Die Stadt verliert einen Ideengeber und Motor

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Bruno Röttele

Bruno Röttele starb im Alter von 79 Jahren. Als CDU-Fraktionsvorsitzender viel bewegt.

Schwäbisch Gmünd. Nur wenige Gmünder prägten ihre Stadt in so vielen Facetten wie Bruno Röttele. Jetzt ist der Familienvater, Unternehmer, Kommunalpolitiker und Mann des Ehrenamts im Alter von 79 Jahren gestorben.

Bruno Röttele hat sich in Schwäbisch Gmünd zunächst durch sein berufliches Engagement einen Namen gemacht. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula Röttele führte er das Unternehmen mit Erfolg, fand den richtigen Zeitpunkt für eine Expansion und wagte den Schritt von der Kornhausstraße an den Kalten Markt. Längst hat er das prosperierende Einzelhandelsgeschäft Röttele Männermoden an Sohn Martin Röttele übergeben.

Die Kommunalpolitik, die Entwicklung „seiner“ Stadt, lag Bruno Röttele am Herzen. 28 Jahre lang gehörte er dem Gmünder Gemeinderat an, war zehn Jahre lang Vorsitzender der CDU-Fraktion, hatte Ideen für die Weiterentwicklung Schwäbisch Gmünds und war an vielen Entscheidungen beteiligt. So setzte er sich für den Bau des 1984 eröffneten Stadtgartens ein, war Verfechter für ein neues Freibad im Schießtal und konnte es mit der Mehrheit der Fraktion auch zur Realisierung bringen. Der Kommunalpolitiker sprach ein gewichtiges Wort mit, als es um die Umnutzung des Spitals oder den Erwerb der US-Liegenschaften ging. Die Nachnutzung mit Unipark und das Landesgymnasium für Hochbegabte trägt seine Handschrift. Das Festival Europäische Kirchenmusik konnte sich dank der Unterstützung durch den Gemeinderat in der Stadt etablieren. Als Grundlage für dieses Engagement sah er immer die Verantwortung für die Stadt. Im Jahr 2005 erhielt Röttele für sein Wirken das Bundesverdienstkreuz. „Sie haben die Lokomotive immer wieder auf das richtige Gleis gesetzt“, würdigte ihn damals Oberbürgermeister Wolfgang Leidig.

Das Ehrenamt endete für Bruno Röttele nicht an der Tür des Sitzungssaals. Schon in jungen Jahren konnte die Kolpingsfamilie auf ihn setzen. Dabei war er nicht nur Motor fürs Kolpinghaus, sondern auch Unterstützer des Kolping-Musicals, einer Tradition, die ihn immer begeisterte. Im Rotary Club Schwäbisch Gmünd schätzte man Bruno Rötteles Ideen und sein organisatorisches Talent. Viele junge Menschen in Schwäbisch Gmünd verdanken ihm Auslandsaufenthalte in den USA und vielen anderen Ländern der Welt, Bruno Röttele nutzte die rotarischen Möglichkeiten des Jugendaustauschs. 2006/2007 war er Präsident des Rotary Clubs, für seine Verdienste wurde er von Rotary mehrfach mit dem „Paul-Harris-Fellow“ ausgezeichnet.

Die Gmünder Traditionen schätzte der Unternehmer und Kommunalpolitiker besonders, vor allem die Altersgenossenfeste in der Stadt. Als Mitglied der 1942er war er immer dabei, feierte mit den Gleichaltrigen auch ein ganz besonderes 70er-Fest. Im Jahr des Stadtjubiläums und der Staufersaga 2012 schlüpften die Festteilnehmerinnen und Festteilnehmer in mittelalterliche Roben. Einmalig auch, weil die Altersgenossen auf einen Festabend verzichteten, dafür in der Staufersaga auf dem Johannisplatz auftraten.

Bei allem Engagement vergaß er nie seinen Berufsstand. Der Spezialist in Sachen Herrenbekleidung war 25 Jahre lang in verantwortlicher Position an der Fachakademie für Textil und Schuhe in Nagold, eine Bildungseinrichtung für Führungsnachwuchs im Textilhandel. Zudem war er viele Jahre Vorsitzender des Textileinzelhandelsverbands Baden-Württemberg.

Für Schwäbisch Gmünd war sein Bestreben, möglichst viel Kaufkraft zu binden und die Leute in die Stadt zu holen. Ihm war es deshalb auch wichtig, dass sich die Stadt bei der Landesgartenschau von ihrer schönsten Seite zeigt, dass Gmünd für Besucherinnen und Besucher attraktiver wird. Ein Anliegen, für das er sich immer einsetzte. Wie für „sein“ Unternehmen, aus dem er nie ganz weg war, bis zuletzt zeigte sich Bruno Röttele im Geschäft. Beweis auch für den Familienmenschen, der er immer war.

Nichts schätzte er mehr, als Ehefrau, Kinder und Enkelkinder um sich zu wissen, mit ihnen gemeinsame Zeit zu verbringen. Daraus konnte er Kraft für ein beachtliches Lebenswerk schöpfen. kust

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