Die Kultur wieder auf die Füße stellen

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Auf dem Kornhausplatz soll erstmals eine Ausstellungseröffnung des Kunstvereins stattfinden.

Die Musik- und Gesangvereine sollen endlich wieder proben dürfen. Das fordern Oberbürgermeister Richard Arnold und Dr. Rudolf Böhmler, Arbeitskreis Kultur.

Schwäbisch Gmünd

Die Pandemie hat die Kultur ins Abseits gestellt. Das sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur, Dr. Rudolf Böhmler, zur aktuellen Lage. Das soll sich nach seiner Vorstellung und der von Oberbürgermeister Richard Arnold und Ralph Häcker, dem Leiter des Kulturbüros, rasch ändern. Arnold fordert in einem gemeinsamen Schreiben mit Dekanin Ursula Richter und Dekan Robert Kloker an den Ministerpräsidenten, "dass wir nach 100 Tagen die Situation wieder vom Kopf auf die Füße stellen".

Es sei Zeit für ein atmendes System, damit die Corona-Regelungen nicht das gesellschaftliche Leben ersticken. Gleichzeitig sagt Richard Arnold im Pressegespräch, es sei Zeit, "Lust auf Kultur zu machen". Kultur habe eine Öffnungsfunktion auch fürs Einkaufen, fürs Einkehren und das städtische Leben.

Das sehen Dr. Rudolf Böhmler und Richard Arnold auch durch Vorgaben für die Vereine in Gefahr. Denn nur professionelle Ensembles dürften derzeit proben. Die 3500 Mitglieder in den 72 Vereinen des Stadtverbandes Musik und Gesang dürfen nicht proben, können deshalb auch nicht auftreten. "Und viele wissen gar nicht, was sie überhaupt dürfen", sagt Ralph Häcker. Deshalb kommt nun aus dem Kulturbüro ein Infopapier mit klaren Vorgaben. In den Bundesländern um Baden-Württemberg dürfen Vereine, so Häcker, inzwischen wieder Musik- und Gesangsproben abhalten. Und es gibt Hoffnung auf Gastspiele. Die können inzwischen wieder mit 99 Personen stattfinden. Die Jazz-Mission habe großes Interesse an einem Auftritt im Festsaal des Predigers, für den unter diesen Umständen nicht die volle Miete verlangt wird. Auch "Sandtogether" sei an Auftritten interessiert, Chris Kaiser kann sich dafür den Parkplatz westlich des Zapp-Gebäudes vorstellen. Und der Gmünder Kunstverein kommt wieder in die Gänge. Am 24. Juli soll er erstmals wieder eine Ausstellungseröffnung geben – nicht in der Galerie im Kornhaus, sondern auf dem Kornhausplatz. "Den haben wir für diesen Tag schon reserviert", sagt der Oberbürgermeister. Zu sehen gibt es Arbeiten von Christian Bold.

Künstlererbe bewahren

Wir möchten gerne auch Fehrles Werk für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Richard Arnold, Oberbürgermeister

Weitere Themen beschäftigten jetzt auch den Kulturbeirat, dem Vertreter aus Verwaltung, Gemeinderat und Kultur angehören. "Es geht um die Wahrung des Künstlererbes", sagt Dr. Rudolf Böhmler. Schwäbisch Gmünd der 1960er- und 1970er-Jahre sei so etwas wie die Künstlerkolonie Worpswede gewesen, bevölkert von besonders kreativen Köpfen. Walter Giers, Eckhart Dietz, Ed Sommer, Max Seiz, Maria und Hans Kloss zählten dazu. "Aber auch Jakob-Wilhelm Fehrle", so Böhmler. Der habe überregional gewirkt, sei in seiner Pariser Zeit auch mit Picasso zusammengekommen. "Und Picasso war damals sogar mehrfach in Schwäbisch Gmünd", weiß Richard Arnold. "Wir möchten deshalb gerne auch Fehrles Werk dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich machen." Besonders das Fehrle-Atelier eigne sich dafür. Es sei genau in dem Zustand, in dem es der Künstler verlassen hat. Er ist 1974 gestorben.

Die Öffnung des Ateliers strebt Richard Arnold für das Jahr 2026 an, dann ist das Gmünder Museum 150 Jahre alt. Möglich werden könnte dieser Zugang zum Fehrle-Werk auch durch eine Stiftung.

Dankbar ist Arnold dem Gemeinderat, dass die Werke von Hans Kloss, Walter Giers und Eckhart Dietz durch die Überlassung von Räumlichkeiten erst mal gesichert und teilweise zugänglich sind.

Ein Infoblatt mit den aktuellen Corona-Regeln für die Kultur und weitere Informationen zu Auftritten gibt es beim Leiter des Kulturbüros, Ralph Häcker, Telefon (07171) 6034110.

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