Die Hilfe ist verpackt in Friedensbotschaften

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Kunst für Frieden (von rechts): Richard Arnold, Alexandra Kammerer, Eugen Stegmaier und Joachim Haller.

Alexandra Kammerer und Eugen Stegmaier stellen im Rathaus aus. Erlös für Ukrainehilfe.

Schwäbisch Gmünd. Der vielleicht spektakulärste Friedenssong ist demnächst 53 Jahre alt, am 1. Juni 1969 nahmen John Lennon und Yoko Ono „Give Peace a Chance“ auf, aus dem Hotelbett während der Flitterwochen in Montreal. Der Songtext passt in die Gegenwart, in der Ausstellung „Kunst für den Frieden – Hilfe für die Ukraine“ im Rathaus am Marktplatz ist der Liedtext in einem Bild verarbeitet. Alexandra Kammerer hat es geschaffen, sechs weitere dazu. Festgehalten in der Blindenschrift Barille auf großen weißen quadratischen Flächen. „Die Farbe Weiß für den Frieden“, sagt die Künstlerin.

Dagegen greift Eugen Stegmaier die Farben der Ukraine auf, macht sie zur zentralen Botschaft in seinen Bildern. Bei der Ausstellungseröffnung lobt Oberbürgermeister Richard Arnold das künstlerische Engagement für den Frieden. „Eine großartige Idee, die wir mit der Ausstellung gerne unterstützen“, sagt er und bedankt sich, weil Künstlerin und Künstler das komplette Bildhonorar – Interessierte können sich für einen Kauf ans Museum wenden - der Ukrainehilfe der Stadt Schwäbisch Gmünd überlassen. Dafür können etwa die Kinder Geflüchteter - schon mehr als 200 leben hier - an Kursen in der Jugendkunstschule teilnehmen. Auch in der Wissenwerkstatt Eule gibt es besonders geförderte Angebote für junge Menschen aus der Ukraine. Aktuell haben in Schwäbisch Gmünd 691 Geflüchtete ihren neuen Lebensmittelpunkt, darauf weist der Oberbürgermeister hin.

Eugen Stegmaier lässt wissen, wie sehr er sich mit dem Krieg in der Ukraine auseinandersetzt. „Vom ersten Tag an war mir klar, ich möchte den Menschen helfen“, sagt er. Die Kunst biete ihm diese Möglichkeiten. Sofort habe er sich an die Arbeit gemacht, aktuelle Arbeiten für die Ausstellung geschaffen. Da sind die Farben Blau-Gelb umwunden von schwarzen und weißen Stacheldraht ähnlichen Linien, eingeschnürt wie in der Zwangsjacke. Eugen Stegmaier wagt sich bei diesen Bildern an die Abstraktion, deutet an, lässt Raum zur Interpretation. Auch beim Bild Kriegsgeschehen, in dem er durch Farbverläufe die Spuren des Aggressors nachzeichnet, wieder umgeben von bedrohlich wirkenden Linien. Seine Bildtitel bergen Hoffnung wie Verzweiflung. „Gefesselt ohne Blut“ oder auch „Ein Silberstreif über der Ukraine“.

Alexandra Kammerer verpackt den Hilferuf nach Frieden in ihre weißen Bilder, durch die Erhabenheit der Blindenschrift wirken sie wie Reliefs. Für sie „eine sehr ästhetische und zugleich geniale Schrift, mit der ich meinen Kunstwerken Inhalt und Sinn ohne plakative Sichtbarkeit für die Sehenden verleihe“. Viele werden auch die weiteren Texte ihrer Bilder kennen. Etwa „The Russians“ von Sting oder Udo Lindenbergs „Wozu sind Kriege da“. John Lennon ist mit „Imagine“ gleich zwei Mal vertreten und wer auf Lieder von Marvin Gaye steht, wird mit „What‘s going on“ belohnt. kust

Kaufen kann man die zwischen 280 und 500 Euro teuren Bilder – der Erlös geht an die Ukrainehilfe der Stadt – beim Gmünder Museum unter Telefon (07171) 6034130 oder per E-Mail an museum@schwaebisch-gmuend.de.

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