Die Einkaufsfreude und Erotik fehlen

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Händler verzeichnen derzeit 70 Prozent Einbußen, Gastronomen über 50 Prozent.

Schwäbisch Gmünd. Von den aktuell 17 Corona-Infizierten im Ostalbkreis leben acht in Schwäbisch Gmünd, gibt Bürgermeister Dr. Joachim Bläse am Mittwoch im Gemeinderat bekannt. Acht Fälle bei 62 000 Einwohnern – da werde sich mancher fragen, warum es die Corona-Verordnungen noch braucht. Aber "das Ganze hört dann auf, witzig zu sein", wenn es Fälle in Einrichtungen gebe – wie jüngst in zwei Gmünder Kindertagesstätten und in zwei Schulen. Die Fallzahl sei "natürlich verschwindend gering", erklärt der Bürgermeister. Doch jeder sollte sich bewusst machen, dass sich das auch wieder ändern könne. Daher appelliert er an die Eigenverantwortung. Es gelte, sich genau zu überlegen, wo es angebracht sei, Abstand zu halten und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Zentral sei darüber hinaus, die Fälle gut nachzuverfolgen, sagt der Bürgermeister, der unter anderem für die Schulen verantwortlich ist. "Unseren Kindern fehlt ein halbes Jahr Bildung", erklärt er. Und den Eltern fehle ein halbes Jahr mit Familie und Beruf in Einklang. Doch am 29. Juni dürfen die Grundschulen wieder so öffnen, dass die vollen Klassenzahlen belegt sind.

Joachim Bläse geht auch auf die Situation in Handel und Gastronomie ein: Gastronomen verzeichneten derzeit unter anderem wegen fehlender Gäste zum Mittagstisch weit mehr als 50 Prozent Einbußen. Beim Einzelhandel seien es sogar um die 70 Prozent. "Die Einkaufsfreude fehlt", sagt er. Die Leute kauften nur noch, was sie dringend brauchen. Das liege mitunter daran, dass viele in Kurzarbeit seien. Oberbürgermeister Richard Arnold nennt einen weiteren Grund: "Es gibt einen Zusammenhang zwischen Lust und Konsum." Und somit auch zu lusthemmenden Elementen, spricht er unter anderem die Maskenpflicht an. Es gelte, regelmäßig zu prüfen, ob diese aufrecht erhalten werden müsse. Denn "die Maske ist ein Shopping-Stopper. Die ganze Erotik des Shoppens ist futsch".

Obgleich der OB nicht müde werde zu sagen, dass manche Vorschriften nur schwer nachvollziehbar seien – die aktuelle Corona-Verordnung gelte bis 30. Juni, betont Joachim Bläse. Er erklärt, dass sich Reisende, die ein Land mit Reisewarnung besuchen, bei den Gesundheitsbehörden melden und nach ihrer Rückkehr zwei Wochen zuhause bleiben müssen. "Das ist verpflichtend", sagt er und verweist darauf, dass die Reisewarnung auch für die Türkei gelte.

Fieberambulanz auflösen?

Um die 13 Patienten verzeichnet die Kreisärzteschaft derzeit in ihrer Fieberambulanz. Diese haben die Ärzte im April eingerichtet, um dort Patienten mit Verdacht auf Corona empfangen zu können. Wenn die Zahlen so bleiben, werde die Kreisärzteschaft die Fieberambulanz Ende Juni auflösen und die Abstriche in den Praxen machen, kündigt Joachim Bläse an.

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