Die Einmütigkeit des Glaubens

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Aus Witterungsgründen wurde am Sonntagabend die Maiandacht vom Salvator-Plateau ins Münster verlegt. Dekan Robert Kloker und Vertreter der St. Michael-Chorknaben gestalteten mit Kirchenmusikdirektor Stephan Beck die Andacht.

Aus Witterungsgründen trafen sich die Gläubigen am Sonntagabend nicht vor der FelsenkircheSt. Salvator, sondern im Heiligkreuzmünster zur Maiandacht.

Schwäbisch Gmünd

Viele Besucher erklommen am Sonntag die Stufen hinauf auf den Salvator, entlang des Kreuzwegs. Zumal sich von dort ein wundervoller Blick auf die Stauferstadt eröffnet. Vor allem zur frühen Abendstunde kamen viele Gläubige. Sie wollten auf dem Plateau aber nicht nur die Aussicht genießen, sondern vor der Felsenkirche die Maiandacht zelebrieren, zu der die katholische Münstergemeinde mit Dekan Robert Kloker eingeladen hatte. Doch als die Michael- Chorknaben mit ihrer Probe vor der Kirche beginnen wollten, öffnete der Himmel plötzlich seine Schleusen.

„Es hat sich gefügt“

„Es hat sich doch gefügt“, beschrieb Dekan Kloker später im Heiligkreuzmünster, dass man doch aufgrund des Regenschauers lieber ins Gotteshaus in der Stadt umzog. Doch durch diesen Umzug, der sich unter den Besuchern am Salvator schnell rumgesprochen hatte, so, dass man sich kurzerhand ins Münster begab, konnte man einen Blick auf das Blütenmeer der vielen weiß-blühenden Hortensien werfen, das auf den Stufen des Münsteraltars unterhalb der Marienstatue floristisch ansprechend dargestellt war. „Herzlichen Dank für ihre Flexibilität“, dankte Kloker den Gläubigen, die sich im Münster niedergelassen hatten.

Nach der musikalischen Eröffnung der Maiandacht durch Kirchenmusikdirektor Stephan Beck legte Münsterpfarrer Robert Kloker den Fokus auf die Gottesmutter Maria. Und auf die momentane „Zwischenzeit“ zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Kloker zitierte aus der Bibel, wie Maria mit den Jüngern verharrte im Gebet – und auf das Kommen des Heiligen Geistes wartete.

Mitten in der jungen Kirche

Im Lukas-Evangelium werde beschrieben, wie Maria als Mutter des gekreuzigten Jesu mitten in der noch jungen Kirche stand. „Sie trauerte nicht nach, sie resignierte nicht“, beschrieb Robert Kloker. Sondern sie betete vielmehr einmütig mit der jungen Kirche um das Kommen des Heiligen Geistes. Jesus habe selbst verdeutlicht, dass man Maria um ihres Glaubens Willens selig preisen soll. Nicht, weil sie seine leibliche Mutter ist. Und alle hätten sich einmütig versammelt. Das Wort einmütig sei sowohl in der griechischen als auch in der deutschen Sprache ein „emotionales und willenstarkes Wort“. Es bedeute, dass man etwas anstrebe, etwas mit aller Mühe wage. Und man mute es sich gegenseitig zu. Also sei man eines Sinnes. „Die Gemeinde ist einmütig“, machte der katholische Dekan klar. „Sie kennt keine Rechthaberei, sie kennt keinen falschen Ehrgeiz und keine Rivalität. Alle streben die Einheit an.“ Es folgten Rosenkranz-Gebete und Litaneien sowie das gemeinsam gesprochene Vater Unser.

Marienlieder spendeten die St. Michael-Chorknaben unter der Leitung von Moritz Tempel. Und dies am Sonntag gleich mehrfach, sangen Dominik Tobias, Moritz Le Jeune, Sebastian Tobias und Linus Wetter doch auch in der Eucharistiefeier am Vormittag und am Abend. Ihnen dankte Robert Kloker besonders für ihr Engagement, das sie bereits bei der Wallfahrt auf den Hohenrechberg gebracht hatten.

Rat an die Gläubigen

Abschließend machte der Dekan deutlich, dass Maria mit all denen einmütig vereint ist, die den Pfingstgeist erbitten. Und geduldig warten, von der ersten Verkündigung des Engels bis der Heilige Geist schließlich herabkam. So einmütig, wie einst Maria mit der damals jungen Gemeinde, der jungen Kirche, gewesen war. Diese Einmütigkeit empfahl Robert Kloker auch den Gläubigen.

Mit Bedauern teilte Robert Kloker mit, dass das traditionelle Dreifaltigkeitsfest der Familie Debler bei der Kapelle nahe der Weißensteiner Straße aufgrund der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr ausfallen muss.

Sie trauerte nicht, sie resignierte nicht.“

Dekan Robert Kloker, über Maria

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