Die Mariensäule wird saniert

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Der Kunstrestaurator Karl Fiedler soll der Mariensäule zu neuem Glanz verhelfen. 1982 wurde die Mariensäule das letzte Mal restauriert. Moos und Algen sind sichtbarer Teil der Verfallserscheinungen.
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Mit der Sanierung erfüllt sich der ehrenamtliche Stadthistoriker Gerhard Schwarz einen Wunsch. Anfang Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Schwäbisch Gmünd

Die Mariensäule schmückt den Gmünder Münsterplatz bereits seit mehr als vier Jahrhunderten. Der Glanz der Säule schien allerdings zu verblassen: Moose und Algen, die von den umliegenden Bäumen kommen, hatten der Skulptur stark zugesetzt. Die letzte Sanierung liegt bereits einige Jahre zurück - die war im Jahr 1982.

Dass die Mariensäule eine Sanierung nötig hat, erkannte auch der ehrenamtliche Stadthistoriker Gerhard Schwarz. Anlässlich seines 80. Geburtstags erfüllt er sich seinen Wunsch und finanziert die Sanierung, sagt Leiterin der Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement, Inge Pfeifer. Bis zu seinem Geburtstag Anfang Juni soll die Sanierung abgeschlossen sein. Die Restaurierung übernimmt der Kunstrestaurator Karl Fiedler.

Kosten bislang unklar

„Gerhard Schwarz ist bekannt für sein Engagement in der Gmünder Innenstadt“, sagt Pfeifer. „Er beschäftigt sich wie kein anderer mit der Stadt“, sagt Pfeifer. Für seine Recherchen fahre er extra nach Stuttgart, um in alten Bücher nachzuforschen. „In den vergangenen Jahren ist das für ihn zu einer Art Hobby geworden, alte Sehenswürdigkeiten aufzufrischen“, erklärt Pfeifer. Das Besondere dabei sei, dass er das alles mit seinen eigenen Mitteln finanziert. Welche Kosten bei seinem neuesten Projekt entstehen, sei bislang allerdings noch unklar.

Interessante Entdeckungen

Im Laufe der Jahre habe Schwarz bei seinen Recherchen interessante Entdeckungen gemacht. Unter anderem kamen das Haus Grimminger und die Pleuer-Gasse nur durch Schwarz zu ihren bekannten Namen. „Er hat herausgefunden, dass früher in der oberen Wohnung des Hauses Grimmingers Luise Grimminger gewohnt hat“, erklärt Pfeifer. Sie war eine der ersten Frauen, die in der Gmünder Kommunalpolitik Fuß gefasst hatte.

Aber auch die Pleuer-Gasse verdankt Gerhard Schwarz ihren Namen. „Er setzte sich mit großem Engagement für die Namensvergabe in der Bahnhofsunterführung und für die Anbringung der Gedenktafel am Geburtshaus von Hermann Pleuer ein“, erzählt die Leiterin der Stabsstelle. Pleuer sei damals vor allem als Eisenbahnmaler bekannt geworden.

Die Mariensäule - die der „Schönen Maria von Regensburg“ nachempfunden wurde - zu restaurieren, sei ein großer Wunsch für Schwarz gewesen.

Da es sich allerdings um eine denkmalgeschützte Säule handelt, brauchte es zuvor eine denkmalschutzgerechte Bescheinigung. „Diese erhielt er allerdings ohne Probleme nach dem Antrag“, sagt Pfeifer.

Die Mariensäule

Errichtet wurde die Säule 1693 von Benedikt Boschenrieder. Der geschichtliche Hintergrund liegt in den Wirren der Reformation und der damit einhergehenden Judenpogrome, berichtet Gerhard Schwarz. Der damalige Kaiser Maximilian hatte den Juden in Regensburg die Auflage gemacht, die Stadt innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Bei der darauffolgenden Zerstörung der Synagoge überlebte ein Steinmetzmeister wie durch ein Wunder. Man nahm an, dass dies Marias Werk war. So sei das Marienbildnis schließlich zu einem Wallfahrtsort geworden.

Gerhard Schwarz

Inge Pfeifer,, Leiterin der Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement

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