Die Staufersaga und das Flashmob-Prinzip 

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Auch 2022 wieder als Zeitreiseleiter auf der Staufersaga-Bühne: Pat Mueller.
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Zusammenhalt selbst über Zeit-Unterschiede hinweg: Pat Mueller, der Zeitreisende der Staufersaga, erzählt von den Ideen und Motiven für die veränderte Neuauflage der Saga 2022.

Schwäbisch Gmünd. „Ich soll Grüße ausrichten“, sagt Pat Mueller zu den Musikern, die an diesem Tag proben. Noch üben alle getrennt voneinander. Es sind mehr als 20 unterschiedliche Gruppen – Schauspieler, Musiker, Kämpfer -, die im Juli die Staufersaga in Gmünd wieder zum Leben erwecken wollen. 

Die Grüße sind ein kleiner Vorgeschmack dessen, worum es in diesem Jahr eigentlich geht beim Saga-Revival. „Dass wieder ein Zusammenhalt entsteht, das ist das eigentlich Aufregende. Das wieder Zusammenwachsen nach der Pandemie ist vielleicht noch wichtiger als die Aufführung“, sagt Mueller, der Schauspieler, der bei den Aufführungen der Staufersaga 2012 und 2016 den Barden gespielt hat. In seiner Rolle hat er den Rahmen gegeben und ist schließlich in der letzten Szene mit dem Amulett aus dem Blickfeld gelaufen.

In der neuen Aufführung „Momente der Staufersaga“ wird er wiederkommen.

Muellers Rolle hat sich verändert, er wird nicht mehr allein sein in seiner Mittlerrolle zwischen den einzelnen Episoden der staufischen Geschichte. „Der Riesentext, den früher der Barde gesprochen hat, ist jetzt verteilt; er gibt seine Stimme an die Kinder weiter“, sagt Mueller. Das unterscheidet die Aufführung von der eigentlichen Saga, es sind eben „Momente der Staufersaga“, die eine Familie aus dem Jahr 2022 als Zeitreisende erlebt.

Was genau den Heutigen zustößt, verrät Mueller noch nicht. Nur, dass die Rahmengeschichte „einen eigenen Plot“ bekommt, „da ist dann auch Hollywood drin“, sagt Mueller. „Wir wollen den Zuschauern auch ein neues Erlebnis bieten.“

In der Geschichte, die erzählt wird, seien Kinder ganz wichtig. „Sie haben ihren eigenen Platz“, sagt Mueller. „Das Argument ist, dass die Generationen weitergehen - wie auch im Staufersaga-Verein“, sagt Mueller. Das kann Carolin Kraut, die Koordinatorin für die Staufertage, bestätigen: „Unter den Darstellern sind etwa ein Drittel Neueinsteiger dabei.“

Wenn Mueller von der Wiedererweckung des Staufersaga-Vereins nach der langen Corona-Zeit erzählt, spürt man Begeisterung. Von Oktober bis Dezember habe er viel telefoniert mit verschiedenen Gruppen. „Ich habe mal abgefragt, welche Teile kann ich noch zusammenbinden?“ Es war klar, dass die Saga im bekannten Großformat nicht zu schaffen war. „Eine große Saga braucht zwei Jahre Zeit – und sie braucht Planungssicherheit.“

Nach dem „Flashmob-Prinzip“ habe man angefangen, erzählt Mueller. „Wir waren erst mal an dem Punkt, da dachten wir, wir schaffen vielleicht einen kleinen Auftritt mit einer Szene in der Fußgängerzone.“ Dann ist der Plan B ist gewachsen und gewachsen. „Es ist so viel Begeisterung entstanden, dass alle eine noch größere Aufführung haben wollten. Es war faszinierend, wie sich das in sehr kurzer Zeit entwickelt hat.“

Das große Thema vom Zusammenhalt über Trennendes, über Unterschiede hinweg, soll sich auf verschiedene Weise zeigen in der Aufführung. Als Verbindendes über Epochen hinweg, auch indem „die Trennung zwischen Zuschauern und Akteuren aufgehoben“ wird, erzählt Mueller. Und auch das gehört für ihn zur Staufersaga, die Momente des Zusammenkommens abseits der Bühne: „Wo sonst quatscht der Fürst mit dem Leprakranken über Urlaubspläne?“

„Das Trennende und der Zusammenhalt sind unser großes Erzählthema.“

Pat Mueller, , Storyentwickler und Darsteller der Staufersaga

Platz für viermal 760 Zuschauer

Die Aufführungen der „Momente der Staufersaga“ sind am 6. und 7. sowie am 9. und 10. Juli im Remspark, Platz ist für 760 Zuschauer. Karten gibt es in drei Kategorien, für 20, 25 oder 30 Euro. Oder als VIP-Karte für 100 Euro mit einem Menü im Restaurant Rokokoschlösschen. Infos im i-punkt am Marktplatz (Telefon 07171-6034250).

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