Die Welt betet für die Ukraine

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Vorbereitet wurde der Weltgebetstag in ökumenischer Zusammenarbeit von Frauen aus England, Wales und Nordirland. Die Kollekte ist für Projekte zur Existenzsicherung und Gesundheit sowie zur Unterstützung des Friedens bestimmt.
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In 20 Kirchen in und um Schwäbisch Gmünd kamen Menschen zum Thema „Zukunftsplan Hoffnung - informiert beten – betend handeln“ zusammen. Thema war auch der Krieg in Europa.

Schwäbisch Gmünd

Der Weltgebetstag 2022 wird rund um den Globus in über 120 Ländern wie in jedem Jahr am ersten Freitag  ökumenisch begangen. In 20 Kirchen in und um Schwäbisch Gmünd kamen Menschen zum Thema „Zukunftsplan Hoffnung - informiert beten – betend handeln“ zusammen.

Vorbereitet wurde dieser Tag in ökumenischer Zusammenarbeit von Frauen aus England, Wales und Nordirland. Ausgangspunkt war der Bibeltext Jeremia 29,1-14., indem Jeremia schon 500 v. Chr. eine andere Sichtweise anmahnt auf das Schicksal der Exil-Juden in Babylon: Er entwirft ein neues hoffnungs-orientiertes Bild im Umgang mit Krisen. Die Kollekte des Weltgebetstages ist für langfristige Projekte zur Existenzsicherung und Gesundheit, vor allem von Frauen und Mädchen, sowie zur Unterstützung des Friedens bestimmt. Letzterem war das zweite ökumenische Friedensgebet seit Ausbruch der militärischen Angriffe auf die Ukraine in St. Franziskus in Schwäbisch Gmünd gewidmet. Eine Kerze mit ukrainischer Fahne vor dem Altar brennt die ganze Woche über, dazu die Osterkerze während des Friedensgebetes, durch das Dekanin Ursula Richter führte und das Organistin Patricia Vogel mit Orgelspiel eröffnete.

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“, eröffnete die Dekanin das Friedensgebet. Er sei aber Realität geworden in Europa. „Wir sind hier gemeinsam vor Gott, um zu beten.“ Es sollten nicht neue Feindbilder bestärkt werden, denn Frieden gebe es nur miteinander. Ursula Richter zitierte den Londoner Medienmogul Evgeny Lebedev von der Titelseite des Evening Standard mit: „Als Bürger Russlands bitte ich Sie, den Zustand zu beenden, in dem Russen ihre ukrainischen Brüder und Schwestern töten. Als britischer Bürger rufe ich Sie dazu auf, Europa vor diesem Krieg zu schützen. Als russischer Patriot bitte ich Sie, den unnötigen Tod weiterer junger russischer Soldaten zu verhindern. Als Weltbürgerrufe ich Sie auf, die Welt vor der Auslöschung zu schützen.“

Aus kirchlichen Verbänden kommen auch Stimmen aus Russland zu Gehör. Man befürchtet als nächste Etappe eine Hexenjagd innerhalb Russlands. Ein ökumenischer Zusammenschluss von Christen in Belarus kritisiert, Präsident Alexander Lukashenko habe  durch die Erlaubnis des Zugangs der russischen Armee die Verfassung der Republik Belarus verletzt, „der die militärische Aggression gegen das Brudervolk der Ukraine entfesselte.“

Wolfgang Schlupp-Hauck, Pressehütte Mutlangen, zitierte aus dem Buch „Der Mensch vor dem Unrecht“ von Hildegard Goss-Mayr, ein Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit. Dort heißt es: „Ich will nicht glauben an Rasse oder Reichtum, an Vorrecht und Privilegien. Doch ich will glauben, dass alle Menschen wirklich Menschen sind. Und dass die Ordnung des Unrechts wirklich Unordnung ist.“

Das Friedensgebet brachte Zeugnisse des aktuellen Geschehens, doch Dekanin Richter erinnerte daran, dass Gott die Gebete der Menschen hört. Der Monatsspruch der Herrnhuter Losungen für März aus Epheser 6, Vers 18 fordere von den Gläubigen: Hört nicht auf zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist;seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen. „Da rum sind wir hier, gemeinsam vor Gott!“, so die Dekanin.

Mit Inbrunst sangen die Anwesenden das „Kyrie“ aus der Ukraine, das im Gesangbuch verzeichnet ist, begleitet von den eindrucksvollen Klängen der Orgel. Vielleicht ein Moment, der Hoffnung schöpfen lässt beim Friedensgebet, in dem Dekanin Ursula Richter sagte:„Wir bitten dich für uns alle: Verleih uns Frieden gnädiglich.“

Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“

Ursula Richter,, Pfarrerin

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