Die vielen Kniffe fürs richtige Gsälz

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Die Expertinnen des DHB-Netzwerks hatten bei der Verkostung im Himmelsgarten viele Gsäalz-Kostproben zu bieten.

Hausfrauen bieten Leckermäulern im Himmelsgarten zahlreiche Geschmacksrichtungen. Es geht auch mit Karotte oder Chilli.

Schwäbisch Gmünd

Es war süß, aber nicht zu süß, es schmeckte nach Ananas, aber da war noch was anderes: insgesamt superlecker, einhelliges Votum von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern bei der Gsälz-Verkostung des Gmünder DHB-Netzwerks Haushalt im Himmelsgarten. Zweimal im Jahr stellen die Verbands-Hausfrauen ihr Gsälz vor. Im Juli zu Beginn und im Oktober zum Ende der Einmachsaison.

Paprika-Chili-Aufstrich ein Gsälz? Ja, so Magdalena Kurz, Vorsitzende des Ortsvereins, die etwas pikantere Süßvariante, lecker zu Käse und Frischkäse, als Gegensatz zu den 19 anderen süßen Sorten auf dem Tisch. Mit dabei eine vegane Variante mit Johannisbrotkernmehl. Die meisten Obstzutaten stammen aus den eigenen Gärten, nur Blaubeeren wurden zugekauft.

Oberste Regeln

Oberste Regeln beim Marmeladekochen: 1. Obst muss frisch und ohne Schäden sein, 2. Gläser sauber gespült (aus der Spülmaschine), 3. vor dem Einfüllen Gläser heiß ausspülen, 4. nach dem Einfüllen und Verschließen nur kurz kopfüber stellen.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Produkte zwar Gsälz, aber nicht Marmelade heißen dürfen. „Marmelade“ enthält nur Zitrusfrüchte, Konfitüre heißt es bei einem Frucht-Zucker-Gemisch im Verhältnis 3:1, sonst einfach Fruchtaufstrich (2:1), wie hier im Himmelsgarten am Ostalbtisch.

Die Qual der Wahl war groß: Sollte man sich für die bekannten Sorten entscheiden oder lieber mal für Zwetschgen mit Heidelbeeren, Himbeeren mit Zitronengras oder doch lieber Ananas mit Karotten? Letzteres bietet übrigens ein umwerfend anderes Aroma als erwartet. Aprikose-Heidelbeer zeigt ein interessantes Farbspiel, ebenso Erdbeere-Ananas. Für kleine Restmengen an Obst empfiehlt sich zum Nachkochen die Köstlichkeit Beerenmix aus Brombeere, Himbeere, Erdbeere und Heidelbeere. Schriftführerin Christa Fünfkirchler hat bei der Sorte Beerenmix aus roter Johannisbeere, Blaubeere und Himbeere besonders an die Genießer gedacht, die sich an den Kernle stören, die sind da nämlich nicht drin.

Die Früchte werden mit Gelierzucker am schonendsten verarbeitet. „Bei nur vier Minuten Kochzeit werden Vitamine und Mineralien geschont“, so Magdalena Kurz. Wer zum Frühstück frisches Gsälz schätzt, sollte es am Abend frisch anrühren, dann ist's zum Frühstück fertig. Ohne Kochen, kaltgerührt, ist es aber nur drei Wochen im Kühlschrank haltbar.

Gläser überprüfen

Twist-off-Gläser sind am praktischsten. Allerdings sollte man bei gebrauchten Gläsern überprüfen, ob der Deckel dicht ist. Das ist nicht der Fall, wenn man mit einem Hilfswerkzeug den Deckel gehoben hat. Beim Abdecken der Gläser mit „Einmachhaut“, der Zellglasfolie, muss man noch Alkohol auf den Inhalt gießen, sonst bleibt er nicht keimfrei. Beim Gelierzucker sollte man die Inhaltsangaben prüfen, so der Rat von Magdalena Kurz, manch einer Sorte ist Palmöl gegen das Aufschäumen hinzugefügt. „Das lässt sich auch mit einem kleinen Schuss Speiseöl verhindern.“

Wer nicht an der Gsälzverkostung teilnehmen konnte, aber die leckeren Gläser (2,50 Euro für 220 g Inhalt) und/oder Rezepte haben möchte , wendet sich per Email an: m.kurz@dhb-gd

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