eindrücken dienen. "Ich versuche, meinen Rucksack zu füllen", meinte Stoch.

Besser noch ein paar Begegnungen von Mensch zu Mensch mit Maske und Abstand als gar keine. Denn im aktuellen Wahlkampf falle ohnehin schon viel weg – Haustürwahlkampf, Besuche prominenter Politiker im Wahlkreis. "Für die Opposition ist es noch schwieriger, Aufmerksamkeit zu bekommen", sagt Stoch und fügt hinzu: "Wahlkampf mit Corona, das wünsche ich niemand."

Andreas Stoch (51) stammt aus Heidenheim, er ist seit 2009 Landtagsabgeordneter. Von 2013 bis 2016 war er baden-württembergischer Kultusminister, danach wurde er Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Seit 2018 ist Stoch auch Landesvorsitzender der SPD.

Andreas Stoch (rechts) und Jakob Unrath (Mitte) im Gespräch mit fem-Institutsleiter Dr. Andreas Zielonka.

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