Die Grundschule Hardt soll nicht zum Verlierer werden

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Für die Frage der Schulbezirke Bettringen und Hardt suchen Stadt, Schulen und Politiker einen Kompromiss.

Schwäbisch Gmünd

In der Debatte um die Schulbezirke Bettringen und Hardt zeichnet sich ein Kompromiss ab: Die vom Bettringer Ortschaftsrat gewünschte Änderung des Schulbezirks soll zeitlich so gestreckt werden, dass der Stadtteil Hardt durch Wohnungsbau mehr Einwohner und so auch mehr Schüler für seine Grundschule hat. Diese könnte so ihre Zweizügigkeit bewahren.

Die Vorgeschichte: Der Ortschaftsrat Bettringen hatte Anfang März 2020 einstimmig beschlossen, eine Änderung des Schulbezirks Bettringen zu beantragen. Danach soll das Gebiet Bettringen Nordwest der Bettringer Uhlandschule zugewiesen werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass viele Eltern aus Bettringen Nordwest diesen Wunsch äußerten. Bislang ist Bettringen Nordwest der Grundschule Hardt zugeordnet. Deren Schulleiterin Bärbel Schlienz hatte damals deutlich gemacht, dass eine solche Änderung für die Grundschule Hardt ein Nachteil wäre, weil der Schule 10 bis 15 Schüler fehlen würden und diese so womöglich die Zweizügigkeit verlöre. Denn sind in einer Stufe 30 Schüler, wird sie in zwei Klassen aufgeteilt. Sind in einer Stufe nur 29 oder weniger Schüler, gibt es nur eine Klasse. Weil das Thema in Bettringen und in Gmünd insgesamt kontrovers diskutiert wurde, wollte Oberbürgermeister Richard Arnold eine Entscheidung im Gemeinderat nicht übers Knie brechen. Er nahm das Thema im November von der Tagesordnung. Stattdessen plante er einen Runden Tisch. Dieser konnte wegen Corona erst am Donnerstag stattfinden.

Dieses Treffen mit etwa 30 Vertretern aus Schulen, Elternschaft, Ortschaftsrat, Stadtverwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft sei sehr „konstruktiv“ gewesen, sagte Bürgermeister Christian Baron am Freitag auf GT-Anfrage. Im Raum steht nun ein „Kompromisskorridor“, der die „berechtigten Interessen beider Seiten berücksichtigt“. Zum einen das Interesse der Schule, die Zweizügigkeit und damit zwei Klassen zu erhalten. Und zum anderen das Interesse der Bettringer, die das Wir-Gefühl im Stadtteil stärken wollen. Kompromisskorridor bedeutet, dass die Änderung des Schulbezirks nicht sofort vorgenommen wird. Sondern erst dann, wenn die aktuellen Wohnprojekte auf dem Hardt umgesetzt sind und der Stadtteil mehr Einwohner hat. Eine Zeitschiene ist dafür nicht vereinbart worden. Es gehe dabei ums Hardt und um Integration insgesamt, sagte Baron. Wichtig ist dem Bürgermeister, dass „die Grundschule Hardt nicht zum Verlierer wird“, weshalb der Erhalt der Zweizügigkeit Ziel sei. Den Kompromiss will die Stadt bis zur Sommerpause erarbeiten und mit den Ratsfraktionen abstimmen.

Werde dieses Ziel erreicht, könne sie mit dem Kompromiss gut leben, sagte Bärbel Schlienz am Freitag auf GT-Anfrage. Aktuell hat die Grundschule 110 Schüler. Im kommenden Schuljahr 2021/22 gingen zwölf Kinder an die Uhlandschule, die eigentlich die Grundschule Hardt besuchen müssten. Schlienz kämpft deshalb um jeden einzelnen Schüler, denn der Erhalt der Zweizügigkeit stehe jedes Jahr „auf des Messers Schneide“. Ob es zu einem Kompromiss kommt, hängt für Schlienz davon ab, wie lange die Bebauung dauert und ob der nördliche Teil des Stadtteils Hardt eine Aufwertung erfährt.

Beiden Seiten gerecht zu werden, dies sei auch Anliegen des Bettringer Ortschaftsrates, sagte Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert. Deshalb begrüßt er den Kompromissvorschlag. Das Hardt erfahre in den kommenden Jahren eine „riesige Aufwertung“, deshalb sei er überzeugt, „dass wir das hinkriegen“.

Der Rektor der Uhlandschule, Joachim Göser, war am Freitag nicht zu erreichen. Der Chef der Schule mit etwa 200 Schülern hatte im vergangenen Jahr gesagt, dass er den Wunsch von Bettringer Eltern verstehen könne, aber auch die Sorgen der Grundschule Hardt verstehe.

Ich bin überzeugt, dass wir das hinkriegen.“

Karl-Andreas Tickert,, Ortsvorsteher zum Kompromiss
Grundschule Hardt

Rubriklistenbild: © Tom

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