Die Pizza kommt trotz Lockdown an

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An der Türe heißt es Stopp: Vorerst müssen Kunden von Pizza Avanti die Ware draußen entgegennehmen. Bei den Lieferungen blieb soweit alles beim Alten.
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Die meisten Wirte dürfen momentan nicht öffnen. Anders sieht es bei den Lieferdiensten aus. Wie sich die Pandemie in dieser Branche auswirkt.

Schwäbisch Gmünd

Schwere Zeiten für Gastronomen: Seit November dürfen die meisten Wirte ihre Lokale nicht mehr betreiben. Anders hingegen sieht es bei Lieferservices aus. Doch auch an Lieferdiensten wie Pizza Avanti in Schwäbisch Gmünd ging die Coronapandemie nicht spurlos vorbei.

"Vom ersten Moment an war es schwierig", erinnert sich Alexander Schenkowski, Inhaber des Gmünder Lieferservices Pizza Avanti. Denn weder seitens der Landesregierung, noch der Stadt Gmünd oder des Gastronomenverbands Dehoga habe er konkrete Vorgaben erhalten. "Bis in den Herbst hinein durften unsere Kunden den Verkaufsraum betreten", sagt Schenkowski. Im November ging es erneut in den Lockdown. "Dann habe ich mich entschlossen, dass die Kunden nicht mehr herein dürfen", sagt er. Hintergrund sei das geringere Risiko, sich durch Aerosole anzustecken. Nun werden Kunden an der Tür bedient. "Man muss immer optimieren", sagt Schenkowski, "ich bin froh, dass wir auf haben dürfen. Daher respektiere ich die Situation", führt er aus. Einen Infektionsfall wolle und könne er sich nicht leisten.

Mittlerweile funktioniere der Betrieb nahezu kontaktlos. Geliefert werde grundsätzlich mit Maske. Doch bestellen Kunden überhaupt während des Lockdowns? "Die Privatbestellungen haben schon zugenommen", sagt der Inhaber. Allerdings sei eher von einer Verschiebung der Nachfrage zu reden, denn große Bestellungen von Firmen oder Vereinen sind weggefallen.

Während des Lockdowns wurden die Einschränkungen immer größer. Wirkt sich die Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr auf den Betrieb aus? "Beim Liefern hat sich nichts geändert", erklärt Schenkowski. Seine Mitarbeiter haben entsprechende Bescheinigungen. "Speziell für die Fahrer gibt es einen Abschnitt, der besagt, dass sie ihren Beruf ausüben." Abholungen seien dafür nur bis 20 Uhr möglich. Zwischen den Bestellungen bekomme er oft Positives von seinen Kunden zu hören. "Viele sagen, sie sind sehr froh, dass wir auf haben dürfen."

Es wäre mir lieber, wenn auch die anderen Gastronomiekollegen wieder öffnen könnten.

Alexander Schenkowski, Inhaber Pizza Avanti

Solidarität mit den Kollegen

"Ich bin in einer glücklichen Situation", gibt Schenkowski zu. Gut für ihn und seine circa 40 Angestellten, die vom Erfolg seines Lieferdienstes leben. "Es wäre mir aber lieber, wenn auch die anderen Gastronomiekollegen wieder öffnen könnten. Es tut mir leid für die anderen", sagt er. Denn auch bei seinen Kollegen in der Gastronomie hängen Familien und Existenzen an den ausbleibenden Einnahmen. Am meisten beschäftigen ihn die mit der Pandemie verbundenen Sorgen. "Was wenn wir einen Coronafall haben? Das ist das, was mich am meisten belastet", sagt er.

Yesim Cakmak, Inhaber des Gmünder Lieferservices Pizza Vegas, tappt ebenfalls etwas im Dunkeln, wenn es um erlaubt und verboten geht. "Wir haben keine Vorgaben bekommen", erklärt er. Daher will er kein Risiko eingehen und liefert nach 20 Uhr nur noch aus. "Bis 20 Uhr sind Abholungen noch möglich", erklärt er. Auch seine Fahrer haben entsprechende Bescheinigungen, dass sie ihrem Beruf nachgehen.

Der Betrieb zurzeit sei ungefähr mit dem des Vorjahres zu vergleichen. "Plus minus zehn Prozent. Es ist mal weniger, mal mehr", sagt Cakmak. Einen spürbaren Einbruch habe es während des ersten Lockdowns im Frühjahr gegeben. Auch seine Kunden freuen sich, dass er seinen Lieferdienst betreiben darf. "Die Kunden sind froh. Manche bedanken sich, dass wir auch bei diesem Wetter unterwegs sind."

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