Die letzten Tage einer Kirche

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"Etwas Neues entsteht" – das Graffiti an der Fassade der "Brücke" spricht für sich. Dort, wo einst das Gemeindezentrum "Brücke" war, sollen bis 2024 mehrere Wohnhäuser entstehen.
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Mit dem Spatenstich Anfang Oktober beginnen die Abrissarbeiten am ehemaligen Gemeindezentrum Bücke in der Gmünder Weststadt.

Schwäbisch Gmünd

Die Tage für das evangelische Gemeindezentrum Brücke in der Gmünder Weststadt sind endgültig gezählt. Nachdem auf dem 5500 Quadratmeter großen Areal über Monate hinweg rein gar nichts passierte, fressen sich Anfang Oktober die ersten Bagger in die Fassade des 51 Jahre alten Betonbauwerks. Zunächst fällt der Kindergarten, dann der Gemeindesaal und kurze Zeit später auch die Wohnhäuser mitsamt dem Pfarrhaus entlang des Adjutantenstäffeles. Nach nur wenigen Wochen sind sämtliche Gebäude abgerissen – was bleibt, sind Erinnerungen.

Kurz vor Beginn der Abrissarbeiten dürfen sich noch einige Graffitikünstler aus Stuttgart an der Fassade der Brücke austoben. Eines ihrer Werke steht dabei sinnbildlich für das, was an dieser Stelle passiert: "Etwas Neues entsteht" schreiben sie in überdimensionalen Buchstaben auf die Betonwand des Gemeindezentrums. Und genau dieses "Neue" sei auch notwendig, denn "die Weststadt braucht diese Veränderung", meint Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm beim offiziellen Spatenstich.

Und das ist vorgesehen: Auf einer Grundstücksfläche von 5500 Quadratmetern entstehen unmittelbar im Anschluss an die Abrissarbeiten 8700 Quadratmeter Gebäudeflächen. Davon entfallen rund 6000 Quadratmeter auf Wohnungen – mit dabei, darauf verweist der Geschäftsführer des Evangelischen Vereins, Sven Siegle, ist auf 540 Quadratmetern eine ambulant betreute Wohngruppe für bis zu zwölf Menschen. Insgesamt soll es nach der Fertigstellung in sieben Gebäuden 64 Wohnungen mit 76 Stellplätzen in der Tiefgarage geben. Vorgesehen sind auch ein Bäckercafé, eine Apotheke, eine Drogerie und mehrere Arztpraxen. Nach jetzigem Stand soll das Vorhaben 2022 fertig sein.

Geplant wurde das gesamte Projekt von dem Gmünder Architekten Thomas Sonnentag. Er steckt auch hinter dem neuen Namen, den das Areal zukünftig tragen wird: "Eutighofer Tor". Ein Symbol für den neuen Namen gibt es auch schon: ein Kunstwerk des 2019 verstorbenen Gmünder Künstlers Eckhart Dietz. Er hat es beim Bau der "Brücke" direkt am Eingang in Beton gegossen – zusammenhängende runde und kantige Stelen mit Durchblick. Dieses Kunstwerk kann sich Oberbürgermeister Richard Arnold durchaus am Eck Eutighofer Straße / Eugen-Bolz-Straße vorstellen.

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