Die Häufchen der Vierbeiner und der Ärger der Zweibeiner

+
Weggeworfene Hundekotbeutel sind nicht nur unappetitlich, sondern auch verboten.
  • schließen

Die Stadt sammelt pro Jahr rund 800 000 Hundekotbeutel ein.  Hundebesitzer beklagen zu wenige Toiletten an manchen Wegen. 

Schwäbisch Gmünd

Es ist absolut natürlich und zugleich  Streitobjekt: Die Rede ist von  den Häufchen oder Haufen, die Hunde  beim Gassigehen immer wieder mal platzieren.  Dass es ein großes Thema ist, dafür sorgt allein schon die Menge: Wie viele  Hundehaufen „wild“ auf Wegen, Straßen, Grünanlagen, landwirtschaftlichen Flächen oder Spielplätzen liegen, kann niemand sagen. Obwohl das verboten ist: Hundebesitzer sind  auch in Schwäbisch Gmünd verpflichtet, die anrüchigen Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einzusammeln. Dafür gibt es spezielle Beutel. Und derzeit  laut Stadtverwaltung 83 Hundetoiletten, in die die Hundehalter die Beutel nach Gebrauch einwerfen können.

Die Mitarbeiter des Bauhofs, die diese Sammelbehälter leeren, sammeln so pro Jahr rund 800 000 Beutel ein, sagt  der Pressesprecher der Gmünder Stadtverwaltung, Markus Herrmann, auf Anfrage.  Da die Verwaltung auch die Automaten aufstellt, aus denen Hundehalter die Beutel nehmen können,  kann Herrmann auch abschätzen, welcher Anteil der Beutel  zweckgemäß verwendet wird. Seine Bilanz: Die Hundehalter seien unterm Strich „unglaublich vernünftig“, der ganz überwiegende Teil der Kotbeutel lande wie vorgesehen in den dafür vorgesehenen Behältern, die vor allem an belebten Spazierwegen aufgestellt werden.

Dennoch weiß auch Herrmann, dass Landwirte oft darüber klagen, dass Hunde sich auf ihren Feldern erleichtern oder Hundekotbeutel  in die Felder geworfen werden. Auch in den bebauten Gebieten gebe es immer wieder Beschwerden, dass Hundekot nicht dort landet, wo er hingehört. Das wurde auch bei der jüngsten Kreisputzete wieder deutlich. Leonie Löschner, die  als Mitglied der Jugendgruppe der Innenstadt-Feuerwehr an der Aktion am Parkplatz bei der Krähe Müll gesammelt hat, berichtete, dass  neben vielem anderem Unrat  immer wieder achtlos in die Landschaft geworfene Hundekotbeutel  herumgelegen haben. „Richtig ekelhaft“ sei es gewesen, die einzusammeln.

Die Häufchen ebenso wie  die weggeworfenen Kotbeutel sind nicht nur unappetitlich, sondern auch verboten. 50 Euro kostet es, die Ausscheidungen des besten Freundes  einfach liegenzulassen, informiert Markus Herrmann.  Das Problem für die städtischen Ordnungsleute sei es, dass sie die Hundehalter  oder -betreuer auf frischer Tat erwischen müssen. Manchmal aber gelinge das: „Wir haben schon Bußgeldverfahren eingeleitet“,  sagt der Rathaussprecher.

Aber auch die Stadt könnte im Umgang mit Hundebesitzern und deren Vierbeinern manches besser machen, meint Andrea Eberhard. Sie ist Vorsitzende des Hundesportclubs (HC) Schwäbisch Gmünd.  Zum Beispiel würde sie sich wünschen, dass die Verwaltung  die Erfahrung von Hundebesitzern  nutzt, wenn sie  den Standort für eine Hundetoilette auswählt.  Wenn  die Weststadt-Bewohnerin  mit ihren vier Hunden  die Klepperle-Trasse begeht,  dann stoße sie  beispielsweise erst am Südbahnhof auf die erste Gelegenheit, Kotbeutel einzuwerfen - eindeutig zu spät, meint sie.  Gerade die Klepperle-Trasse sei, was die Ausstattung mit Hundetoiletten angeht, „eine Katastrophe“. Aber auch zum Beispiel am Hauberweg entlang der Rems sieht sie Verbesserungsbedarf.   Doch Eberhard weiß natürlich auch, dass es  unter Hundehaltern schwarze Schafe gibt. Dass ihr Nachbar mit Blick auf solche Gassi-Geher ein Schild mit dem Hinweis „Dies ist ein Garten“ aufstellen musste, bedauert sie. Andererseits zahle allein sie über 880 Euro Hundesteuer pro Jahr. Mit solchen Einnahmen, könnte die Stadt doch zum Beispiel die Hundetoilette beim Übungsplatz des HC nahe dem Gaskessel, die von Vandalen zerstört worden sei, ersetzen.

Nicht in die Felder

Das Problem vieler Landwirte mit Hundekot ist Andrea Eberhard ebenfalls bewusst, sagt sie. Sie weise zum Beispiel die Übungsteilnehmer auf dem HC-Platz stets an, ihre Hunde ab Ende März nicht mehr in die Felder zu lassen.  Andererseits klagt sie über Bauern, die sie, wenn sie mit ihren Hunden auf einem Feldweg  ist, rasant und mit wenig Abstand überholen. Dagegen habe sie mit dem Landwirt, der  die Äcker neben  dem Übungsplatz bewirtschaftet,  ein sehr gutes Verhältnis.  Ebensolche Erfahrungen hat sie, wenn sie mit ihren Hunden in der Stadt Gassi geht. „Man muss einfach Rücksicht aufeinander nehmen und miteinander reden“ empfiehlt sie Hundebesitzern und dem anderen Teil der Menschheit.

Wir haben schon

Markus Herrmann,, Rathaussprecher

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare