Die Metzger starten das Gmünder Stadtfest

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Saitenwürstle Symbolbild
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Am Freitag und Samstag gibt‘s nach zwei Jahren Pause wieder Musik auf fünf Plätzen, Essen und Getränke.

Schwäbisch Gmünd. Vielleicht sind‘s 10, vielleicht auch 20: Wieviele Metzger an diesem Freitagabend beim traditionellen Metzgersritt dabei sein werden, ist offen. Denn die Metzger kommen aus dem ganzen Ostalbkreis dazu. Oder auch nicht. So oder so: Sie eröffnen mit dem Ritt um 18.45 Uhr auf dem Marktplatz das erste Gmünder Stadtfest nach Corona. Die Handwerker folgen damit einer Jahrhunderte alten Tradition. Denn den Metzgersritt gab‘s schon im 13. Jahrhundert. Damals zur Fasnet. Alle Metzger mussten damals mitreiten. Sie zogen vom Marktplatz durch die Schmiedgasse zum Kloster Gotteszell. So erzählt dies Else Gündle in ihrem 1953 erschienenen Büchle „Brauchtum im alten Gmünd“. Nach diesem Buch haben die Klosterfrauen den Metzgern einen großen Lebkuchen geschenkt. Diesen nahmen die Metzger zurück in die Stadt und teilten ihn auf. Mit der Schließung des Klosters 1808, so Gündle, wurde der Metzgersritt eingestellt. 

Unter den Metzgern wird die Geschichte des Ritts so erzählt: Die Schmalkaldener, ein Bund protestantischer Adliger und Reichsstädte, hatten das katholische Gmünd im November 1546 während des Schmalkaldischen Kriegs 1546/47 erreicht. Vom Salvator hatten die Schmalkaldener den Palmesel gestohlen. Diesen nahmen ihnen die Metzger beim Rinderbacher Tor wieder ab. 

Bereits 1812, so schreibt Gündle, sei der Metzgersritt wieder eingeführt worden. Allerdings nicht mehr zur Fasnet. Wie lange dies währte, ist unbekannt. Der Gmünder Metzgermeister Kilian Nagel erinnert sich, dass sein Vater Hans den Metzgersritt entweder 1973 ode 1974 mit Kollegen wieder belebt hat. Wohl nach Jahrzehnte langem Stillstand. Wenn die Metzger an diesem Freitag wieder über den Marktplatz ziehen, werden sie wieder Würste verteilen, Hartwürste oder auch Saitenwürstle, sagt Nagel, der danach die Metzgersrede halten wird, mit einem Akzent auf den Wert regionaler Herstellung und Versorgung. Dabei sein wird Oberbürgermeister Richard Arnold, der um 19 Uhr das Fass ansticht. Dazu spielt bis 19.45 Uhr die Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd.

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