Die 101-Jährige als Rock-Fan

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Frontm3n mir ihrem ältesten Gmünder Fan: der 101 Jahre alten Ingeborg Greil.
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Fit an ihren Instrumenten, mit ausgebildeten Stimmen: Die Altrocker von Frontm3n wissen, wie man ein Publikum begeistert.

Schwäbisch Gmünd

Sie wissen, wie man begeistert und können sich drauf verlassen, dass das Publikum mitgeht. Es sind drei alte Hase, die sich vor einem Vierteljahrhundert in der Band von Sir Cliff Richard kennenlernten und vor fünf Jahren ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten: Frontm3n. Oder Peter Howarth, Gründer und Sänger der Band Hollies, Senior Pete Lincoln, einst Sänger der Bands Sailor und The Sweets, und der Jüngste, Mick Wilson, bekannt als Sänger von 10  CC.

Der sehr gut besuchte Festsaal des Predigers bebte unter den Begeisterungsstürmen der Fans aller Altersklassen. Ein erstaunliches Phänomen, denn Frontm3ns Songs sind nicht aus der jüngsten Zeit, sondern, was sie immer wieder als running gag brachten, „entstanden in einer Zeit, als Ihr noch nicht geboren wart!“ Dafür waren sie textsicher, die Fans, sie sangen Refrains und Texte mit. Etwas, was die Frontm3n begeistert einforderten. Was lässt sich über die drei Sänger sagen? Der erste Eindruck durchs Bühnenbild: Männer altern schön. Wenn sie dann noch ihre Instrumente beherrschen, klasse singen können und mit ihren Songs die „gute“ alte Rockzeit aufleben lassen, schließt man sich gern dem Urteil des ältesten anwesenden Fans an.

„Ich bin geflasht, wie die ihre Instrumente beherrschen und wie sie singen!“, sagte Ingeborg Greil. Kein Scherz, so jugendlich drückt sie sich wirklich aus, die Gmünderin, die in diesem Jahr 102 Jahre alt wird. Sie war mit ihren Kindern im Konzert: „Da ist mein Sohn, der ist 80.“ Sie traf die Musiker „privat“ im Künstlerzimmer vor dem Konzert. Pete Lincoln war sehr angetan, sie zum zweiten Mal so gesund und agil zu treffen wie beim Konzert vor zwei Jahren. Dann ging es los! Der Hollies-Song „Bus Stop“ schlug ein beim textsicheren Publikum, das die Frontm3n zum Mitsingen einluden. Das ist der Zauber, den die drei spinnen. Einerseits stehen sie auf der Bühne und machen ihren Act, andererseits sind sie so nah bei ihren Fans, plaudern, laden zum Mitmachen ein, mit Singen, Klatschen und Schnipsen. Die Stimmungs: Wie ein gelungenes Familientreffen an einem schönen Sonntag.

Sie sind Vollprofis, beherrschen die Show perfekt, bleiben dabei authentisch. Musiker, die ihre Instrumente ohne großen Technik-Schnickschnack beherrschen, mit ausgebildeten Stimmen, die Atmosphäre verbreiten. Da muss nicht geschrien werden, da kommt die Kraft aus dem trainierten Atem.

Sweets „Coco/Papa Joe“, Robbie Williams „Things“, Roy Orbisons „You got it“ oder „Bullets“ der Post Punk Revival-Band Editors ließen die Temperatur im Saal steigen. Dann die Einladung zum Mitsingen des „sehr anspruchsvollen“ Songtextes „Judge“ der Band Twenty one Pilots. Kraftvoll und melodiös erklang dann „nana nana oh oh“ aus dem Publikum, treffsicher eingepasst in das furiose Spiel der Frontm3n.

Von acht bis elf mit knapp halbstündiger Pause lieferten die drei Performer ein abwechslungsreiches Programm auf der Bühne mit Soloparts von Mike Wilson, Peter Howarth und Pete Lincoln. Letzterer und ältester ließ seine Karriere Revue laufen und stellte fest, dass seine Bands stets mit einem (stimmhaften) „s“ begannen: Er könne sich gut vorstellen „to be Suzie Quattro with 80“.

In zwölf Jahren kann man ihn dann in schwarzem Leder sehen. Das Publikum klatschte begeistert. Sie lieben ihre Auftritte, die Live-Begegnung mit dem Publikum, und lassen es nicht aus, in ihre Songs immer wieder Schwäbisch Gmünd einzubauen. Das Publikum jubelte. Und Cliff Richards „Lucky Lips“ war dann das Ständchen für den ältesten Fan - Ingeborg Greil.

Ich bin geflasht, wie die ihre Instrumente beherrschen.“

Ingeborg Greil, 101-jährige Zuhörerin

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