Die schönen Momente des Sommers

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Ein Gottesdienst unter freiem Himmel gehörte zum ganz besonderen Festival Europäische Kirchenmusik 2020. Die Macher arbeiten schon am Programm für 2021 und 2022. Archivfoto: Hientzsch

Rückblick aufs (reduzierte) Festival Europäische Kirchenmusik und Zusage für den Etat im Jahr 2022. Räte schätzten ganz besonders das Stadtglockenkonzert.

Schwäbisch Gmünd

Nach heftigen Diskussionen um Grünpflege und Winterdienst konnten sich die Mitglieder in der gemeinsamen Sitzung von Haushaltsausschuss und Verwaltungsausschuss zurücklehnen und in einem Filmbeitrag von Katharina Lampe Ausschnitte aus dem in diesem Jahr kleinen Festival Europäische Kirchenmusik (EKM) genießen. Erstmals in der mehr als 30-jährigen Geschichte des Festivals hat die Corona-Pandemie die Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd in diesem Jahr ausgebremst.

Der Filmbeitrag zeigte, was trotzdem möglich war. "Aufgeben war für uns keine Option", so äußerte sich Ralph Häcker, Leiter des Kulturbüros. Es sei mehr als ein Ersatz gewesen, das alles umsonst und meist draußen. Er schätzt es, "dass wir mit diesen Auftritten Menschen erreicht haben, die noch nicht in Konzerten des Festivals waren". Dennoch sehnen sich die Veranstalter eine EKM ohne Coronabeschränkungen zurück. "Was wir schmerzlich vermisst haben, ist die klassische Festivalatmosphäre, das Gemeinschaftserlebnis", sagt Intendant Klaus Stemmler. Er hofft, dass sie 2021 wieder möglich ist. Allerdings sei man auf alle Eventualitäten vorbereitet. "Wenn nötig, finden wir andere Lösungen." Auch das Festival Europäische Kirchenmusik 2022 wirft schon seine Schatten voraus. Zumindest bei der Finanzierung. Eigentlicher Grund für den Rück- und Ausblick. Vor gut einem Jahr hat der Gemeinderat den finanziellen Umfang für 2021 festgelegt, es geht um einen Etat von 400 000 Euro und Einnahmen in Höhe von 295 000 Euro. Die Räte im Verwaltungsausschuss signalisierten Zustimmung zum Kostenrahmen fürs Festival Europäische Kirchenmusik 2022. Bei gleichem Umfang geht man auch dann von einem maximalen Zuschussbedarf von 105 000 Euro aus.

Trotz aller Einschränkungen zeigte das Festival im Sommer Flagge. Schon mit dem Open-Air-Gottesdienst auf dem Johannisplatz, ein Erlebnis für rund 220 Besucher. Ein lauer Sommerabend war dem Stadtglockenkonzert des Stuttgarter Komponisten Detlef Dörner gegönnt. Zu hören war die Uraufführung der Stadtglockenmusik "Nostalgia – Sehnsucht nach den Glocken". Dörner beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte und den Klängen der insgesamt 13 Innenstadt-Glocken. Eine Aufführung, die Vertreter aller Fraktionen besonders lobten, sich beim EKM-Team und beim Freundeskreis dafür bedankten.

Im nächsten Sommer

Wenn nötig, finden wir andere Lösungen.

Klaus Stemmler, Festival-Intendant

"Gott und die Welt" ist das Festival im nächsten Jahr überschrieben, dann können sich Besucher auf mehrere große Projekte – unter insgesamt rund 30 Aufführungen – freuen. Der Windsbacher Knabenchor und das Freiburger Barockorchester sind für Bachs Matthäuspassion verpflichtet. Die Lautten Compagney Berlin wird Händels "Messias" aufführen, das Collegium Vocale bringt die "Griechische Passion" zu Gehör. Dazu kommt der 19. Internationale Wettbewerb für Orgelimprovisation.

Die Saison 2022 widmet sich unter dem Leitwort "Vision Europa" diesem Kulturraum. Anlass dafür ist der 1992 unterzeichnete Vertrag von Maastricht. Geplant sind unter anderem ein Gastkonzert des European Union Youth Orchestra , ein Auftritt der Europa Chorakademie und ein Konzert mit dem Dresdener Kreuzchor. Dazu kommen die aus diesem Jahr wegen Corona verschobenen Konzerte mit dem Tölzer Knabenchor, Sängerstar Philippe Jaroussky und dem litauischen Orgelduo Pinkevicius.

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