Der trockenste Herbst seit 70 Jahren

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Gmünder Herbst: trockenster Herbst seit über 70 Jahren !!!

Die Herbstmonate in Schwäbisch Gmünd waren in diesem Jahr zu warm und zu trocken. Wetterbeobachter Martin Klamt hat seine in den vergangenen Monaten gesammelten Daten ausgewertet.

Schwäbisch Gmünd

Der Herbst 2021 (meteorologisch die Zeit vom 1. September bis 30. November) in Schwäbisch Gmünd war geprägt durch einen sehr warmen Spätsommer, einen ausgeprägten Altweibersommer und einen goldenen Oktober. „Einzig der November präsentierte sich zumeist im Einheitsgrau und zum Ende sogar mit Flockenwirbeln bis in mittlere Lagen“, sagt der Gmünder Wetterbeobachter Martin Klamt. Kältere Abschnitte sowie Niederschlagsperioden seien selten und kurz geblieben. Insgesamt habe dies „einen etwas zu warmen, viel zu trockenen und einen sonnenscheinreichen Herbst“ zur Folge gehabt.

Das Gmünder Herbstmittel der Lufttemperatur lag Klamts Wetterdaten zufolge mit 10,0 Grad Celsius um 1,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,4 Grad. Deutlich zu warm war laut Klamt lediglich der September mit annähernd zwei Grad Abweichung, während Oktober und November wenig von der Norm abwichen. Die Tagesmitteltemperaturen schwankten zwischen -0,2 Grad am 24. November und 20,3 Grad am 14. September.

Beim Niederschlag gab es derweil „ein noch nie da gewesenes Defizit“, so Klamt. Denn nachdem der September der trockenste Monat seit 1969 wurde und auch im Oktober und November nur 61 beziehungsweise 55 Prozent der Norm erreicht wurden, ergab sich insgesamt eine Herbst-Niederschlagsmenge von nur 94,7 Millimetern. Das seien lediglich 44 Prozent der Norm, betont der Gmünder Wetterbeobachter. In keinem anderen Herbst seit Messbeginn 1950 sei eine so geringe Niederschlagshöhe gemessen worden.

Kein Eistag – viel Sonne

Die mittlere tägliche Höchsttemperatur im vergangenen Herbst betrug 15,2 Grad. Die Tageshöchstwerte schwankten dabei zwischen 28,1 Grad am 14. September und 2,0 Grad am 25. November. Sommertage mit einem Höchstwert von mindestens 25 Grad gab es im vergangenen Herbst wie schon im vergangenen Jahr 2020 an zehn Tagen beschränkt auf den September. Frühlingstage (20 Grad und mehr) gab es 28 (Vorjahr: 19 Tage), wobei noch fünf Tage auf den Oktober entfielen.

Während es im November 2010 schon drei Eistage mit einer Höchsttemperatur von 0 Grad und tiefer gegeben hatte, fehlten diese seit 2011 nunmehr bereits zum elften Mal in Folge. Normal sei ein Eistag im Herbst, erklärt Martin Klamt.

Die Sonne schien im vergangenen Herbst 433 Stunden lang (Vorjahr: 382 Stunden). Das seien 124 Prozent der Norm, ordnet Gmünds Wetterbeobachter die Zahlen ein. Verantwortlich für diese „beachtliche Zahl“ seien die Monate September und Oktober mit 148 beziehungsweise 126 Prozent der Norm gewesen, während der November nur 68 Prozent der Norm erreichte. Am längsten schien die Sonne am 2. September mit 12,5 Stunden.

Die mittlere tägliche Tiefsttemperatur im vergangenen Herbst betrug 5,7 Grad, wobei die Minima zwischen -4,8 Grad am 24. November und 17,0 Grad am 15. September lagen. Nachdem es 2014 im Herbst das erste Mal seit Aufzeichnungsbeginn 1950 in Schwäbisch Gmünd keinen einzigen Frosttag gab, waren es nunmehr elf Frosttage, drei Tage weniger als gewöhnlich. Zudem gab es erstmals seit 1969 sehr früh, nämlich am 11. Oktober, bereits den ersten Frost.

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