Der Waldpavillon hat Zukunft

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Der Waldpavillon im Himmelsgarten soll nun dauerhaft Anlaufstelle für Waldangebote sein, kündigt Wolf Noack an.
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Das Holzhaus war eigentlich nicht für die Ewigkeit bestimmt. Doch der Forst macht es zur zentralen Anlaufstelle für Waldangebote im Kreis.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau

Lange war seine Zukunft ungewiss, mittlerweile ist klar: In den Waldpavillon im Himmelsgarten bei Wetzgau soll mehr Leben einziehen. Das kuppelförmige Holzhaus neben dem Skypark soll zentrale Anlaufstelle für die Forstangebote im Ostalbkreis sein, wie Wolf Noack vom Bereich Wald und Forstwirtschaft des Landratsamts erklärt. Der Kreisforstamtsrat und seine Kollegen kümmern sich um die Angebote in dem Pavillon, der nach Dieter Paul als Stifter des Waldlehrpfads Naturatum benannt ist. Die Stadt Gmünd ist zuständig für den Erhalt des Gebäudes.

Holzleichtbau als Hülle:

Die Holzleichtbaukonstruktionen ist 2013 im Vorfeld der Landesgartenschau als Forschungsprojekt der Uni Stuttgart entstanden und war eigentlich nicht für die Ewigkeit konstruiert. Wobei die dem Plattenskelett von Seeigeln nachempfundene Schalenkonstruktion aus Buchenfurnierholzplatten ihren Zweck bis heute erfüllt, meint Wolf Noack. Doch das Problem war vor allem der Boden. Das Gebäude stand auf einer Betonplatte, auf der sich immer wieder Regenwasser sammelte und ins Gebäude drang. Der Holzboden begann zu modern und schimmeln. Die Stadtverwaltung ließ die Betonplatte bis zur Eröffnung der Remstal-Gartenschau im Mai 2019 neu zuschneiden, den Sockel abdichten und ab Herbst 2019 den Holzboden entfernen – nachdem der Pavillon nicht mehr als Anlaufstelle für Gartenschaugäste diente. Unter anderem die Corona-Pandemie verzögerte die Sanierung, doch mittlerweile ist der neue Holzboden verlegt. Reparaturen an der Außenhülle aus Lärchenplatten stehen noch an.

Die Kosten für den Erhalt des Pavillons seien im Haushalt beim Gebäudeunterhalt verortet, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. Aufgrund eines personellen Engpasses im Amt für Gebäudewirtschaft könne er aktuell nicht sagen, wie hoch diese liegen. Doch die Investition soll sich lohnen – für die Stadt und die Region: Der Pavillon solle offizielles waldpädagogisches Zentrum des Landes werden.

Waldangebote als Inhalt:

Die Art der Nutzung wird vielfältig sein, sagt Wolf Noack, der derzeit tüftelt, welches Mobiliar der Pavillon mit einer Nutzfläche von etwa 125 Quadratmetern bekommen soll. Mal dient er als Werkstatt für schnitzende Kinder, mal als Ausstellungsort, dann ist er Raum für regionale wie landesweite Seminare für Forstmitarbeiter, Lehrer oder Erzieher, mitunter auch Anschauungsobjekt für Architekten, und am kommenden Sonntag fungiert er als Ausgangspunkt des Wald- und Klimaplanspiels "Alarmstufe grün!" (lesen Sie dazu "Mitmachen bei der Waldaktion am Sonntag"). Nicht zu vergessen: Seit 2015 ist das Holzhaus "Grünes Klassenzimmer" mit Kursen für Schulklassen. Die Forstbehörde hat die Organisation dieser Schulstunden in der Natur von der Wissenswerkstatt Eule übernommen. Mittlerweile sind diese trotz Corona wieder möglich. In den Kursen geht es etwa um "Leben in und am Bach" oder "Mathematik im Wald".

Zielgruppe der Angebote im Waldpavillon sind vorwiegend Schulklassen und Familien, doch die Vertreter des Forsts wollen auch Senioren, Vereine und andere Interessierte erreichen, etwa bei Kursen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Eng verzahnt wird der Forstpavillon mit dem "Kompetenzzentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung", das die Weleda AG bis 2021 im Himmelsgarten mit der Stadt als Partner einrichten will. Das Kompetenzzentrum soll laut Weleda "eine Oase der Achtsamkeit gegenüber der Natur und dem Menschen sein". Und damit verfolgen die Angebote dort dasselbe Ziel wie jene im Dieter-Paul-Pavillon, wo es konkret um den Wald geht: "Wir wollen den Bezug zwischen dem Wald und der Lebenswelt der Kinder herstellen", sagt Wolf Noack über die Hauptzielgruppe. Kinder verbrächten heute viel Zeit vor dem PC, verlören den Bezug zur Natur. Wie funktioniert ein Ökosystem? Was leistet der Wald fürs Klima? Das erfahren Kinder spielerisch – und dabei auch, dass ihr eigenes Verhalten Spuren hinterlässt.

Auskünfte über die Angebote im Waldpavillon gibt es beim Landratsamt im Bereich Wald und Forstwirtschaft, Telefonnummer (07361) 5031405, E-Mail: forstdezernat@ostalbkreis.de.

Mitmachen bei der Waldaktion am Sonntag

"Alarmstufe grün!" ist das Wald- und Klimaplanspiel überschrieben, bei dem Familien mit Kindern ab etwa sieben Jahren und andere Kleingruppen am Sonntag, 4. Oktober, kostenlos und ohne Anmeldung teilnehmen können. Start ist laufend zwischen 11 und 16 Uhr am Dieter-Paul-Pavillon. Dort bekommt jede Gruppe einen Bollerwagen mit Ausstattung sowie Tablets mit einer App, die zu Aufgaben führt. Ziel ist es, mehr Verständnis bei den Teilnehmern zu entwickeln, was ihre eigene Lebensweise mit dem Klimawandel zu tun hat.

Info auf www.alarmstufegruen.de.

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