Die Integration bleibt Chefsache

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Mangelnde Impfbereitschaft und Einbindung Geflüchteter beschäftigen das Gremium.

Schwäbisch Gmünd. Mit aktuellen Zahlen zur Coronalage wartete Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold am Dienstag in der Sitzung des Integrationsbeirates auf. Zwar stehe der Ostalbkreis derzeit mit einer Inzidenzzahl von 18.5 bei einem niedrigen Wert, die seit Montag erreichten Zahlen von unter 35 hätten einige Erleichterungen mit sich gebracht.

Sorge bereiten dem Oberbürgermeister jedoch die 53 Coronaerkrankten in der Stadt, die ein Drittel des gesamten Infektionsgeschehens im Landkreis ausmachen. Analysen haben einen erhöhten Anteil der Infektionen bei Bürgern mit Migrationshintergrund hervorgebracht, „75 Prozent aller Infizierter bei Bürgern mit Migrationshintergrund ist eine sehr hohe Zahl“, die Anzahl verteile sich auf wenige „Communities“.

Alle Kanäle bespielt

Auf Rückfrage von Daniela Dinser bestätigten Franka Zanek, Leiterin des Stabsbereichs Internationales, Integration & Europa, und Richard Arnold, man habe ausführlich und mehrsprachig über die Impfangebote der Stadt in den entsprechenden Quartieren und Gemeinschaften geworben. „Wir haben alle uns möglichen Kanäle bespielt.“

Die Umstrukturierung in der Gmünder Verwaltung und die damit einhergehende Schaffung eines Amtes für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung sorgte für erhöhten Redebedarf. Die Sorgen konnte Arnold entkräften, „die Integration geflüchteter Menschen bleibt trotzdem Chefsache“, auch bleibe der Arbeitskreis Asyl ebenso erhalten wie vollumfänglich Hermann Gaugele als Integrationsbeauftragter.

Dank Pakt drei Vollzeitstellen

Franka Zanek berichtete über den Pakt für Integration, der vom Land 2017 beschlossen wurde. Das besondere Interesse des Landes lag darin, die Integration von Flüchtlingen vor Ort zu stärken und damit in einer möglichst frühen Phase Orientierung und Teilhabe zu ermöglichen. Über diesen Pakt konnten in Gmünd drei Vollzeitstellen finanziert werden und bereits zu Beginn des Paktes 300 Personen dem Integrationsmanagement zugeordnet werden, Neugeborene und Familiennachzüge werden mitbetreut.

Das Integrationsmanagement umfasst dabei unter anderem die Sozialberatung zu allen Fragen des alltäglichen Lebens, einschließlich der Vermittlung von Ansprechpersonen zu Themen wie Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration, Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Bestimmungen des Aufenthaltsrechts. Diese Beratungen erfolgen kultursensibel und niederschwellig. Das Integrationsmanagement übernehme daher eine wichtige Betreuungsfunktion für geflüchtete Menschen. Es biete klare Ansprechpartner für Flüchtlinge und die Möglichkeit, diese menschenintensiv zu betreuen. Allerdings zeigen die Erfahrungen, „dass Integration nach vier Jahren noch nicht abgeschlossen ist“, führte Arnold an.

Die vom Integrationsmanagement um Alicia Gabriel, Stefan Kreß und Inka Adam vorbereitete Präsentation, die Einblicke ins Integrationsmanagement geben sollte, fiel einem technischen Fehler zum Opfer, soll aber im Sozialausschuss diesen Mittwoch nachgeholt werden.

Gemeinsam mit dem Verein für Städtepartnerschaften habe man es geschafft, diese am Leben zu erhalten, informierte Zanek. Eine Postkartenaktion soll jetzt dafür sorgen, dass jeder Bürger „zwischenmenschliche Kontakte“ in den Partnerstädten knüpfen kann. Andrea Rohrbach


Postkarten zur Städtepartnerschaft liegen in Rathaus, VHS und Stadtbibliothek aus und können online auf https://www.schwaebisch-gmuend.de/partnerstaedte-postkarten.html ausgefüllt und verschickt werden.

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