Die Maschen der Telefonbetrüger

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Kriminalhauptkommissar Sascha Gold (vorne) und Polizeihauptkommissar Otto Kruger (hinten) klären Passanten über die Maschen der Telefonbetrüger auf. Außerdem geben sie Ratschläge, wie man sich dagegen schützen kann.
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Immer wieder gehen bei der Polizei Anrufe von Personen ein, die Opfer eines Telefonbetrugs wurden. Die Polizei stellt die fünf kuriosesten Fälle vor und wie man sich davor schützt.

Schwäbisch Gmünd

Falscher Polizist, Gewinnversprechen oder der Enkeltrick sind nur drei Maschen, mit denen Betrüger versuchen, das Geld von anderen zu erbeuten. Wie man sich dagegen schützen kann und welche kuriosen Fälle es bereits gab, listeten Polizeihauptkommissar Otto Kruger und Kriminalhauptkommissar Sascha Gold vom Polizeipräsidium Aalen am Mittwoch auf dem Gmünder Johannisplatz auf.

In den letzten sechs Wochen gingen zwischen fünf und 15 Anrufe von Opfern bei der Polizei ein, um einen Betrugsfall zu melden. "Dabei sind vor allem der falsche Polizist und auch der Enkeltrick die häufigsten Fälle", erklärt Kruger. Seit 2015 ist ein deutlicher Anstieg der Straftaten sichtbar. Wenn die Opfer das Geld gezahlt haben, gebe es oft keine Chance, dieses zurückzuholen. "Deshalb ist es wichtig, bei einem Verdacht sofort auf die Polizei zuzugehen", erklärt Kruger.

Die kuriosesten Betrugsfälle

1.In Ellwangen ist eine Frau zum Opfer falscher Polizisten geworden. Die Betrüger warnten sie vor möglichen Einbrüchen in der Gegend und versicherten ihr, dass sie ihre Wertsachen an einen sicheren Ort bringen würden. "Ganze drei Tage haben sie auf die Frau eingeredet, bis sie schließlich auf die Bank ging, um das Geld abzuheben", erinnert sich Otto Kruger. Allerdings wurde eine Mitarbeiterin der Bank skeptisch und fragte nach, wozu die Kundin das viele Geld brauche. Als die Frau ihr die Situation schilderte, kam bei der Bankangestellten der Verdacht eines Betrugs auf und sie informierten zusammen die Polizei.

  • 2. Einen Einzelfall mit schlimmeren Auswirkungen gab es in Schwäbisch Gmünd. Dabei hat eine Frau gemerkt, dass sie Opfer eines Betrugs wurde und hat bei der Masche der Betrüger mitgespielt. Gleichzeitig informierte sie die Polizei. Der Täter konnte dadurch laut Kommissar Gold gefasst werden. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. "Nachdem der Täter gefasst war, meldeten sich weitere Täter bei ihr und haben die Frau übers Telefon bedroht", erzählt Gold. Das ging sogar so weit, dass die Frau wegen eines Zusammenbruchs ins Krankenhaus musste.

Wir sind dankbar für die Hilfe der Zivillisten.

Otto Kruger, Polizeihauptkommissar
  • 3."Beim Enkeltrick gehen die Betrüger fast immer mit dem gleichen Muster vor", sagt Gold. Sie geben sich als Enkel aus und bearbeiten die älteren Personen so, dass sie die Geschichte glauben. "Oft sagen sie, dass sie in die Nähe ziehen, um so näher bei der Oma und beim Opa zu sein", erklärt Gold. Die Täter hören dabei äußerst gut zu, um weitere Informationen von den Opfern zu erhalten. Diese nutzen sie, um den Leuten noch näher zu kommen. "Die Betrüger wirken so glaubwürdiger", sagt Kruger. Vor kurzem gab es erst den Fall, dass ein älteres Ehepaar einen solchen Anruf erhielt. An diesem Tag war zufälig ein Elektriker vor Ort und meldete den Fall bei der Polizei. "Wir sind dankbar für die Hilfe der Zivillisten", sagt Kruger.
  • 4.Für Hauptkommissar Gold ist vor allem die Kombination aus falscher Polizist und Enkeltrick schlimm. "Es gab mal einen solchen Fall." Der Betrüger rief einen Betroffenen an und gab sich als Polizist aus. "Er hat ihm gesagt, dass ihr Enkel schwerstverletzt in einem Krankenhaus im Ausland liege und dringend Geld benötige", erzählt Gold. So eine Schocknachricht sei laut Kruger besonders wirkungsvoll bei den Opfern.
  • 5. An einen Fall, bei dem ein Gewinnversprechen gemacht wurde, erinnert sich Gold gut. Dabei ging es um eine ältere Frau. "Bei ihr hat ein falscher Notar angerufen und gesagt, dass sie bei einem Gewinnspiel gewonnen hatte", sagt Gold. Als Polizisten durch eine Telefonüberwachung davon erfuhren, gingen sie auf die Frau zu und rieten ihr von einer Überweisung ab. "Es machte den Anschein, als ob sie die Situation und das, was wir ihr sagten, verstanden hat." Doch zwei Tage später rief sie bei den Tätern zurück und überwies das Geld.

Wie man sich vor Telefonbetrügern schützt

Die Polizei hat Tipps, wie man sich am besten vor solchen Betrügern schützen kann.

1. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn etwas merkwürdig ist, auflegen.

2. Sprechen Sie am Telefon nicht über finanzielle und persönliche Verhältnisse.

3. Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.

4. Sprechen Sie mit Familie und Freunden über den Anruf.

5. Wenn Sie sich unsicher sind, lieber bei der Polizei unter 110 anrufen oder bei der örtlichen Dienststelle, in Gmünd unter Telefon (07171) 3580.

Achtung: Die Polizei ruft nie unter der Nummer 110 an. Seien Sie misstrauisch, wenn diese Nummer erscheint.

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