Der Wald – vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger?

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Spannende Fragen: Welchen Wald wollen wir? Was tun wir mit dem Wald und für ihn?
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Beim Bürgerdialog „MorgenWald“ der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Forstpavillon im Himmelsgarten gewinnen auch Fachleute neue Erkenntnisse.

Schwäbisch Gmünd. Sattes Grün von Laubbäumen und Nadelbäumen, eine Lichtung und Menschen, die diesen Wald intensiv erleben, beim Spaziergang, Waldbaden oder Wald-Yoga. So könnte der Wald 2040 aussehen. Wenn nicht Borkenkäfer und Monokultur für ein anderes Erscheinungsbild sorgen. Wie sich ein Wald entwickeln könnte, welche Wünsche damit verbunden sind, dazu äußerten sich Interessierte bei einem Bürgerdialog im Forstpavillon im Himmelsgarten. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Kreisverband Ostalb –  (SDW) und das Landratsamt stehen hinter diesem Gesprächsformat „MorgenWald“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, die Forstwirtschaft ist vertreten, Waldbesitzer sind zur Stelle, Architekten, Naturschutz, Sport und Kommunalpolitiker reden mit. 

An Thementischen  mit Blick auf den Taubentalwald werden Argumente ausgetauscht, Wünsche formuliert und manchmal gehen die Mitwirkenden auch kontrovers zur Sache. Etwa am Stand „PrimaKlimaWald“, dort moderiert Jens-Olaf Weiher, Vorsitzender der SDW-Ostalb und Leiter der Forstaußenstelle Schwäbisch Gmünd. Was soll mit dem Holz abgestorbener Bäume passieren, als Hackschnitzel verbrennen, im Wald belassen? Sebastian Fritz, Stadtrat, sieht zumindest „kurzfristig Holz als Brückenbrennstoff“. Langfristig müsse Strom aus erneuerbaren Energien fürs Heizen genutzt werden. Pelletheizungen seien zum jetzigen Zeitpunkt aber durchaus effizient. Andere würden gerne das Holz im Wald belassen oder als Baumaterial benutzen und so das CO2 binden.

 Michael Seefeld von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist beeindruckt vom Ideenreichtum der Besucherinnen und Besucher. Am Thementisch „Wald für Alle“ kommt der Vorschlag, Ehrenamtliche als Ansprechpartner im Wald zu engagieren, vielleicht mit einem Button „Frag mich!“. „So ähnlich wie die Grünen Engel in Kliniken“, sagt Michael Seefeld. Beim Wald gehe es auch um  Ängste und Vertrauen. Die Menschen sollten einfach mehr über den Wald wissen, meint er. Das trage zur Akzeptanz bei, etwa wenn im Wald gearbeitet wird. Bei einem Holzeinschlag gebe es immer wieder Reaktionen aus der Bevölkerung. „Zu Recht, wenn das zu unsensibel umgesetzt wird“, sagt der Waldfachmann. Deshalb müsse man alle Gruppen sensibilisieren. Und sich überlegen, wie der Wald der Zukunft aussehen könne. Corona habe zum Beispiel gezeigt, wie wichtig der Wald für die Menschen ist. Waldbaden und Waldyoga hätten Zuspruch gefunden. 

 Natürlich kommt der Klimawandel zur Sprache. Und es gibt unter den Teilnehmern   auch Stimmen, die meinen, die Natur müsse Veränderungen selbst regeln. Am Tisch „Leben 2040“ geht es um Begriffe wie Fülle oder Vertrauen. Michael Seefeld sieht im Wald einen Beispielgeber für die Gesellschaft. Etwa, „dass für Alle etwas da ist“.

Die vielen Anregungen werden aber nicht morgen umgesetzt, „was mit dem Stadtwald passiert, sagt immer noch der Gemeinderat“, betont Jens-Olaf Weiher. Aber die Wünsche und Ideen sind nicht umsonst. Die Gmünder Ergebnisse und die aus weiteren „MorgenWald“-Gesprächen im Land werden zusammengetragen und sollen in die Wald-Politik einfließen, die Arbeit von Ministerien und Forstverwaltung bereichern. Kommunalpolitiker begrüßen diese neue Form der Beteiligung. Bürgermeister Julius Mihm, der sich vor Ort zeigte, sieht darin einen fortschrittlichen Ansatz. Gütig vielleicht auch an anderen Stellen.  Michael Seefeld hat das vom Stand „Leben 2040“ mitgenommen: Der Wald-Kreislauf, bei dem alle anfallenden Reste ohne Zutun des Menschen recycelt werden, könnte durchaus Beispiel für andere Lebensbereiche sein. 

Spannende Fragen: Welchen Wald wollen wir? Was tun wir mit dem Wald und für ihn?

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