Die Kirchenmusik ist zurück in Schwäbisch Gmünd

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Im Heilig-Kreuz-Münster wurde das Festival eröffnet.
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Eröffnung des Festivals Europäische Kirchenmusik im Heilig-Kreuz-Münster. Freude über die Bläser des Posaunenchors.

Schwäbisch Gmünd. Posaunenklänge liegen am Freitagabend über dem Münsterplatz. Sie dringen aus dem Parler-Bau in die Stadt und sind Zeichen einer ganz besonderen Eröffnung des Festivals Europäische Kirchenmusik. Wegen der Pandemie findet es in kleinerem Rahmen und vor weniger Gästen statt, wegen der unsicheren Wetterprognose ziehen die Veranstalter das Heilig-Kreuz-Münster dem ursprünglich geplanten Veranstaltungsort Remsparkbühne vor. Ein festlicher Auftakt, geprägt von den Klängen des Posaunenchors des CVJM unter der Leitung von Frank Balint und begleitet von deutlich über 100 Interessierten an der Kirchenmusik. Auf den großen Auftritt zur Festivaleröffnung mit musikalischer Begegnung in der Innenstadt wie beim Stadtglocken-Konzert müssen Musikfreunde diesmal verzichten.

Grund zur Freude gibt es dennoch: Weihbischof Dr. Gerhard Schneider und Oberbürgermeister Richard Arnold heben in ihren Grußbotschaften auf die zurückgewonnene Freiheit ab, jetzt wieder in der Kirche singen und musizieren zu können. „Wer singt, ist dem Himmel ein Stück näher“, sagt Richard Arnold und spricht wohl vielen Gläubigen in der Kirche aus der Seele: Sie applaudieren, als der Oberbürgermeister dem Posaunenchor für diesen Auftritt dankt und bemerkt, wie „toll es ist, dass man wieder spielen kann“.

Gedanken, die auch der Weihbischof aufgreift, wenn er von einer Gottesdienstbesucherin spricht, die ihm ihr Leid geklagt hat. Ein Leben lang sei sie sonntags zur Kirche gekommen, ohne Gesang könne sie das nicht weiter. Dr. Gerhard Schneider: „Das bis dahin unvorstellbare Verbot des Gesangs im Gottesdienst während der Pandemie wurde zur Not. Und wie wir inzwischen wissen, zur größten Not bei der Feier von Gottesdiensten in der Pandemie.“ Nicht der Abstand, nicht die Anmeldung, nicht die Maske, sondern das Nicht-singen-dürfen habe viele bis ins Mark getroffen. Man habe erlebt, „dass die größte Krise der Kirchenmusik zugleich unmissverständlich vor Augen geführt hat, was fehlt, wenn sie nicht mehr da ist“. Um so erfreulicher der Anlass an diesem Abend: Drei Wochen lang klingt die Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd ganz besonders. Dazwischen immer wieder der Gemeindegesang, der beim Eröffnungsgottesdienst sogar im Mittelpunkt steht, begleitet vom Posaunenchor. Auch herausragende Instrumentalstücke stehen auf dem Programm, unter anderem von John Rutter, dem Preisträger des Festivals Europäische Kirchenmusik 2019.

Liturgisch begleitet wurde der ökumenische Eröffnungsgottesdienst von Münsterpfarrer und Dekan Robert Kloker und Pfarrer Matthias Plocher von der evangelischen Kirchengemeinde. Auch sie schätzen die Rückkehr der Kirchenmusik, vergessen an diesem Tag aber nicht, die Opfer der Flutkatastrophe in die Fürbitten einzuschließen.

Das kleine Festival ist schon vor dem Eröffnungsabend ein großer Erfolg. Trotz Corona ist der Großteil der Karten für die weiteren Veranstaltungen bereits verkauft. Die Nachfrage überstieg auch am Eröffnungsabend das Kartenkontingent.

Die größte Krise der Kirchenmusik hat uns unmissverständlich vor Augen geführt, was fehlt.“

Dr. Gerhard Schneider,, Weihbischof

Noch gibt es einige Karten

Das Festival Europäische Kirchenmusik läuft bis Sonntag, 8. August. Wegen Corona sind die Besucherzahlen begrenzt. Für sieben Konzerte gibt es noch Karten. Etwa für Sonntag, 25. Juli im Stadtgarten („Il Pianto della Madonna“), für die Orgelkonzerte im Münster am 30. Juli und 6. August sowie für das Finale des Wettbewerbs Orgelimprovisation mit Verleihung des Hubert-Beck-Preises am 1. August. Auch für „Nostalgia - Musik für Aleppo ( 29. Juli), das Zanouska-Quartett (4. August) und den Windbacher Knabenchor mit dem Freiburger Barockorchester (5. August). Eintrittskarten gibt's im i-Punkt. kust

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