„Die Gmünder lassen uns nicht im Stich“

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Auch die Sternsinger leiden unter den Kontaktbeschränkungen.
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Dieses Jahr können die Sternsinger nicht von Haus zu Haus gehen, um Spenden zu sammeln. Die Teams in den Gemeinden haben andere Wege gefunden.

Schwäbisch Gmünd

In jedem Jahr machen sich nach Weihnachten Kinder auf den Weg, um für die Sternsingeraktion, die größte Spendenaktion in Deutschland, Geld zu sammeln.

Als Kaspar, Melchior und Balthasar gehen sie normalerweise von Haus zu Haus und verkünden die frohe Botschaft der Geburt Jesu, verbunden mit der Bitte um Spenden für notleidende Kinder weltweit. 2019 und 2020 kamen rund 50 Millionen Euro allein in Deutschland zusammen. 2021 allerdings nur 38,2 Millionen Euro. Wegen den Corona-Kontaktbeschränkungen mussten andere Wege gefunden werden, weshalb die Spenden in manchen Gemeinden deutlich niedriger ausfielen, allerdings nicht überall: Die Kolping-Sternsinger und die Bettringer Kirchengemeinde zum Beispiel übertrafen die Vorjahresergebnisse. An diesen Erfolg möchte das Bettringer Organisationsteam mit Elke Folter-Malecki, Gabi Straubinger, Petra Schicht, Sonja Proksch und Andreas Eisenhuth dieses Jahr anknüpfen. Wieder haben sie, wie viele andere Gemeinden auch, eine Briefaktion vorbereitet, allerdings eine größer angelegte: Gingen die Kuverts letztes Jahr nur an die katholischen Haushalte, sollen sie dieses Jahr in jeden Briefkasten eingeworfen werden. Rund 40 Austräger werden sich um Neujahr in dieser wichtigen Mission auf den Weg machen.

Selbst aktiv werden

In den Kuverts finden die Bettringer die Sternsinger-Botschaft: Die Welt armer Kinder, die in Hütten, Zelten, im Keller und auf Straßen leben, soll heller werden. Ebenfalls enthalten ist die Segenszusage des Dreikönigssingens: „Gottes Segen euch geleite, durch dies neues Jahr euch führ. Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus) schreibet nun an eure Tür.“ Wo es sonst immer hieß „schreiben wir an eure Tür“, muss nun jeder selber aktiv werden; allerdings nicht mit Kreide, sondern mit einem Aufkleber mit dem bekannten Schriftzug 20*C+M+B+21. Ebenfalls enthalten ist ein Spendenaufruf.

„Die Resonanz in Form des Spendenrücklaufs hat uns alle überrascht“, berichtet Andreas Eisenhuth. Die Bettringer, sie sonst immer rund 10 000 Euro an das Kinderhilfswerk überweisen, konnten den Betrag 2021 um rund 3000 auf rund 13 000 Euro erhöhen.

Das Geld werde dringend benötigt, erklärt der Kirchengemeinderat: Aus der bundesweiten alljährlichen Sternsingeraktion kommen gut zwei Drittel des Gesamtbudgets zur Finanzierung von Hilfsprojekten in aller Welt“ – Projekte, die Kinder in Armuts- und Notsituationen im Fokus haben, ihre Gesundheitsfürsorge, ihre Bildungschancen und ihre Teilhabe am sozialen Leben.

Klappt das Singen?

Überrascht waren 2021 auch die Kolping-Sternsinger. Ohne einen Ton gesungen zu haben, bekamen sie letztes Jahr 16 350 Euro Spenden für das Kindermissionswerk, berichtet der frühere Mesner des Gmünder Münsters, der seit 60 Jahren an Dreikönig singt. „Die Gmünder lassen uns nicht im Stich“, freut er sich. Auch wenn sie dieses Jahr wieder nicht von Haus zu Haus ziehen können, soll es wenigstens mit dem Singen klappen, freut sich Weinmann, denn das Repertoire mit „Lobt Gott ihr Christen“ und weiteren altehrwürdigen Liedern sei nach den vielen Jahrzehnten mehr als verinnerlicht.

Am 2. Januar wollen er und seine rund 15 Sängerkollegen im Innenhof von St. Anna singen, und am 6. Januar, dem Dreikönigstag, auf mehreren Plätzen in der Stadt. Dann wird auch eine Gruppe junger Sternsinger in Bettringen unterwegs sein und an verschiedenen Orten im Freien singen.

Die Resonanz in Form des Spendenrücklaufs hat uns alle überrascht.

Andreas Eisenhuth,, Kirchengemeinderat
  • Die Sternsingeraktion im Jahr 2022
  • „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“, lautet das Motto der Sternsingeraktion 2022, bei der die Gesundheitsförderung von Kindern in Afrika im Mittelpunkt steht, konkret die medizinische Hilfe für Kinder im Südsudan.
  • Weil die Projekte mehrjährig angelegt sind, fließen die Spenden in 1400 weitere Hilfsprojekte. Auf der Homepage www.sternsinger.de ist ein Film mit Reporter Willi Weitzel zu sehen, der zeigt, wie Kindern, die krank sind, einen Unfall hatten oder sonst medizinische Hilfe benötigen in Ägypten, in Ghana und im Südsudan geholfen wird.

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