Der Sägbock führt bald wieder über Rems und Bahn

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Über diese Metallbrücke können Fußgänger schon bald auf den Sägbock oder von dort herunter gelangen. Die Treppe ist dann immer zugänglich, versichert die Stadtverwaltung.
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Der Fußgängersteg soll in der übernächsten Woche mit Metalltreppe am Südende freigegeben werden.

Schwäbisch Gmünd

Seit August vergangenen Jahres war der Fußgängersteg zwischen Lindenfirststraße und Rems-Parkdeck nicht nutzbar, weil auf der Südseite des Stegs eine Treppe fehlte. Übernächste Woche soll sich das wieder ändern.

Auf dem Gelände des Modeparks Röther wird derzeit eine Metalltreppe erstellt, über die die Fußgänger dann auf den Betonsteg oder von dort herunter gelangen. „Die Nutzbarkeit wird derzeit wieder hergestellt“, sagt die stellvertretende Rathaussprecherin Ute Meinke auf Anfrage der Gmünder Tagespost. Geplant sei, die Treppe im Lauf der Woche vom 20. bis 25. Juni freizugeben. „Der genaue Tag wird noch bekanntgegeben“, so Meinke. 

Diskutiert worden war auch, ob in der Verlängerung des Stegs ein Fußgängerüberweg über die Remsstraße angelegt wird. Ob der tatsächlich kommt, sei noch nicht geklärt, sagt Ute Meinke. Angedacht war, dort eine Querungshilfe über die vielvefahrene Straße mit einer sogenannten Dunkelampel - einer Ampel, die nur bei Anforderung aufleuchtet. 

Wichtige Verbindung

Der Steg, der formal Rotrinnensteg heißt, im Volksmund aber Sägbock genannt wird, hat eine große innerstädtische Bedeutung. Er verbindet die Kernstadt mit der nördlichen Innenstadt. Zahlreiche Fußgänger, die aus den Bereichen Lindenfirst, Mutlanger Straße, Becherlehen oder Schießtal ins Stadtzentrum wollten, nutzten den Betonsteg, der sich über die Rems, die Bahnlinie und die Remsstraße spannte. 

Der südliche Abschluss der Fußgängerbrücke musste aufgegeben werden, nachdem Prüfer 2019 festgestellt hatten, dass in zwei der drei Teile des Betonstegs Spannstähle lagen, die zu einer Art Korrosion neigten. Das heißt, diese Teile hätten zusammenbrechen können - und das ohne warnende Vorzeichen. „Ein sofortiges Versagen ist jederzeit ohne Ankündigung möglich“, mit diesen Worten hatte die Verwaltung den Gemeinderat über das Ergebnis der Prüfung informiert. Ab da wurde der Steg engmaschig kontrolliert, um ein Sicherheitsrisiko auszuschließen. 

Eigentlich sollten die beiden südlichen Teile des Sägbocks im Juni 2021 abgewbrochen werden. Dieser Termin musste aber verschoben werden, weil die Bahn dafür den Verkehr auf ihrer Remstalstrecke einstellen und den Strom in der Oberleitung abschalten musste. Das war erst in der Nacht vom 24. auf den 25. August möglich. 

Schwebende Schwergewichte

Am Abend des 24. August hatten sich zahlreiche Bürger an der Remsstaße versammelt, um das spektakuläre Schauspiel zu verfolgen. Wann sieht man schon mal ein 65 Tonnen schweres Betonteil durch die Luft schweben? Eigens für diese Aufgabe war eine Spezialfirma mit Schwerlastkränen nach Gmünd gekommen. 

Eigentlich sollte der neue Treppenauf- und abgang noch im gleichen Jahr erstellt werden. Das hat sich verzögert, doch zumindest in diesem Monat noch soll der Sägbock wieder zur Verfügung stehen. Zumindest bis zur Nordseite der Remsstraße: Dass keine Lösung umgesetzt wird, die die Fußgänger bis aufs Rems-Parkdeck bringt, kritisierten Mitglieder der Agenda-Arbeitskreise Stadtentwicklung sowie Mobilität und Verkehr.

Blutrünstiger Name

Der Rotrinnensteg wurde 1973 gebaut, da der Verkehr auf der Remsstraße weiter zunahm. Der Steg wurde immer wieder saniert, so 2011 und 2018.
Der Rotrinnensteg und die daneben liegende Rotrinnenbrücke haben ihren Namen vermutlich daher, dass dort bis 2013 der Schlachthof stand und in früheren Zeiten durch einen Kanal Schlachtabfälle und viel Tierblut in die Rems geleitet wurden, vermutet Jürgen Musch. 

Im Volksmund heißt der Rotrinnensteg Sägbock - vermutlich, weil dort vor dem Bau des Betonstegs im Jahr 1973 eine Holzkonstruktion den Fußgängern die gefahrlose Querung der Remsstraße ermöglichte.

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