Die T&M möchte eine Kunsteisbahn anschaffen

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Zufriedene Gesichter beim Abbau der Eis-Arena vor dem Rathaus (v. l.): Robert Frank, Gill Singh, Manfred Feifel, Richard Arnold und Michael Körenzig. ÌÌFoto: Jan-Philipp Strobel
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Die Stadt zieht eine durchweg positive Bilanz nach 51 Tagen Betrieb auf dem Marktplatz. Verletzungsrisiko offenbar reduziert.

Schwäbisch Gmünd

Rund 8300 Besucher - nur 200 weniger als 2020, obwohl das Rutschvergnügen damals sieben Tage länger dauerte: So gut besucht war noch keine Eisbahn auf dem Gmünder Marktplatz. Diese Bilanz zog Robert Frank von der Touristik- und Marketing GmbH, (T&M)der das Angebot organisiert hatte. Deshalb wird T&M-Geschäftsführer Markus Herrmann dem Aufsichtsrat der Gesellschaft vorschlagen, eine solche Kunsteisbahn zu kaufen und jährlich aufzustellen.

Oberbürgermeister Richard Arnold sieht damit auch das übergeordnete Ziel des weißen Spektakels auf dem Marktplatz erreicht: ein corona-gerechtes Freizeitangebot zu machen, das Kinder, Jugendliche und Familien aus weitem Umkreis anspricht. Er dankte den knapp 50 Ehrenamtlichen, die den Betrieb des Bahn ermöglicht haben, ebenso wie den Nachbarn, die den 51 Tage langen Trubel ertragen haben.

Dabei war das Angebot in diesem Jahr grundsätzlich anders als in vergangenen Jahren: Statt einer Eisbahn hatte die T&M eine Kunsteisbahn angemietet, die Besucher fuhren auf Polyethylen-Platten. „Das ist ein anderes Eislaufen“, schildert Richard Arnold, selbst begeisterter Eisläufer, seine Erfahrungen. Da der Kunststoff nicht so glatt ist wie natürliches Eis, sei ein höheres Tempo nötig, um zum Beispiel Sprungfiguren zu bewältigen. Aber daran gewöhne man sich rasch. Profis sähen bei dieser Art des Eislaufens, die mehr Kraft erfordert, einen höheren Trainingseffekt.

Die Schlittschuhe seien zunächst nicht optimal gewesen für diese Oberfläche, ergänzt Robert Frank. Für den Verleih sollen künftig geeignetere Schlittschuhe angeschafft werden. Auch der Schliff sei besser an das Kunsteis angepasst worden. Ein Pluspunkt des Polyethylens: Man habe gegenüber früheren Jahren schätzungsweise 9000 Euro Energiekosten eingespart. Und Frank nennt noch einen Unterschied zwischen Eis und Kunsteis: das geringere Verletzungsrisiko . Während in früheren „Eis-Zeiten“ der Notarztwagen drei- bis fünfmal pro Woche am Marktplatz anfahren musste, sei das in dieser Saison gar nicht nötig gewesen. Freilich habe es einen ausgeschlagenen Zahn gegeben und der Bedarf an Pflastern für kleine Blessuren sei weiterhin hoch. Robert Frank freut sich auch über einen deutlich geringeren Pflegeaufwand. Nun müssten nur noch die Plastikteilchen, die durch die Schlittschuhe aus der Schicht abgekratzt werden, aufgekehrt oder -gesaugt werden. Inzwischen stehe auch ein Sauger bereit, um Kunststofffäden aus den Kleidern zu ziehen.

Besser kaufen

Die T&M möchte diese Attraktion nun zu jedem Jahresanfang bieten. Dafür sei Kauf unterm Strich besser als Miete, sagt Markus Herrmann. Ein Argument dafür sei auch, dass der Hersteller auf die Polyethylenplatten zwölf Jahre Garantie gebe.

Das Laufen auf Kunsteis hat bei vielen Besuchern offenbar den Appetit angeregt. Für die hatte die Speisemeisterei Schwäbisch Gmünd zwei Imbissbuden bereit. Küchenchef Manfred Feifel ist zufrieden mit dem Umsatz - auch wenn er nicht den entgangenen Gewinn durch den abgesagten Weihnachtsmarkt ersetze.

Noch ungenutzte Karten, auch Mehrfachkarten, für die Eisbahn, können im nächsten Jahr eingelöst werden.

Das ist ein anderes Eislaufen.“

Richard Arnold,, begeisterter Eisläufer

Diskussion um den Abrieb der Kunsteisfläche

  • Für Diskussionen sorgte vereinzelt der weiße Abrieb von der Kunststoffoberfläche. Ein Vater aus Lorch, der die Gmünder Bahn mit seiner Frau und seinen Kindern besucht hatte, berichtet, dass sein siebenjähriger Sohn , der während des Eislaufens hingefallen war, am nächsten Tag einen heftigen allergischen Ausschlag bekommen habe. Die Ärztin, die den Jungen untersucht hat, habe sich nicht auf eine Ursache festlegen wollen, doch der Vater sieht die kleinen Plastikteilchen als Auslöser. Sein Sohn habe noch nie eine Allergie gehabt. Inzwischen sei die Reaktion wieder zurückgegangen. Als er auf der Eisbahn deshalb nachgefragt habe, sei er unfreundlich abgewiesen worden.
  • Der Abrieb der Kunsteisbahn sei kein Mikroplastik und auch nicht allergieauslösend, versichern Markus Herrmann und Robert Frank. Der Kunststoff ebenso wie das eingesetzte Gleitmittel seien sogar lebensmittelecht, Es gebe dazu viele Untersuchungen. Selbst der BUND stufe das Kunsteis in der Abwägung als gute Alternative ein. Der WWF dagegen hat große Bedenken gegen Kunsteisbahnen und deren Abrieb.

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