Die Gmünder "Salvator Schenke": keine Speisekarte, drei Preise, ein Erlebnis

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Das Team der Salvator Schenke (v.l.): Madan, Sabine, Lara, Max, Niko, Leander, Leon.
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Auf die "Salvator Schenke" in Schwäbisch Gmünd muss sich der Gast einlassen. Was Nikos Geheimnis ist, damit die meisten Gäste wieder kommen.

Schwäbisch Gmünd. Die Karte, die in der "Salvator Schenke" so richtig wichtig ist, ist nicht die  Speisekarte. Die gibt es dort sowieso nicht. Wichtig ist die kleine Visitenkarte, die Chef Leander (22) oder Chefkoch Niko (55) dem Gast überreicht. „Ruf mich an, wenn Du das nächste Mal kommst, und sag einfach, was Du essen möchtest.“ Willkommen im schwäbischen Griechenland an der Nepperbergstraße 6.

Vorweg und ganz ohne Kulinarik. Leander und Niko sind zwei Typen, also Originale – Vater und Sohn. Das ganze Team der Salvator Schenke besteht aus Typen. Eine kleine, feine griechische Familie, auf die sich der Gast zwingend einlassen muss. Wer eher die gehobene, feine Küche bevorzugt, also den silbernen Kerzenständer auf dem Tisch erwartet und einen Ober im Frack, der still und artig nachschenkt, sollte die Schenke oder den Biergarten nördlich des Gmünder Bahnhofes nicht betreten. Wer sich indes auf diese fröhliche, kommunikative Gemeinschaft am Fuße der Wallfahrtskirche St. Salvator einlässt, verbringt einen leckeren und lustigen Abend.

Gyros, Bifteki und Knoblauchbraten

Die Salvator Schenke ist ein griechisches Restaurant. Bei schönem Wetter spielt sich das Geschehen im Biergarten unter Bäumen, Sonnenschirmen und hauptsächlich unter Stammgästen ab. Man muss als „Fremder“ oder besser „neuer Gast“ aber keine Sorge haben, ausgeschlossen zu werden. Niko liebt seine Gäste – und neue Gesichter. Im besten Schwäbischen heißt es entweder „Grüß Göttle“ oder auf griechisch „Kalí méra“. Gekocht wird, worauf der Gast Hunger hat oder was Niko als Koch in seiner Küche hat. Gyros? Klar. Bifteki? Logisch. Hier kommt die Visitenkarte ins Spiel. „Einige Gäste rufen mich an, reservieren und fragen, kannst Du frischen Fisch machen?“, sagt Niko. Das macht er dann. Es gibt drei Preiskategorien in der "Salvator Schenke". Jedes Tellergericht kostet 14,50 Euro, die gemischte Grillplatte 16 Euro und die gemischte Grillplatte mit Vorspeisen 21 Euro pro Person. Kinder essen frei. Bei der Größe der Portionen muss sowieso niemand verhungern. Serviert wird grundsätzlich alles auf einmal, also Vor- und Hauptspeise. „So isst man nun einmal in Griechenland“, sagt Niko. Niko hat an diesem Tag frische Aubergine gemacht, gefüllt mit Gemüse und Kräutern. „Musst Du probieren.“ Das macht man dann auch. Schmeckt super.

Man muss das Team mögen

Zwei Frauen warten auf eine Freundin. „Ich bringe denen mal eben eine kleine Vorspeise vorbei, das verkürzt das Warten.“ Nein, eine Show ist das nicht von ihm. So macht er aus Gästen Stammgäste. Niko spricht oft von der Seele seines Restaurants. Reden, lachen, Dienstleister sein. „Entweder meinen Gästen gefällt was wir machen und wie wir sind oder eben nicht“, sagt er.

Zu Essen gibt es heute klassisch griechisch. Gyros, gefüllte Bifteki, gefüllte Aubergine, supergewürzte Kartoffelchips. „Die sind besser als Pommes“, sagt Niko. Den Ouzo gibt es aufs Haus. Von Leander gibt es zum Abschluss die Visitenkarte. „Ruf beim nächsten Mal einfach an und sag worauf Du Hunger hast.“

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Hier schmeckt's

Besonders beliebt: Nikos Knoblauchbraten

Das Schmankerl: wechselt regelmäßig

Das teuerste Vesper: Gemischte Grillplatte mit Vorspeisen 21 Euro

Das günstigste Vesper: Tellergericht 14,50 Euro

Sitzplätze: Drinnen 55 Plätze, außen 150 Plätze

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 11.30 bis 14 Uhr und ab 17.30 Uhr, samstags ab 17 Uhr, sonntags ab 11.30 Uhr durchgehend.

Blick in den Biergarten der Salvator Schenke.
Aubergine mit Kartoffelchips und Gyros.
Griechischer Salat mit Olive, Zweibeln Tomaten und Paprika.
Stammgäste in der Salvator Schenke: Familie Hauf und ihre Bären.
Eine Speisekarte gibt es nicht. Die Preisliste ist einfach gehalten. Einfach den Koch fragen, was es denn heute so gibt.

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