Diskussion ums Fahrrad geht weiter

+
Der ADFC Gmünd fordert durchgängige Verbindungen für Radfahrer in Gmünd. Er hält viele Brücken im Stadtgarten und über den Josefsbach für zu schmal für Radverkehr. Die Stadt sagt, dass der Stadtgarten kein Kernbereich für Radfahrer ist.
  • schließen

ADFC Schwäbisch Gmünd wehrt sich gegen Kritik des Oberbürgermeisters und fordert durchgängige Verbindungen für Radfahrer in Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Der Gmünder Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert durchgängige Verbindungen für Radfahrer in Gmünd. Bei den Planungen einer Verkehrspolitik in Gmünd müsse zudem beachtet werden, dass Fahrräder Fahrzeuge seien und auf Fahrbahnen gehören, "gegebenenfalls auf geschützten Wegen". Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Radverkehr durch moderne Räder und Pedelecs schneller geworden sei und der Anteil der Räder am Verkehr immer mehr zunimmt. Diese Punkte nennt Erwin Maas für den Vorstand des Gmünder ADFC. Maas reagiert damit auch auf die Umfrage des ADFC zum Fahrradklima in deutschen Städten. Die GT hatte die Ergebnisse Mitte Mai veröffentlicht. Gmünd hatte dabei unter den Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern den 74. Rang von 98 Befragten belegt. Oberbürgermeister Richard Arnold hatte sich damals im Gemeinderat über die Umfrage geärgert. Arnold hatte die Zahl der Interviews bemängelt, die der ADFC in Gmünd gemacht hatte – im Vergleich zu anderen Städten. In Gmünd 92, während beispielsweise in Bamberg 560 Bürger befragt worden waren.

Der Gmünder ADFC bedauere sehr, dass der OB nicht gut auf ihn zu sprechen sei, sagt dazu Maas. Dabei seien die Gmünder gar nicht schuld am Gmünder Ergebnis und wollten Arnolds Vorwürfen "einige sachliche Argumente" entgegen setzen. Der ADFC führe keine Interviews im wörtlichen Sinn durch. Vielmehr sei es so, dass einzelne Radfahrer im Internet ihre Meinung in Online-Formularen äußern könnten. Dies sei "ein Stück digitale Basisdemokratie". Immerhin 92 Leute aus und um Gmünd hätten teilgenommen. Mehr hätten es werden können, sagt Maas, wenn Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung mitgemacht hätten. Thomas Kaiser vom Agenda-Arbeitskreis Mobilität und Verkehr habe sie dazu aufgefordert. Der OB verweise immer darauf, dass die Stadt in den vergangenen Jahren mehr als zwei Millionen Euro in die Radinfrastruktur investiert habe. Der genaue Zeitraum sei leider nicht genannt. Seien damit auch Investitionen im Rahmen der Gartenschau gemeint, müsse der Gmünder ADFC kritisieren, dass viele Wegebauten im neuen Stadtgarten, insbesondere Brücken, Rampen und Treppen, vor allem aber Brücken über den Josefsbach, zu schmal seien, wenn nicht sogar ungeeignet für den Radverkehr. Sie seien "gegen unsere Empfehlungen und ausdrückliche Kritik" gebaut worden, sagt Maas. Der ADFC unterstütze deshalb Kaisers Kritik an "halbherzigen Prestigeobjekten". Vielleicht sollten die Verwaltung und der Gemeinderat beachten, dass "sie nicht immer hundertprozentig konform sein können zu dem, was die Autofahrer erwarten, denn es gibt ja auch noch andere Verkehrsteilnehmer", sagt Maas.

Freuen uns, dass der OB das Pedelec benutzt.

Erwin Maas, ADFC Gmünd

Die genannten gut zwei Millionen Euro seien zwischen 2009 und 2016 in die Radinfrastruktur geflossen, sagt dazu Stadtsprecher Markus Herrmann. Er verweist darauf, dass die Brücken im Stadtgarten und Remspark "immer Fußgängerbrücken" waren. Der Stadtgarten sei kein Kernbereich für Radfahrer, sondern ein Bereich, in dem Radfahrer und Fußgänger unterwegs seien. Die Brücken seien nie ein Prestigeobjekt gewesen. Bislang habe es im Stadtgarten keine Probleme zwischen Radfahrern und Fußgängern gegeben. Ohnehin: "Ohne gegenseitige Rücksichtnahme geht es nicht", sagt Herrmann, der darauf verweist, dass auch Radfahrer Teil des Verkehrsraumes seien. Dass zu diesen auch der OB gehört, registriert der ADFC wohlwollend: "Wir anerkennen die ehrlichen Bemühungen seitens OB Arnold um Verbesserungen für den umweltfreundlichen Radverkehr und freuen uns, dass er sein Pedelec auch fleißig benutzt."

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd