Die Taufe als sicheres Fundament

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Zum Patroziniumfest der Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd hatten die Münstergemeinde und Münsterbauverein eingeladen. Und die Resonanz war sehr groß.
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Schnell füllte sich am Sonntag die Johanniskirche zum Patroziniumsfest. Dekan Robert Kloker erinnerte an das Leben des Johannes.

Schwäbisch Gmünd

Geduldig reihten sich die Gläubigen in die Warteschlange vor dem Hauptportal der Johanniskirche am Sonntag ein. Schließlich musste sich jeder in die Liste der Kontaktdaten einschreiben.

Im Inneren der romanischen Basilika angekommen, zeigte sich, dass fleißige Hände noch schnell weitere Stühle aufstellten. Schließlich war das Interesse an dem ganz besonderen Gottesdienst groß. „Es ist mir eine sehr große Freude, alle Stühle besetzt zu sehen“, verhehlte Dekan und Münsterpfarrer Robert Kloker seine Freude nicht. Zum Patroziniumfest der Johanniskirche hatten die Münstergemeinde und Münsterbauverein eingeladen. Und die Resonanz war sehr groß. Musikalisch untermalt durch die Klänge der historischen Weigle-Orgel, an der Kirchenmusikdirektor Stephan Beck Platz genommen hatte, und durch Trompetenklänge von Remo Steiner, konnte auch nach langer Zeit wieder der Gesang der Gottesdienstbesucher, unterstützt von einer Delegation der Michaels Chorknaben, vernommen werden. Möglich geworden, durch die sinkende Inzidenzzahl.

Dekan Kloker beschrieb, dass die Sonne nun am höchsten steht. Und das Geburtsfest von Johannes dem Täufer stets am 24. Juni, also genau sechs Wochen vor Weihnachten, gefeiert wird. In der Kirche kenne man neben dem Geburtsfest Jesu und dem der Gottesmutter Maria nur doch das Geburtsfest des Johannes. Dessen Geburt den Eltern Elisabeth und Zacharias wie ein großes Wunder vorgekommen war, nachdem sie lange Zeit vergebens auf Nachwuchs gehofft hatten. Gottesfürchtig und fromm, wie sie beide beschrieben werden, war ihnen lange Zeit ein Kind verwehrt geblieben. Dennoch lebten sie untadelig nach Gottes Wort, auch wenn sie dieses „bittere Los“ erdulden mussten. Und so „am Lebensnerv getroffen waren“. Zumal in der damaligen Zeit die Ansicht der jüdischen Gesellschaft war, dass Kinderlosigkeit eine Strafe Gottes ist. „Für was auch immer“. Doch Gott, so beschrieb Kloker, habe das Los gewendet und unfassbares Glück über Elisabeth und Zacharias gebracht durch die Empfängnis ihres Sohnes. „Das hat sie beflügelt und begeistert.“ So hatten sie sich als Eltern dazu entschieden, den Sohn nicht nach dem Vater zu benennen, sondern ihm den Namen Johannes zu geben. Was so viel wie „Gott ist gerecht“ bedeute. Denn als Eltern hätten sie die Gerechtigkeit leibhaftig erfahren. Mit diesem Namen wollten beide „ihre Glaubenserfahrung zum Ausdruck bringen“, erklärte Kloker. Auch heute noch machten sich die Eltern Gedanken über den Namen für ihr Kind. Mal nach einem Heiligen benannt, mal nach den Großeltern. Er habe stets eine Bedeutung und eine Botschaft. „Denn Gott ruft uns bei der Taufe beim Namen“, verdeutlichte der Dekan. Und egal, ob man mit dem eigenen Namen auf Kriegsfuß steht, oder diesen selbstbewusst trägt, oder erträgt, er sei „keine Nummer, kein Fall, sondern wir alle sind namentlich von Gott anerkannt“. Die Taufe symbolisiere einen Bund der Treue, bilde ein unzerstörbares Fundament und eine stabile Grundlage für jeden Menschen. „Gott will für jeden Menschen ein fester Halt sein und bleiben“, stellte Robert Kloker fest. Darauf könne man bauen und vertrauen. Der Begriff „Nomen est Omen“ gelte immer noch. „Unser Name steht auf der Innenfläche seiner Hand“.

Kloker forderte die Gläubigen in der Johanniskirche dazu auf, innerlich in die Freude des Patroziniums einzustimmen. Es zeige, dass Gott auch heute gerecht sei. „Dass wir von ihm beim Namen gerufen werden.“ Schließlich sei Johannes der Wegbereiter für den Messias gewesen.

Es ist mir eine sehr große Freude, alle Stühle besetzt zu sehen.“

Robert Kloker,, Dekan

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