Die ersten Staufer an der Remsgalerie

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Stauferfries Remsgalerie. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Verein Stauferfries übergibt 35 der 60 Meter oder 48 der 100 Figuren des Kunstwerks aus Edelstahl an die Stadt Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Noch ist er nicht ganz fertig. Ein gutes Stück des Stauferfries aber übergibt der Verein Stauferfries an diesem Freitag an die Stadt. Der Fries des Gmünder Künstlers Helmuth Gruber-Ballehr erzählt vom Einzug des letzten Staufers Konradin (1252 - 1268) zu Weihnachten im Jahr 1266 in Gmünd. Seit Jahren arbeitet der Gmünder an dem Kunstwerk, das seit Wochen an der Fassade der Remsgalerie zunehmend Gestalt gewinnt. „Wir haben knapp über die Hälfte der Figuren realisiert“, sagt denn auch Gruber-Ballehrs Frau Almuth. Genauer: 48 von 100. Dies seien etwa 55 Prozent oder 35 von insgesamt 60 Metern. Auf diesen ist Konradins Einzug in Gmünd bereits zu sehen. Er werde begleitet von fünf Edelleuten zu Pferd, unter anderem von seinem vertrautesten Freund, Friedrich von Baden, erzählt Gruber-Ballehr. Konradin voraus gingen Fahnenträger mit den Fahnen seiner Herrschaftsgebiete: das Herzogtum Schwaben, die Königreiche Sizilien und Jerusalem. Zudem seien Fanfarenbläser und Musiker zu sehen. Empfangen werde der Staufer Konradin von einer tanzenden Kinderschar, dem Gmünder Schultheiß mit Schlüssel, Stadtadel, Zünften, der Gmünder Geistlichkeit und Tänzerinnen. Den Abschluss des bereits Erkennbaren bilde das Rad der sieben Künste,  ein Symbol für Gelehrsamkeit. Und ein Hinweis darauf, dass es in Gmünd eine Lateinschule gab. Und ein Hinweis auf die umfassende Bildung des jungen Konradin. So beschreibt Almuth Gruber-Ballehr den aktuellen Stand des Fries. Gleichzeitig erläutert sie, was noch nicht zu sehen ist: das weitere Gefolge Konradins, bestehend aus Rittern, Speerträgern und den Fahnen der Kreuzritterorden, sowie eine Gruppe von Jägern am Ende seines Zuges.

Wann der Fries vollends fertig ist, da sieht Almuth Gruber-Ballehr „noch Fragezeichen“. Denn der Verein benötige weitere Spendengelder. Was noch fehlt, packt sie in diese Worte: „Wir träumen von einer unverhofften Erbschaft in der Größe von etwa 100 000 Euro.“ So viel Geld fehlt noch, weil in den vergangenen Monaten die Stahlpreise stark gestiegen seien und die Montage aufwändiger geworden sei als zuerst gedacht. Insgesamt kostet der Fries gut 400000 Euro.

Das Kunstprojekt ist auf die Aufführung der Staufersaga 2012 auf dem Johannisplatz zurückzuführen. Schon ein Jahr später hatte Gruber-Ballehr im Prediger seine Eindrücke in einer Ausstellung präsentiert. Diese stieß damals auf eine positive Resonanz. Gruber-Ballehr begann mit der Umsetzung seiner Idee. Zunächst fertigte er mit Pinsel und Bleistift Skizzen und Zeichnungen an. Diese wurden danach digitalisiert. Diese digitale Fassung ist die Grundlage für den Stahlschnitt. Die Figuren sind aus Edelstahl geschnitten und im geringen Abstand vor der Mauerfläche montiert, erläutert der Verein Stauferfries auf seiner Website. Dadurch werden sie am Tag als helle, silberglänzende Formen vor dunkler Wand erscheinen, die je nach Sonnenstand durch wandernde Schatten belebt werden. Bei Dunkelheit wird der Stauferfries mit energiesparendem LED-Licht hinterleuchtet.

Die Übergabe des Teilstücks des Stauferfries ist an diesem Freitag, 26. August, um 10.30 Uhr bei der Remsgalerie. Bürgermeister Christian Baron wird das Teilstück von Mitgliedern des Vereins Stauferfries in Empfang nehmen.

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